Die Physik Fakultät der TU Wien lädt am 28.04.2026 um 16:00 Uhr zum Physik Kolloquium im Freihaus FH 8 Nöbauer HS - MATH (Wiedner Hauptstraße 8-10,
1040 Wien) ein.
Von Proteinen und Zellen bis Elektronen
Der Vortrag von Emanuela Bianchi„Insights into Protein Effective Interactions and Phase Behavior“ widmet sich der Beschreibung von Protein-Protein-Wechselwirkungen in Lösung. Aufgrund der heterogenen Oberflächenladung von Proteinen entstehen stark gerichtete Wechselwirkungen, die ihr kollektives Verhalten prägen. Zur Vereinfachung der komplexen mikroskopischen Beschreibung wird eine Mittelfeldnäherung verwendet, die auf der bekannten DLVO-Theorie basiert und auf heterogen geladene Teilchen erweitert wird. Dadurch lassen sich reduzierte Modelle entwickeln, die zeigen, wie Ladungsheterogenität Phasentrennung und Kondensation von Proteinen beeinflusst.
Eva Sevcsik widmet sich in ihrem Vortrag “Engineering Biointerfaces to Dissect Cell–Cell Interactions at the Nanoscale” der Untersuchung von Zell-Zell-Interaktionen auf der Nanoskala. Mithilfe maßgeschneiderter biofunktionaler Oberflächen und DNA-Nanostrukturen können Proteine mit hoher Präzision angeordnet werden, um deren Einfluss auf zelluläre Signalprozesse gezielt zu analysieren. In Kombination mit hochauflösender Fluoreszenzmikroskopie ermöglicht dieser Ansatz neue Einblicke in die molekularen Mechanismen der Zellkommunikation, etwa bei der Immunantwort.
Der dritte Vortrag von Andrej Pustogow "New Spin on Electrons in Frustrated Mott Systems, Superconductors and Thermoelectrics" dem Verhalten von Elektronen in komplexen Festkörpersystemen. Durch die Kombination von spektroskopischen Methoden mit gezielter Kontrolle über Druck und mechanische Deformation können elektronische Eigenschaften präzise beeinflusst werden. Dabei werden langjährige Fragen zu unkonventioneller Supraleitung, "Frustrated Mott Systemen" und thermoelektrischen Materialien geklärt und neue Ansätze zur gezielten Steuerung elektronischer Eigenschaften aufgezeigt.