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News aus der Elektrotechnik

Elektrische Stabilität von 2D-materialbasierten Feldeffekttransistoren

Nach der sub auspiciis Promotion im November 2022, folgt mit dem Hannspeter-Winter-Preis eine weitere Auszeichnung für Theresia Knoblochs hervorragende Forschungsarbeit.

Rektorin Seidler, Preisträgerin Theresia Knobloch, Renate Winter (von links)

© Klaus Ranger

Rektorin Seidler, Preisträgerin Theresia Knobloch, Renate Winter (von links)

Schon seit ihrer Kindheit ist Theresia Knobloch von Naturwissenschaften fasziniert. Diese Faszination und Neugier veranlassten sie dazu, nach der Matura zuerst ein Physik-Studium an der TU Wien zu beginnen. Später fokussierte sie sich auf den Bereich Mikroelektronik, weil „ich wollte mich lieber mit Dingen beschäftigen, die mehr mit unserem Alltag zu tun haben. Dabei finde ich es besonders spannend, wie wir auf kleinsten Größenordnungen von ein paar Hundert Atomen Strukturen herstellen können, die dann von Milliarden von Menschen verwendet werden und unser aller Leben beeinflussen.“

Transistoren, die Grundbausteine des mikroelektronischen Chips

In unserem täglichen Leben kommen wir an Transistoren nicht vorbei, da diese in so gut wie allen elektronischen Geräten verwendet werden. Für ihre Dissertation „Über die elektrische Stabilität von 2D-materialbasierten Feldeffekttransistoren“ erhielt Knobloch am 20. Jänner 2023 den Hannspeter-Winter-Preis. „Ich freue mich sehr über diesen Preis, welcher ausschließlich für Dissertationen von Absolventinnen der TU Wien vergeben wird. Es werden damit herausragende Dissertationen, die Innovationscharakter haben und einen greifbaren Anwendungsfall aufzeigen, hervorgehoben und gewürdigt. Es erfüllt mich mit Stolz, dass meine Arbeit dazugehört.“ erzählt Knobloch.

Mikroelektronische Chips verwenden wir zu tausenden tagtäglich, egal ob im Smartphone, in Tablets, Computern, Spielkonsolen oder Autos und Haushaltsgeräten. In Zukunft werden diese Chips noch viel wichtiger, wenn sich im Internet der Dinge (IoT) alle möglichen Gegenstände wie z. B. Glühbirnen mit dem Internet verbinden und die empfangenen Daten dann auch verarbeiten müssen um beispielsweise im gewünschten Farbton zu leuchten. Gleichzeitig werden auch die Anforderungen an Mikrochips und deren Grundbestandteile, die Transistoren, immer größer. Durch die kontinuierliche Skalierung von Transistoren konnte der Energieverbrauch für jeden Schaltvorgang in den letzten Jahren erheblich reduziert werden, während gleichzeitig die Rechenleistung integrierter Schaltungen erhöht werden konnte. Mittlerweile stößt die moderne Siliziumtechnologie jedoch an ihre physikalischen Grenzen. Zweidimensionale (2D) Materialien, die im Gegensatz zu Silizium ihre hohe Beweglichkeiten in atomar dünnen Schichten behalten, sollen hier zum Einsatz kommen. Grund dafür ist, dass so eine weitere Verkleinerung der lateralen Abmessungen bis hin zu Dimensionen von ca. 30 Atomen möglich ist. In ihrer Arbeit widmet sich Knobloch im Speziellen der Herausforderung, geeignete Gateisolatoren für die Transistoren zu finden, welche mit dem Ziel verbunden ist, 2D Feldeffekttransistoren (FETs) stabil und zuverlässig zu betreiben.

Theresia Knobloch

Theresia Knobloch hat ihr Doktoratsstudium der Elektrotechnik 2021 an der TU Wien abgeschlossen und wurde im November 2022 sub auspiciis zur Doktorin promoviert, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster. Seit 2016 arbeitet sie als Forscherin am Institut für Mikoelektronik, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster an der TU Wien und beschäftigt sich unter anderem mit den Themen CAD-Modellentwicklung und der elektrischen Charakterisierung von neuartigen Transistoren basierend auf atomar dünnen Schichten.
Neben der Verfassung diverser wissenschaftlicher Publikationen, ihrer Lehrtätigkeit und der Betreuung von Abschlussarbeiten engagiert sie sich unter anderem auch bei wissenschaftlichen Veranstaltungen wie der „Langen Nacht der Forschung“ und auf der „Kinderuni“.

Hannspeter-Winter-Preis für herausragende Dissertationen

Seit 2008 wird dieser Forschungspreis jedes Jahr an eine Absolventin des Doktoratsstudiums der TU Wien vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der TU Wien und der BA/CA-Stiftung finanziert. Er wurde im Gedenken an TU-Professor Hannspeter Winter gestiftet, der sich stets für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen eingesetzt hat.

Rückfragehinweis:

Univ.Ass.in Dipl.-Ing. Dr.in techn. Theresia Knobloch, BSc
Forschungsbereich Mikroelektronik
Technische Universität Wien
+43 1 58801 360 59
theresia.knobloch@tuwien.ac.at

Aussenderin:

Mag.a Sonja Murczek
PR und Marketing
Technische Universität Wien
+43 664 60588 2888
sonja.murczek@tuwien.ac.at