Makrobearbeitung

Moderne Hochleistungslaser erreichen problemlos mehrere Kilowatt an emittierter Strahlleistung. Wird diese Strahlung fokussiert, so können im Brennpunkt Intensitäten von mehr als 1010 W/m2 erreicht werden. Zusammen mit mehrachsigen Verfahranlagen können damit unterschiedlichste Werkstoffe geschnitten, verschweißt, abgetragen, oder deren Eigenschaften verändert werden. Zurzeit stehen uns verschiedene Festkörperlaser, Faserlaser sowie CO2-Laser zur Verfügung. 

In den letzten Jahren haben wir vor allem das Fügen unterschiedlicher Werkstoffe mit Hilfe der Lasertechnik untersucht. Die Kombination unterschiedlicher Werkstoffe zu Bauteilen mit maßgeschneiderten Eigenschaften stellen vor allem für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Automobilproduktion eine interessante Möglichkeit der Optimierung von Komponenten dar. Unterschiedliche Werkstoffe, beispielsweise Stahl, Aluminium, Hartmetalle, u.a. unterscheiden sich aber durch ihre Dichte, Schmelzpunkt, Wärmeausdehnung, u.a. voneinander. Zusätzlich kann es beim thermischen Fügen aber auch noch zur Ausbildung spröder intermetallischer Phasen kommen, die temperatur- und zeitabhängig wachsen und bei zu großer Dicke leicht zum Versagen der Verbindung führen können. 

Fügen von Hartmetallen mit Stahl

An Sägeblätter aus Stahl wurden mit Hilfe eines Diodenlasers Hartmetallzähne geschweißt. Gezieltes Vor- und Nachwärmen mit definiertem Wärmeeintrag führte zu riß- und porenfreien Schweißungen. Das Verfahren wurde gemeinsam mit unserem Industriepartner patentiert.

gesamtes Bild schwarz/weiß; Hartmetallspitze ist prismenförmig: Querschnitt ist ein Dreieck, Höhe entspricht der dicke des Blatts.

© TU Wien

Detail eines lasergeschweißten Hartmetall-Sägeblatts

Oberes viertel der Bildfläche ist hellgrau mit sehr feinkörniger Struktur, restliche Bildfläche: dunklere, graue Fläche mit helleren, dünnen Horizontalstreifen und große, dunkelgraue, rundliche Strukturen. Prompter Übergang zwischen den Flächen;

© TU Wien

Schliffbild der Fügezone zwischen Stahl und Hartmetall

Fügen von Aluminium und Stahl

Das übermäßige Wachstum spröder intermetallischer FexAly-Phasen stellt beim thermischen Fügen dieser beiden Werkstoffe zusammen mit den sehr unterschiedlichen Eigenschaften eine große Herausforderung dar. In Zusammenarbeit mit mit mehreren Industriepartnern und einigen Diplom-bzw. Bachelorarbeiten ist es uns gelungen, Stahl und Aluminium reproduzierbar und mit ausgezeichneter Qualität zu verbinden. Eine Diplomarbeit, die im Rahmen dieser Aktivitäten entstanden ist, wurde mit dem Böhler Uddeholm Precision Strip Forschungspreis ausgezeichnet.

schwarzer Hintergrund, von links zulaufendes (rechteckiger Querschnitt) Werkstück1, von rechts kommend Werkstück2, Werkstücke liegen übereinander, oberes Werkstück2 hat fasenförmigen Übergang zu Werkstück1 (erster Abschnitt steiler, zweiter flacher), Stirnfläche von Werkstück1 leicht überlappt von kleinem Fortsatz auf Werkstück2;

© TU Wien

Detail einer lasergeschweißten Aluminium-Stahl Überlappverbindung

schwarz/weiß Bild: rechteckiger Querschnitt von Werkstück1 wird zangenartig umfasst von Werkstück 2; Übergang von Werkstück1 auf Werkstück2 ist fasenartig mit konstanter Steigung; Werkstücke jeweils in unterschiedlichen Grautönen; restliches Bild schwarz;

© TU Wien

Detail einer lasergeschweißten Aluminium-Stahl Stumpfstoßverbindung

Simulationen des Fügeprozesses

Nach Aktivierung werden u. U. Daten an Dritte übermittelt. Datenschutzerklärung., öffnet in einem neuen Fenster

Dissimilar metal joining Steel-Al assisted by laser (cross-sectional transient analysis)

Nach Aktivierung werden u. U. Daten an Dritte übermittelt. Datenschutzerklärung., öffnet in einem neuen Fenster

Dissimilar metal joining Steel-Al assisted by laser (formation of intermetallics)

Mikro- und Nanobearbeitung 

Mit kurzen und ultrakurzen Laserpulsen können unterschiedlichste Werkstoffe nahezu ohne thermische Veränderungen des Grundwerkstoffs mit sehr hoher Präzision bearbeitet werden. Zur Mikrobearbeitung stehen uns Laserquellen, die Pulse im ns-Bereich, als auch Laser, welche Pulse im fs-Bereich emittieren, zur Verfügung.

