796 700 - Doktoratsstudium der Technischen Wissenschaften
796 600 - Doktoratsstudium der Naturwissenschaften
796 300 - Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Studienpläne und Verordnungstexte finden Sie in TISS, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster.

Zulassung und Voraussetzungen

Voraussetzungen für die Zulassung zum Doktoratsstudium an der TU Wien sind:

  • der Abschluss eines einschlägigen Diplom-, Magister-, Master- oder Lehramtsstudiums oder
  • der Abschluss eines gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung oder
  • der Abschluss eines fachlich einschlägigen Fachhochschul-Diplomstudienganges oder Fachhochschul-Masterstudienganges gemäß §6 Abs. 4 Fachhochschulstudiengesetz und
  • im Falle von Nicht-EU- oder EWR-Bürger_innen: evtl. auch der Nachweis der unmittelbaren Zulassung zum Doktoratsstudium im Herkunftsland des Diploms (besondere Universitätsreife) und
  • eine Betreuungszusage einer Person mit Lehrbefugnis ( wenn auch nicht formal vorgeschrieben, ist die Absolvierung des Doktoratsstudiums ohne Betreuer_in nicht möglich.)

Studium

Das Doktoratsstudium an der TU Wien umfasst im Kern die eigene wissenschaftliche Forschungsleistung. Mit dem erarbeiteten neuen Wissen wird ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft geleistet. Die Dissertation am Ende des Doktorats stellt die Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Forschungsarbeit dar. 

Es gibt drei Doktoratsstudien an der TU Wien, die alle auf einem Studienplan (Curriculum) basieren, die Zuteilung erfolgt nach Art der Vorbildung. 

Das Doktoratsstudium umfasst 6 Semester (Regelstudienzeit). Es besteht aus der Anfertigung der Dissertation im Rahmen von 162 ECTS und der Absolvierung von Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 18 ECTS.

Die selbstständige Forschung für die Anfertigung der Dissertation muss von einer Person mit Lehrbefugnis (habilitiert oder berufen) betreut werden.

Genauere Bestimmungen über die Auswahl der Lehrveranstaltungen finden sich im Studienplan und in den Informationen der jeweiligen Dekanate.

Den Abschluss des Doktoratsstudiums bildet das Rigorosum, eine kommissionelle Gesamtprüfung mit Dissertationsprüfung.

Doktorat: Ja oder Nein? Eine Entscheidungshilfe

Die Aufnahme eines Doktoratsstudiums ist ein großer Schritt, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt und oft auch die weitere Berufslaufbahn prägt. Die Dissertation kann Türen öffnen, aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Dieser Leitfaden bietet eine Hilfestellung für die Entscheidung ob und für wen ein Doktorat gut ist.

Klären Sie zunächst einmal in einer ruhigen Minute für sich, warum Sie ein Doktoratsstudium anstreben.

  • Streben Sie eine akademische Laufbahn an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung an? (z. B. Professur, Leitung einer Arbeitsgruppe)
  • Haben Sie ein besonders starkes Interesse an einem Forschungsthema und möchten sich weiter vertiefen bzw. empfinden Sie große Freude am wissenschaftlichen Arbeiten?
  • Möchten Sie später in einer hochspezialisierten Forschungs- oder Entwicklungsabteilung in der Industrie (z. B. Pharma, Automotive, IT, High-Tech) tätig sein?
  • Ist eine Dissertation in Ihrem speziellen Fachbereich ein „Türöffner“ und ermöglicht sie Ihnen Karriereschritte, die sonst nur schwer zu erreichen wären?
  • Haben Sie die Zeit und die privaten Rahmenbedingungen, um mehrere Jahre in Ihre Karriere zu investieren und dabei ein im Vergleich zu anderen Stellen geringeres Einkommen in Kauf zu nehmen?

Die oben aufgelisteten Punkte sind alles valide Gründe für ein Doktorat. Noch einmal in sich gehen sollten Sie, wenn Sie rasch praktische Berufserfahrung sammeln möchten oder die Dissertation nur mangels Alternativen ins Auge fassen.

Es ist gut, von vornherein Klarheit über Ihre beruflichen Perspektiven mit oder ohne Doktorat zu haben. Je nach Branche bzw. Karriereweg hat ein abgeschlossenes Doktorat einen unterschiedlichen Stellenwert. Wichtig ist auch zu wissen, dass ein Doktorat immer eine Investition in die Zukunft ist. Absolvent*innen erhalten dadurch nicht automatisch bessere Jobs. Vielmehr geht es um bestimmte Karrierewege, die Ihnen durch das Doktoratsstudium mittel- und langfristig offenstehen.

  • Akademische Laufbahn: Die Dissertation ist die Voraussetzung für alle weiteren Schritte – vom Postdoc bis zur Professur. Das Doktorat ist so etwas wie die Eintrittskarte in die akademische Welt.
  • Industrie & Wirtschaft: In Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bzw. in High-Tech-Unternehmen ist ein Doktorat von Vorteil. Für höhere Führungspositionen und im Consulting kann es ebenfalls ein Vorteil sein, ist jedoch nur selten zwingend erforderlich. Für viele andere Positionen ist das Sammeln von Berufserfahrung wichtiger.
  • Öffentlicher Sektor: Mitunter ist ein Doktorat Voraussetzung für höhere Positionen, jedoch nur selten zwingend notwendig.
  • Start-ups / Unternehmertum: Ein Doktorat ist nicht unbedingt erforderlich. Hier geht es vielmehr darum, rasch praktische Erfahrung zu sammeln.

