Potenziale des urbanen Güterverkehrssektors für die 15-Minuten-Stadt

Hintergrund und Motivation

Das Konzept der 15-Minuten-Stadt sieht Stadtviertel vor, in denen alle grundlegenden Dienstleistungen innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind. Damit sollen grundlegende Dienstleistungen ohne das Auto erreichbar, und lebenswerte Wohnumfelder geschaffen werden. Dies bedeutet eine gewisse Verdichtung von Dienstleistungen (Handel, Bildung, Services, Gastronomie, Kultur…) in bisher nicht ausreichend ausgestatteten Gebieten. Von dieser Dynamik wird auch der städtische Güterverkehr grundlegend berührt. Doch in welcher Weise (Wo steigt/wo sinkt der Güterverkehr(santeil)? Wie wird das Verhalten der Konsument:innen im Onlinehandel beeinflusst?), ist noch weitgehend unbekannt.

In bestehende 15-Minuten-Stadt Konzepte ist dieses Spannungsfeld noch nicht ausreichend integriert. Zudem behindert ein Mangel an umfassenden Daten eine evidenzbasierte Planung zur Verringerung seiner negativen Auswirkungen (z. B. Staus, Luftverschmutzung, eingeschränkte Erreichbarkeit, Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum). Dieser Mangel an Integration in Planungskonzepte erschwert die Entwicklung nachhaltiger planerischer Strategien und Maßnahmen ebenso wie der Mangel an nutzbaren und vor allem transferierbaren Daten zum urbanen Güterverkehr. 

Um diesem Problem zu begegnen, bindet POTUS relevante Akteurinnen und Akteure (Stadtverwaltungen, Wissenschaft, Betreiber, Bewohnerinnen und Bewohner) ein, um Erhebungsmethoden länderübergreifend zu standardisieren und weiterzuentwickeln, um somit wesentliche Datenlücken zu schließen. Diese fließen in maßgeschneiderte Modelle ein, um die Wechselwirkungen zwischen Zielen und Entwicklungen der 15-Minuten-Stadt sowie des urbanen Güterverkehrs abbilden zu können. Dieser Ansatz ermöglicht die Übertragbarkeit von Daten, Werkzeugen und Wissen zum urbanen Güterverkehr innerhalb europäischer Städte und dient als Grundlage für eine ganzheitlichere Planung von 15-Minuten-Quartieren.

Ziele und Zielsetzungen

  • Untersuchung von Potenzialen harmonisierter Erhebungs-, Analyse- und Modellierungsmethoden, um die Datenerhebung und Übertragbarkeit zwischen europäischen Städten zu verbessern
  • Identifikation der Bedarfe unterschiedlicher Stakeholder für eine evidenzbasierte Integration des urbanen Güterverkehrs in die Planung der 15-Minuten-Stadt (Konzepte, Lösungen, Straßenraumgestaltung, Betriebs- und Verkehrsmodi, …)
  • Modellierung der Güternachfrage und Verkehrserzeugung in exemplarischen Stadtquartieren
  • Analyse von Einflussfaktoren auf die Nachfrage nach Güterverkehrsfahrten hinsichtlich Übertragbarkeit
  • Bewertung der Auswirkungen von Maßnahmen für einen nachhaltigen Güterverkehr im Kontext von Prinzipien der 15-Minuten-Stadt
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