Forschungsprojekte

Übersicht über laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte am IFOER

im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR), 2010

Wie geht es weiter mit der Entwicklung des Emscher Landschaftsparks im Ruhrgebiet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der von Rudolf Scheuvens und Marion Taube am Department für Raumentwicklung, Infrastruktur und Umweltplanung herausgegebenen Denkschrift zum Emscher Landschaftspark mit dem Titel "Der produktive Park". Das Buch mit zahlreichen Fachbeiträgen wurde zum Abschluss des Europäischen Zukunftskongresses zum Emscher Landschaftspark am 1. Oktober 2010 in Essen vorgestellt. Die Denkschrift wirbt dafür, die unterschiedlichen Nutzer_innen und die Menschen der Region stärker als bisher in die aktive Entwicklung, Nutzung und Aneignung des größten Regionalparks Europas einzubeziehen.

  

Rudolf Scheuvens, Marion Taube (Hrsg.): Der Produktive Park. Denkschrift zum Emscher Landschaftspark; Regionalverband Ruhr, Essen/Wien/Dorsten, 2010, ISBN: 978-3-902707-06-2; 216 S.

im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung, Wien 2011/12

Wie das öffentliche Leben einer Stadt zeichnen sich auch die öffentlichen Räume durch vielfältige Möglichkeiten der Nutzung, des Aufenthalts und des Gebrauchs aus. In einer Stadt wie Wien müssen Planung und Stadtentwicklung es sich zur Aufgabe machen, möglichst viel davon zu erhalten, verlorene Vielfalt wiederherzustellen und die Bedingungen dazu zu schaffen, vorhandene Qualitäten fortlaufend zu erneuern und neue zu stimulieren. Die Auseinandersetzung mit den Erdgeschoßen der Stadt, in den gründerzeitlich geprägten Quartieren ebenso wie in neuen Stadtteilen, wird in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Handlungs- und Aktionsfeld. Es ist der Bezug der Erdgeschoße zum öffentlichen Raum, ihre Qualität als Membran zwischen dem Innen und dem Außen, zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, die ihre Bedeutung als Interaktionszone und als „Produktionsmittel der Urbanität“ (Franz Pesch) ausmacht. 

Wie bedeutend die Auseinandersetzung mit der Erdgeschoßen für die Stadt Wien ist, zeigt sich an der Vielzahl an Initiativen, Studien und Modellprojekten, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden. Jedes Projekt, jeder Standort, jede Akteur_innenkonstellation erfordert spezifische Zugänge und Lösungsansätze. Aber: deutlich wird auch, dass solche Prozesse einen stabilen rechtlichen Rahmen und eine Politik des Ermöglichens benötigen. Die Erdgeschoße sind Teile des höchst dynamischen Gebildes Stadt.

Die vom IFOER in Zusammenarbeit mit der MA 18 etablierte «PLATTFORM EG-ZONE» trägt diesem Verständnis Rechnung. Basierend auf bereits erfolgten Initiativen, Studien und Modellprojekten zur Belebung und Nutzung der Erdgeschoßzone wurde ein vielschichtiger Arbeits- und Diskussionsprozess zur Grundlage für die Auseinandersetzung mit Zukunftsperspektiven der Erdgeschoßzonen gestartet. Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei Nutzungsmodelle und Aktivierungsstrategien ebenso wie das Zusammenspiel zwischen dem Innen und Außen, zwischen Politik und Markt, zwischen zivilgesellschaftlicher Verantwortung und staatlicher Steuerung. 

 

Rudolf Scheuvens, Theresa Schütz u.a.: Perspektive Erdgeschoß [=Werkstattbericht Nr. 121]; in Buchreihe "Werkstattberichte", Herausgeber: Stadt Wien; MA 18, Stadtentwicklung und Stadtplanung, Wien, 2011, ISBN: 978-3-902576-56-9, 298 S.

 

im Auftrag der Stadtgemeinde Bad Vöslau, 2011/12

Aufbauend auf den Zielsetzungen eines umfangreichen Planungs- und Beteiligungsprozesses zur Stadterneuerung und den darauf aufbauenden Ergebnissen des städtebaulichen Ideenwettbewerbs “Innenstadt Bad Vöslau” wurde ein strategisches und umsetzungsorientiertes Entwicklungskonzept, ein Masterplan Innenstadt Bad Vöslau erarbeitet. Der vom IFOER erarbeitete Masterplan versteht sich als Koordinationsinstrument, um gemeinsam und aufeinander abgestimmte Ziele der Wirtschaftsförderung und Einzelhandelsentwicklung, der Stadtgestalt und der Nutzungsstruktur anzustreben.

