Lukas Anzeletti – Postdoc bei Prof. Gerencser
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Name: Lukas ANZELETTI
Derzeit: Postdoc
Arbeitsbeginn: Oktober 2023
Forschungsgruppe: Prof. Mate GERENCSER
Themengebiet: Stochastische Differentialgleichungen, Regularisierung durch Rauschen
Woran forsche ich? Im Rahmen meines Postdocs untersuche ich Systeme bzw. Gleichungen, die einer Mischung aus deterministischen sowie auch zufälligen Einflüssen unterliegen. Diese sind großteils motiviert aus der Physik und Finanzmathematik. Besonders interessieren mich Situationen, in denen die deterministischen Einflüsse singulär/„rau“ sind und trotzdem durch Zufall ein stabiles oder vorhersagbares Verhalten entsteht. Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist es, herauszufinden, wann solche Systeme trotz aller Zufälligkeit einen eindeutigen Verlauf haben und wie unterschiedliche Arten von Zufallsbewegungen dazu beitragen. Sobald dies sichergestellt ist, untersuche ich die numerische Approximation der eindeutigen Lösung. Obwohl diese Gleichungen aus der Anwendung stammen, beschäftige ich mich rein mit der abstrahierten Version dieser Probleme, formuliert als stochastische Differentialgleichung.
Gibt es einen Zukunftsplan? Um die Frage ehrlich und nachvollziehbar beantworten zu können, muss ich ein wenig ausholen. Ein ehemaliger Bundeskanzler hat angeblich schon in der Sandkiste davon geträumt, in der Zukunft vom Ballhausplatz aus die Fäden der Republik zu ziehen. Naja... Bis zu einem Besuch der Bildungsmesse mit 16 habe ich nicht mal gewusst, dass man Mathematik studieren kann. Die Entscheidung fiel jedoch an Ort und Stelle (für die Uni Wien, den Stand der TU Wien habe ich leider übersehen, mea culpa!). Die ersten zwei Jahre des Studiums habe ich auch nie als Ziel vor Augen gehabt, in die Forschung zu gehen. Im Nachhinein betrachtet war für mich die Bachelorarbeit die Initialzündung, in der ich mich eingehend mit feinen Eigenschaften der Brownschen Bewegung beschäftigen konnte. Dann bin ich rein zufällig über die Ausschreibung einer PhD-Stelle in Paris zum Thema Stochastische Differentialgleichungen gestolpert, und diese sind seitdem ein treuer Begleiter. Übrigens: Im Freundeskreis ist es ein running gag, dass gerade ich jetzt an Differentialgleichungen forsche; bei meiner ersten Lehrveranstaltung zu diesem Thema habe ich mich alles andere als ausgezeichnet...
Wie man vermutlich herauslesen kann, war der Weg in die Forschung großteils ein „Fahren auf Sicht", und bisher bin ich mit diesem Zugang recht gut gefahren. Deshalb versuche ich mich (teils mäßig erfolgreich) nicht allzusehr davon stressen zu lassen, was die Zukunft bringt. Solange es mir Spaß macht, möchte ich noch in der Forschung und/oder Lehre bleiben, und momentan habe ich noch jede Menge Spaß daran.