Laserpulse, welche nur wenige Femtosekunden dauern, sind bereits lange zu Ende, bevor die Atome im beleuchteten Werkstück zum Schwingen gebracht werden konnten. Einer unserer Ultrakurzpulslaser erzeugt Pulse, welche lediglich ca. 30 fs dauern. In dieser extrem kurzen Zeit bewegt sich das Licht lediglich etwa 10 µm weit. Um diese extrem kurze Zeitspanne richtig einordnen zu können, ist ein Vergleich mit der Ausbreitung eines Lichtstrahls im Weltraum hilfreich: In einer Sekunde legt das Licht eine Entfernung, welche ungefähr 3/4 der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht (ca. 384.000 km), zurück. In 100 fs hingegen legt ein kurzer Lichtpuls lediglich eine Strecke, welche kürzer ist als der halbe Durchmesser eines menschlichen Haars, zurück.

Zu sehen ist ein grüner Strahlenverlauf mit allen Bauelementen der Strahlführung sowie anderen Bauelementen der Laseranlage

© Matthias Heisler

Ultrakurzpulslaser am Forschungsbereich Photonische Technologien

Mit kurzen und ultrakurzen Laserpulsen können nahezu alle Werkstoffe im Mikro- und Nanobereich strukturiert und damit auch ihre Oberflächeneigenschaften verändert werden. Probenoberflächen können damit hydrophil oder auch hydrophob gemacht werden.

links: kondensartig verteilte, rundliche Unebenheiten auf Oberflächen_ rechts: von oben nach unten verläuft eine Bildserie, in der ein Tropfen von halbkugelförmig bis eben verteilt auf der Oberfläche verläuft.

© TU Wien

Mikro- und Nanostrukturierte Probenoberflächen. In Abhängigkeit von den Laserparametern können auch hierarchische Strukturen, die sowohl Mikro- als auch Nanostrukturen aufweisen, erzeugt werden. Diese Strukturen zeigen nach der Bearbeitung hydrophiles Verhalten, welches durch eine nachfolgende Aktivierung in ein superhydrophobes Verhalten geändert werden kann (siehe die beiden letzten Spalten rechts).

Messung dünner Schichten

Hier handelt es sich um ein Verfahren zur Oberflächen-Charakterisierung.

Das hier erforschte Messprinzip benutzt einen Polarisations-modulierten Lichtstrahl, erzeugt durch einen SCPEM (Single-Crystal Photo-Elastic Modulator, ein piezo-elektrischer Kristall, welcher resonant angeregt wird). Die Analyse des von der Oberfläche refektierten Signals ergibt die gesuchten ellipsometrischen Parameter ψ und Δ (in °).

Als Vorteil gegenüber konventionellen Ellipsometern ist die enorm hohe Samplingrate von bis zu 40 kHz zu nennen. Im Falle von Bild gebender Ellipsometrie (auch Imaging-Ellipsometrie, ψ und Δ werden innerhalb einer Fläche von ~1mm² ermittelt und bildlich dargestellt.) ist mit Samplingraten von ~10Hz zu rechnen (~0.1Hz bei konventioneller Imaging-Ellipsometrie).

Zu sehen ist die entsprechende Ausgabedatei der Messung in vier Bildsektionen: Bild 1 zeigt die gesamte Folie, die Dickenunterschiede sind farblich angedeutet. Bild 2+3 zeigen den Dickenverlauf über die Breite der Folie. Bild 4 zeigt eine 3D Nachbildung der Oberfläche

© TU Wien

Inline-Messung der Dickenverteilung von PEDOT auf PET-Folie mit stroboskopischer Ellipsometrie

Eine durchsichtige Folie mit roten Streifen wurde aufgespannt zischen mehreren Rollen. Neben der Folie stehen schwarze Bauelemente des Versuchsaufbaus, sowie zwei, verschieden geformte, dicke Glasplatten zwischen einem der Elemente und der Folie.

© TU Wien

Inline 2D-Dickheitsmessung mit stroboskopischer Ellipsometrie

Auf einer schwarzen Lochplatte sind folgende Elemente fixiert und im Bild textuell Beschriftet: zwei Photodioden, Analysator, Probe, Strahl, Polarisator und SCPEM Modulator.

© TU Wien

Versuchsaufbau mit den einzelnen Komponenten