Prüfen Sie jedenfalls vorab die Rahmenbedingungen für Ihr Vorhaben. Die einzelnen Arbeitsgruppen unterscheiden sich erheblich.

  • Zeitlicher Rahmen: Die Mindeststudienzeit für ein Doktoratsstudium an der TU Wien beträgt drei Jahre (sechs Semester). Erkundigen Sie sich nach den üblichen Studiendauern an Ihrer angestrebten Arbeitsstelle.
  • Finanzierung und Anstellungsverhältnis: Welche finanziellen Mittel stehen für die Laufzeit Ihres Doktorats zur Verfügung? Ist die Finanzierung über die gesamte Laufzeit gesichert oder müssen Sie zusätzliche Mittel (Grants) einwerben? Was passiert, wenn sich Ihr Abschluss verzögert? Falls Sie keine Anstellung für Ihr Doktorat erhalten, prüfen Sie, wie Ihnen die benötigte Infrastruktur dennoch zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Betreuung: Wer steht Ihnen als Betreuungsperson zur Verfügung? Wie viele Personen werden bereits von dieser Person betreut? Wie viele Personen schließen ihr Doktorat erfolgreich ab? Wie ist das Arbeitsklima in der Arbeitsgruppe?
  • Themenwahl: Wie sehr entspricht das Thema Ihren Interessen? Falls Sie eine Professur anstreben: Wie sehr kann Ihnen diese Arbeitsgruppe helfen, qualitätsvoll zu publizieren und internationale Netzwerke zu knüpfen?

Ein Doktoratsstudium erfordert viel Energie und Durchhaltevermögen. Immer wieder wird es auch schwierige Phasen geben. Rückschläge und Umwege gehören in der Forschung dazu. Seien Sie daher ehrlich zu sich selbst und reflektieren Sie Ihre Persönlichkeit. Die folgenden Eigenschaften sind besonders wichtig:

  • Eigenmotivation: Sie müssen über mehrere Jahre hinweg selbstständig arbeiten und forschen können.
  • Frustrationstoleranz: Forschung bedeutet oft Rückschläge. Sie brauchen die Kraft und ein Mindset, mit dem Sie immer wieder einen neuen Anlauf nehmen können.
  • Teamfähigkeit & Netzwerken: Der Austausch mit anderen Forscher*innen ist wichtig.
  • Schreib- und Präsentationsfähigkeiten: Es gibt kein Doktorat und keine wissenschaftliche Laufbahn ohne Publikationen, Konferenzen und die Dissertation am Ende. Sie können sich im wissenschaftlichen Schreiben weiterbilden und Unterstützung organisieren – dennoch sollte Ihnen dies nicht völlig fremd sein.
  • Resilienz und soziales Netzwerk: Es kann belastende Phasen geben. Ressourcen im Freundeskreis und in der Familie können Kraft geben und vor Überlastung schützen.
  • Lehrkompetenz: Freude am Lehren und Lernen

Ob Sie sich für ein Doktoratsstudium entscheiden, hängt auch von den Alternativen ab. Denken Sie daher auch die folgenden Szenarien durch:

  • Direkter Berufseinstieg: Diese Option bietet Ihnen einen schnelleren Praxisbezug, meist ein höheres Einkommen und die Möglichkeit, frühzeitig eine Karriere in einem Unternehmen aufzubauen.
  • MBA oder andere Zusatzqualifikationen: Falls Sie mittelfristig eine Position im Management anstreben, kann ein MBA oder ein Masterprogramm mit wirtschaftlichem Schwerpunkt nach einem Technikstudium hilfreich sein. Diese Programme können teilweise auch berufsbegleitend absolviert werden.
  • Forschung in der Industrie: In vielen Unternehmen ist es möglich, im Bereich der angewandten Forschung an innovativen Projekten zu arbeiten – auch ohne Doktorat.

Wenn Sie danach noch unentschlossen sind, suchen Sie gezielt das Gespräch mit:

  • ehemaligen Doktorand_innen aus Ihrem Fach (z. B. über Alumni-Netzwerke oder LinkedIn)
  • Personalverantwortlichen Ihres angestrebten Zielbereichs (z. B. bei Jobmessen, um Ihre Karrieremöglichkeiten besser einschätzen zu können)
  • potenziellen Betreuer_innen (um zu prüfen, wie gut Thema und Rahmenbedingungen zu Ihnen passen)

Mehr Info und Kontakt

Studienabteilung

Die Studienabteilung ist für den Zulassungsprozess zuständig, alle Informationen unter Zulassung.

Fachschaft Doktorat:

Die Fachschaft Doktorat bietet Informationsaustausch, Beratung und Unterstützung in allen Belangen rund um das Doktoratsstudium an. https://fsdr.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster