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Hedy hebt ab

Raketenstart statt Feuerwerk: Das TU Wien Space Team durchbricht mit Rakete Hedy die Schallmauer und befeuert damit die österreichische studentische Raumfahrt.

Ein Gruppenbild im Freien, die Gruppe hält gemeinsam eine Rakete, im Hintergrund weiße Zelte, der Boden wirkt sandig.

© Martin Schmer

TU Wien Space Team mit Rakete Hedy

Mitte Oktober trat das TU Wien Space Team – eine an der TU Wien verankerte Gruppe raumfahrtbegeisterter Studierender – zu ihrer nächsten Mission an: der European Rocketry Challenge, einem der wichtigsten studentischen Raketenwettbewerbe Europas. Der Antritt bedeutete monatelange Vorbereitung und eine intensive Testkampagne. Es waren Anstrengungen, die sich auszahlten, denn dem Team gelang ein beeindruckender Erfolg: Hedy erreichte eine Höhe von 5.336 Metern, durchbrach mit Mach 1,1 die Schallmauer und erzielte den höchsten Flug in der Kategorie Liquid 9 km. Damit erreichte Hedy den zweithöchsten Flug des gesamten Wettbewerbs.

Lamarr – Next Level Flüssigraketen

Lamarr, das zweite Flüssigraketenprojekt des TU Wien Space Teams, benannt nach der österreichischen Erfinderin Hedy Lamarr, ist innovativ und interdisziplinär angelegt. Dabei ging es um die Entwicklung einer druckgeförderten Flüssigrakete (betrieben mit Ethanol und flüssigem Sauerstoff), die bis zu 9 km Höhe erreicht und 1 kg Nutzlast transportieren kann.

Besonders wichtig ist dem TU Wien Space Team, dass die Rakete vollständig selbst entwickelt wird, eine robuste Sicherheitsarchitektur aufweist und dass Wissen an die nächste Generation Studierender weitergegeben wird.

Leicht und stabil wie ein Uhrwerk 

Hedy wird von einem eigens entwickelten, druckgeförderten Flüssigtriebwerk angetrieben, das rund 2.000 N Schub liefert, und sie ist ein echtes Leichtgewicht: Der Karbon-Raketenrumpf ist auf minimales Gewicht und maximale Festigkeit getrimmt. Mit nur 17,5 kg Trockengewicht ist Hedy die leichteste Rakete ihrer Kategorie.

Am 12. Oktober 2025 um 18:04 Uhr Ortszeit hob Hedy nach erfolgreicher technischer Abnahme und Betankung in Constância ab. Wie das Team berichtet, verlief der Flug „stabil wie ein Uhrwerk, die Telemetrie lieferte durchgehend Daten, und das Apogäum lag bei 5.336 Metern.“ Auch die zweistufige, nicht-pyrotechnische Bergung funktionierte größtenteils wie geplant: „Der Bremsschirm öffnete tadellos, der Hauptfallschirm entfaltete sich aber nur teilweise. Dennoch landete Hedy kontrolliert mit rund 90 km/h. Sie kam mit ein paar Kratzern am Rumpf und den Finnen davon, und der Flug konnte vollständig rekonstruiert und ausgewertet werden“, so das TU Wien Space Team.

Gamechanger Hedy

Der erfolgreiche Flug zeigt, dass studentische Flüssigraketenforschung in Österreich auf höchstem Niveau funktioniert und komplexe Flüssigraketentechnologie können auch an der Universität entwickelt und gestartet werden. Die gewonnenen Flugdaten liefern wertvolle Erkenntnisse für Triebwerksentwicklung, Leichtbau und Avionik und sind die Grundlage für zukünftige Raketenprojekte des Teams.

Hedy ist sicher gelandet, doch das TU Wien Space Team schaut schon längst wieder nach oben und wendet sich seinen nächsten Zielen zu. Wir gratulieren zu diesem großartigen Erfolg und sind gespannt auf die TU Wien Space Team-Projekte des Jahres 2026.

 

Über das TU Wien Space Team 

Das TU Wien Space Team ist ein unabhängiger, studentischer Verein aus Wien. Seit 2010 entwickelt und baut das Team Raketen, Kleinsatelliten und unbemannte Fluggeräte im universitären Umfeld. Neben Forschungs- und Entwicklungsprojekten engagiert sich der Verein stark in der Ausbildung junger Studierender, um den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik zu fördern. 

Kontakt 

TU Wien Space Team
office@spaceteam.at
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