Es war daher von entscheidender Bedeutung, bereits von Beginn an neue Kooperationsformen zwischen der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaft, dem Einzelhandel und der Bürger_innenschaft zu entwickeln und zu pflegen. Der gesamte Planungsprozess wurde zu einer anspruchsvollen Kommunikations- und Gestaltungsaufgabe, zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Lern- und Qualifizierungsprozess.

Übliche Informationsprozesse wurden um neue, kreative Formate der Beteiligung und der aktiven Mitwirkung ergänzt. In den Fokus rückte der offene Dialog, die Auseinandersetzung, das Ringen um Qualität und eine Vorstellung von dem, was die Vöslauer Innenstadt in Zukunft ausmachen soll. 

Eine leerstehende Industriehalle wurde zum ungewöhnlichen und gleichermaßen inspirierenden Orten der kreativen Zusammenarbeit zwischen Bürger_innen und Planer_innen, der Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Eine offene Projektkommunikation schuf die notwendige Transparenz und stellt darüber die notwendige gleiche Augenhöhe und die Sprachfähigkeit der Beteiligten her. 

 

Rudolf Scheuvens, René Ziegler, Philip Krassnitzer: Perspektive Innenstadt: Masterplan zur räumlichen und strategischen Entwicklung der Innenstadt von Bad Vöslau; Wien/Bad Vöslau 2012

in Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 21 B- Stadtteilplanung und Flächennutzungsplanung Süd-Nordost, Wien 2010

Das Zukunftsbild der Stadt kennt keine feste Konturen. Das Arbeiten an der Zukunft beginnt mit der sorgfältigen Lektüre ihrer Strukturen und qualitativen Momente. Die Arbeit erfordert den Dialog und die Verständigung auf Ziele und Werthaltungen. Sie ist darauf angelegt, zur verlässlichen und gleichermaßen motivierenden Orientierungshilfe künftiger Aktivitäten zu werden. All dies kennzeichnet die Anforderungen an die Etablierung einer PLATTFORM MASTERPLAN, bei der der Dialog zur Methode wird.

In der vom Forschungsbereich Örtliche Raumplanung erarbeiteten Publikation „Planung als Prozess - Gestaltung dialogorientierter Planungs- und Umsetzungsprozesse“ geht es vor allem um eine Hilfestellung zur Strukturierung und Programmierung komplexer städtebaulicher Masterplanprozesse.

 

Rudolf Scheuvens, Werner Tschirk, Philip Krassnitzer: Planung als Prozess. Gestaltung dialogorientierter Planungs- und Umsetzungsprozesse [= Werkstattbericht Nr. 109]"; MA 18, Stadtentwicklung und Stadtplanung, Wien, 2010, ISBN: 978-3-902576-42-2; 75 S.

Mit dem Masterplan „Wiener Neustadt 2020“ wurde erstmalig ein strategisches Planungsinstrument für die zukünftige baulich-räumliche Entwicklung für Wiener Neustadt erstellt. Er ist eine „Richtschnur“ für die Stadtentwicklung in den nächsten 10 bis 15 Jahren.

Besonderes Augenmerk wurde bei der Erarbeitung auf die breite Beteiligung von Politik, Verwaltung und externer Akteur_innen gelegt. Während eines Zeitraumes von mehr als zwei Jahren wurde sowohl in verwaltungsinternen Runden als auch durch den extra gegründeten Beirat für „Stadtentwicklung und Betriebsansiedlungen“ das Know-How zahlreicher Expert_innen einbezogen.

Weitere Informationen: Pressefolder (PDF), öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Aufbauend auf der Bearbeitung von drei Grazer Untersuchungs- bzw. Teilgebieten wurde für die Stadt Graz im Zeitraum 1998/99 ein Räumliches Leitbild entwickelt. In diesem Leitbild sind ausgehend von einer Bestandsanalyse die Rahmenbedingungen für die baulich-räumliche Entwicklung des Stadtraumes zu erarbeiten und Leitlinien für diese Entwicklung gebietsbezogen zu erstellen. Als vorbereitende Arbeitsschritte wurden anhand ausgewählter digitaler Datenbestände die Übernahmemöglichkeiten von Originaldaten der Stadt Graz und die EDV-technischen Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der Bestandserfassung, Analyse und Struktur des Leitbildes untersucht.

