Energie und Umwelt - News

Die beste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird!

Die Themen Energie und Energiesparen beschäftigen uns spätestens seit der Energiekrise vergangenen Herbst besonders intensiv.

Einige Mitglieder des Projektteams, stehend vor Gebäude, Bäume und Parkbänke im Hintergrund.

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verschiedene Diagramme: Beispiele der TU.IT Visualisierungsplattform

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Energie und Energiesparen sind seit Herbst 2022 weit verbreitete Themen im öffentlichen Diskurs. Vor allem im Sommer, wo viele unter der Hitze stöhnen, ist Energie(-sparen) im wahrsten Sinne des Wortes ein heißes Thema. In Wahrheit begleitet uns dieses Thema aber das ganze Jahr über. Aufgrund der speziellen Struktur der TU Wien mit den vielen High-Tech Laboren und der Größe der Universität, ist die TU Wien einer der größten Energieverbraucher in Wien.

Derzeit wird von der Abteilung Gebäude und Technik (GUT) gemeinsam mit den Nutzer_innen des Campus Getreidemarkt, vertreten durch die Dekane Prof. Mihovilovic und Prof. Bauer, sowie dem Betriebsführungsteam der Bundesimmobiliengesellschaft, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (BIG) ein Best-Practice-Konzept zur Optimierung des Energieverbrauchs der TU Wien erarbeitet. Oberstes Ziel ist es, die größtmögliche Einsparung von Energie zu erzielen, ohne dabei Forschung und Lehre einzubremsen, aber vor allem auch ohne das Wohlbefinden der Mitarbeiter_innen und Studierenden der TU Wien zu beeinträchtigen. Der Campus Getreidemarkt, in der Anfangsphase die Gebäudeteile BC und BD, ist somit – aufgrund des hohen Energieverbrauchs und der großen Unterstützung der Nutzer_innen – das „Pilotprojekt Energieeffizienzmaßnahmen“, andere Projekte werden folgen.

Effiziente Maßnahmen als erste Schritte für einen geringeren Energieverbrauch

Nach einer gründlichen Erstanalyse wurden verschiedene effiziente Maßnahmen herausgefiltert, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden, mit dem Ziel, den aktuellen Energieverbrauch am Campus um 20 Prozent zu reduzieren und somit zumindest 50 Prozent des prognostizierten Verbrauches des am Getreidemarkt neu in Betrieb genommenen Bauteils BF auszugleichen. Ungenützte Potentiale müssen gehoben und so der ökologische Fußabdruck der TU Wien reduziert werden. Die Umsetzung der ersten Maßnahmen hat bereits begonnen:

  • Zur genauen Messung des Verbrauchs wurde ein umfassendes Monitoringsystem implementiert, mit dessen Hilfe der Verbrauch für Fernwärme und Strom je Objekt abgelesen und mittels Applikation anschaulich ausgewertet werden kann.
  • Es ist nunmehr möglich, IT-Räume, Hörsäle und Labore in Abhängigkeit von Belegung und Bedarf einzeln zu regeln. Belüftung, Klimaanlage und Heizung können damit an die tatsächlichen Nutzungszeitpunkte und an die technischen Anforderungen angepasst werden.
  • In Abstimmung mit den Nutzer_innen können die Raumtemperaturen angepasst werden. Dort, wo es möglich ist, soll „free cooling“, also die Nutzung niedriger Außentemperaturen, eingeführt werden. Zusätzlich werden über Nacht Lüftungen und Klimatisierung reduziert bzw. ausgeschalten. Zudem wird die Klimatisierung nun gleitend zur Außentemperatur geregelt, um hohe, gesundheitsschädliche Temperaturdifferenzen zu vermeiden.
  • Auch die Beleuchtung kann nun bedarfsorientiert gesteuert werden. Die Beleuchtung der Garage Lehargasse wurde beispielsweise mit Bewegungssensoren so programmiert, dass 30 Prozent Energie eingespart werden kann. Zusätzlich werden die alten Heizungsregler auf moderne Thermostatköpfe ausgetauscht, wodurch eine bessere Regelung der Heizung ermöglicht wird.
  • Die TU.IT unterstützt die Arbeit mit der Programmierung einer Visualisierungsplattform, die eine noch bessere Visualisierung und Auswertungen ermöglichen soll.

Wenn wir als TU Wien gemeinsam all diese Hebel in Bewegung setzen, ist ein großer Schritt in Richtung einer energieeffizienteren, klimafitten Universität mit einem kleineren ökologischen Fußabdruck getan.

Wir sollten nicht vergessen, dass Beiträge im Kleinen beginnen: etwa beim korrekten Belüften der Räume. Werden diese energieintensiv gekühlt bzw. geheizt, ist kurzes Stoßlüften energieeffizienter als das Belüften durch Oberlichten oder Kippen der Fenster. Auf diese Weise wird am wenigsten Energie vergeudet. Es liegt somit an allen Mitarbeiter_innen, Forscher_innen und Studierenden die Einsparungsziele durch mehr Achtsamkeit gemeinsam zu erreichen.

Das Projektteam

Das Projektteam setzt sich aus verschiedenen Teams zusammen:

Team TU.GUT: Zgjim Hajdini, Harald Heily, Alexander Klaffenböck, Astrid Steiner
Team TU.IT: Sukrit Sharma, Clemens Holzkorn
Team Technische Chemie: Dekan Mihovilovic, Marcus Hrbek
Team BIG FS: Daniel-Benedikt Rupp, Gerhard Zeller, Richard Schulz, Darko Srbu, Stefan Lepold

Facts Campus Getreidemarkt

Flächen                   
68.147 m² (inkl. Bauteil BF)

Anzahl Mitarbeiter_innen   
Technische Chemie: 608
Maschinenwesen: 603

Anzahl Studierende           
Technische Chemie: 1.400
Maschinenwesen: 1.750

Verbrauch Fernwärme Heizperiode 2021–2022   
ungefähr 9,5 GWh (Gigawattstunden)

Verbrauch Strom 2022   
ungefähr 13,3 GWh (Gigawattstunden)

Kontakt

Astrid Steiner
Fachgruppe Beschaffung, Versicherungen und Energie
Gebäude und Technik
astrid.steiner@tuwien.ac.at