Bei der Langen Nacht der Forschung geht es ums Mitmachen, Staunen und Entdecken. Besuchende konnten selbst in die Forscher_innen-Rolle schlüpfen und gemeinsam Experimente durchführen. Sie konnten aber auch die Rolle der Studierenden einnehmen und eine Experimentalvorlesung aus dem Bereich der Chemie besuchen. Klar wurde dort: Ja, in der Chemie knallt und raucht es gelegentlich, eine „schmutzige“ Wissenschaft ist sie aber keinesfalls. Bei einer Führung durch die Chemie-Labors der TU Wien wurde schließlich erklärt, wie Bakterien und Hefen uns dabei helfen können, CO2 in einen wertvollen Rohstoff umzuwandeln. An Mitmachtstationen wurde außerdem klar, wie Chemie dazu beitragen kann, Tiere und Umwelt zu schützen. Organ-on-a-Chip-Technologien können beispielsweise Tierversuche reduzieren, und Duftstoffe können als Alternative zu Pestiziden eingesetzt werden, um Schädlinge gezielt und ohne Kollateralschaden zu bekämpfen.
Neben der Chemie sind auch die Verfahrenstechnik und der Maschinenbau am Campus Getreidemarkt beheimatet. Beide öffneten ihre Labortüren und zeigten, wie CO2-intensive Verfahren wie die Stahlproduktion oder Antriebe für die Luftfahrt nachhaltig(er) werden können. Zum Einsatz kamen VR-Brillen, Wärmebildkameras und ein Flugsimulator, aber auch die Labors selbst konnten besucht werden.
Mit Fragen der Mobilität beschäftigten sich außerdem Forschende aus dem Bereich der Verkehrsplanung. Besuchende konnten via VR-Brille in den Nachtzug der Zukunft einsteigen, oder anhand des „Gehzeugs“ erfahren, wie viel Platz ein Pkw beansprucht.
Außerdem brachten Forschende von der Physik, der Informatik, der Architektur und Raumplanung und sowie der Geodäsie ihre Exponate an den Campus Getreidemarkt, um den Besuchenden an Mitmachstationen Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Materialien konnten auf spielerische Arte und Weise auf ihre Eigenschaften hin untersucht und die Funktionsweise von Algorithmen – ganz ohne den Einsatz von Computern – entdeckt werden. Die Geodäsie zeigte eindrücklich, wie Erdbeobachtung mittels Satelliten aussieht und wie sich der Klimawandel sichtbar machen lässt. Letztlich konnten die Besuchenden alternative, nachwachsende Baustoffe austesten und über die Vorteile von Sanierung statt Nachbau lernen.
Für eine nachhaltige Zukunft
Im Rahmen des Strategieprozesses fuTUre fit möchte die TU Wien Nachhaltigkeit als zentrales Prinzip in Forschung, Lehre und Universitätsbetrieb verankern. Die Lange Nacht der Forschung bietet hier die Möglichkeit, ihren Wirkungskreis zu erweitern und nachhaltige Forschung direkt in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.
Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurde das Event an der TU Wien als Green Meeting durchgeführt. Damit ist sie nicht nur ein Vorbild für nachhaltige Forschung und technologische Entwicklung, sondern auch für gelebte Verantwortung.
Über die Lange Nacht der Forschung
Heuer wurden mehr als 3.000 Stationen von über 400 Universitäten, Forschungseinrichtungen und forschende Unternehmen angeboten. Insgesamt besuchten über 192.000 Wissbegierige die Lange Nacht der Forschung. Das größte Forschungsfest Österreichs findet alle 2 Jahre statt – das nächste Mal 2028.
Träger der Langen Nacht der Forschung sind das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF), das Bundesministerium für Infrastruktur, Mobilität und Innovation (BMIMI) und das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET).












