Projektziele

  • Entwicklung eines schnellen Teleskopsystems für die Erkennung und Verfolgung von Drohnen
  • Deep Learning-Objekterkennung und -Verfolgung in Echtzeit
  • Kamerabasierte Regelung und Nachführung

Beschreibung

Drohnen und andere Arten von unbemannten Flugobjekten (UAVs) gewannen in den letzten Jahren nicht nur im professionellen, sondern auch im privaten Sektor massiv an Popularität. Vorfälle, wie die Schließung des Londoner Flughafens Gatwick aufgrund der Sichtung einer Drohne, zeigen, dass die Fortschritte in der UAV-Technologie eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit darstellen. Die frühzeitige Identifizierung ankommender UAVs ist für die Lagebeurteilung von höchster Priorität.
Kommerzielle Drohnenerkennungssysteme nutzen multispektrale Erkennungssysteme zur Objekterkennung und -identifizierung. Hierfür wird das auf das Zusammenspiel verschiedener Sensoren gesetzt, um Objekte erkennen und identifizieren zu können. Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel, bei dem ein Objekt in einer Entfernung von 5 bis 10 km mit Hilfe von Radar erkannt wird. Problematisch ist jedoch, dass nur schwer eine Unterscheidung zwischen UAV und beispielsweise einem Vogel getroffen werden kann. Hierfür werden optische Sensoren verwendet, welche basierend auf einem aufgenommenen Kamerabild das Objekt eindeutig klassifizieren können. Die Einsatzdistanz dieser optischen Komponente ist zur Zeit auf ein bis zwei Kilometer limitiert, was im Falle einer Bedrohung nur kurze Reaktionszeiten zulässt.

Schutzkonzept mit Zonen: Erfassungszone (Radar/Funk), Identifikationszone (optisch/akustisch), Abwehrzone, Schutzbereich. Drohne bei 1 km, < 15 s bis Schutzbereich.

Abb. 1 Typischer, schalenartiger Aufbau eines kommerziellen Drohnendetektions- und Abwehrsystems. Unter Umständen bleiben nur 15 Sekunden für die optische Erfassung, Identifikation und Situationsbeurteilung.

OptoFence II zielt darauf ab, eine teleskopbasierte optische Plattform zu entwickeln, um ein größeres Identifikationsgebiet zu ermöglichen und die Zeitspanne für die Lagebeurteilung erheblich zu verlängern. Durch die Kombination einer präzisen und schnellen Montierung, eines hochwertigen Teleskops, eines Kamerasystems sowie fortschrittlicher Methoden der Regelungstechnik und Computer Vision entsteht eine vielseitige optische Plattform für die optische Erkennung, Verfolgung und Identifizierung von UAVs.

Optical telescope system detects drones, data analyzed on computer, right shows detection of DJI Mini 2.

Abb. 2 Links: Darstellung des OptoFence II Systemkonzeptes. Ein Teleskopsystem erlaubt die Erfassung und Beobachtung anfliegender Objekte. Rechts: Beispielhafte Aufnahme einer Drohne durch das Teleskop.

Das Grundkonzept ist in Abbildung 2 dargestellt. Ein geeignetes Paar aus Teleskopen und Kameras liefert hochauflösende Bilder. Diese werden mithilfe moderner Deep-Learning-Algorithmen analysiert, um die Position des UAVs in den einzelnen Bildern zu extrahieren. Hierfür wurde im Projekt eine effiziente Softwarearchitektur implementiert, welche das Detektieren und Verfolgen von Drohnen mit bis zu 100 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Für die Regelung der Teleskopplattform wurden modellbasierte Regler entwickelt, welche hochdynamische Positionierung des Systems und Verfolgung von Drohnen mit Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ermöglicht. Zusätzlich ermöglicht eine eigens implementierte automatische Fokusnachführung, die Drohne scharf im Fokus zu halten.

Das implementierte Gesamtsystem wurde während Feldtests unter diversen Szenarien intensiv getestet. Es wurde demonstriert, dass kleine Drohnen, wie beispielsweise die DJI Mavic 3, über Distanzen von 100 m bis 5 km vollautomatisch detektiert und verfolgt werden können.

Großes Doppelteleskop-System auf Stativ mit Steuerkasten, im Außeneinsatz.

Abb. 3 Implementiertes Teleskopsystem für die Detektion und Verfolgung von Kleindrohnen über mehrere Kilometer

Anwendungen

  • Drohnenaufklärung

Relevante Publikationen

Projektpartner

  • ASA Astrosysteme GmbH
  • Bundesministerium für Landesverteidigung

Funding

Das Projekt wird innerhalb des Verteidigungsforschungs–Förderprogramm FORTE durch das Bundesministerium für Finanzen (BMF) gefördert.