Die Weiterentwicklung des Siedlungssystems, seiner infrastrukturellen Teilsysteme, seiner Siedlungs- und Bebauungsstrukturen steht aktuell vor großen Herausforderungen, die in einem vielfältigen, teils dynamischen Wandel der Rahmenbedingungen (z.B. demografischer Wandel, Klimawandel) und einer Verknappung der verfügbaren Ressourcen (Grund und Boden, Energie) begründet sind. Diese Problematik wird durch den ungebremsten Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen verschärft.
Den Forderungen nach Energieeinsparung, Ökobilanzen und Stoffstrommanagement im Gebäudebereich wird seit geraumer Zeit auf Objektebene Rechnung getragen. Konzepte für die Errichtung von Niedrigenergiehäusern über Passivhäuser bis hin zu energieautarken Häusern liegen vor und werden als Einzelbeispiele in der Praxis umgesetzt. Das auf bebauungs- und siedlungsstruktureller Ebene gegebene Einsparungspotenzial in Energie- und Ressourcenfragen ist enorm, wird aber so gut wie nicht ausgeschöpft. Geeignete Konzepte auf der Maßstabsebene von Siedlungs- und Bebauungsstrukturen, die zum Ziel haben, den Energieeinsatz und Ressourcenverbrauch durch Reproduktion, Substitution und Regeneration zu begrenzen sowie Nutzeransprüche, Stadtökologie, Stadtgestalt und den öffentlichen Raum ausgewogen zu berücksichtigen, fehlen oder werden in der Planungspraxis nur unzureichend berücksichtigt. 
Gefordert sind Siedlungssysteme, die sowohl den Qualitätsanforderungen der Landschafts- und Stadtgestalt wie der Ressourceneffizienz auf siedlungsstruktureller Ebene genügen müssen.

Langfassung unter:  www.arge-projekte.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Im Kontext einer zeitgemäßen Naturschutzgesetzgebung für das Bundesland Wien wurden durch die Differenzierung des Stadtgebietes nach "stadtökologischen Funktionstypen" Grundlagen für eine ökologisch orientierte Stadtplanung geschaffen und damit ein Beitrag zu einem dynamischen, räumlich integrierten Naturschutz geleistet.

Im vorliegenden Projekt wird ein für die Methodik der Raumverträglichkeitsprüfung brauchbares, d.h. operationalisierbares „Modell des Raumes“ entwickelt. Es wird dazu von einer differenzierten Betrachtung des als System verstandenen Raumes ausgegangen: "Gestalt", "Haushalt" und "Bild" des Raumes werden dargelegt. Dazu bietet die vorliegende Arbeit zur systematischen Erfassung von Bestand (Ist) und Planung (Soll) einen "Korb" von Merkmalen / Bewertungskriterien und möglichen Indikatoren an, auf die problem- und projektorientiert nach Bedarf zugegriffen werden kann.

Die Lebensbedingungen in den Dörfern haben sich einerseits verbessert, andererseits sind durch den Strukturwandel viele Funktionen verloren gegangen. Seit Beginn der 1970er Jahre sind zahlreiche Initiativen gestartet worden, die sich mit dem ländlichen Raum beschäftigen. Eine kritische Betrachtung dieser Maßnahmen und Initiativen sowie das Aufzeigen neuer, dynamischer Planungsprozesse für den ländlichen Raum unter Einbeziehung der Bevölkerung sind Inhalt dieser Arbeit.

Den Forderungen nach Energieeinsparung, Ökobilanzen und Stoffstrommanagement im Gebäudebereich wird seit längerer Zeit Rechnung getragen. Geeignete Rahmenbedingungen der Stadtentwicklungsplanung, Bebauungsplanung und Verkehrsplanung, die die Begrenzung des Ressourcenverbrauches zum Ziel haben, sind jedoch noch zu wenig bekannt. Diese Arbeit behandelt die Entwicklung von energieeffizienten Bebauungsstrukturen unter Einbeziehung der energetischen Optimierung des Einzelobjektes.

Die vorliegende Arbeit diskutiert den möglichen Leistungsbereich eines „(Stadt-)Raum-Labors“, verstanden als raum­bezogene Simulationsumgebung, die einen experimentellen Umgang mit „Raum“ ermöglichen soll. Dieses Labor soll zentrales Arbeitsmittel für ein „raumbezogenes Qualitätsmanagement“ sein, mit seinen Möglichkeiten Planungs- und Gestaltungsprozesse unterstützen und durch Anschaulichkeit von Planungs­maßnahmen einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung bei allen am Planungsprozess beteiligten Akteur_innen leisten.

Für die räumlich-strategisch wesentlichen Entwicklungsräume Ratzersdorf und St. Georgen, denen über die kommunalen Grenzen der Landeshauptstadt St. Pölten hinaus Bedeutung zukommt, wurden an Hand einer kombinierten „bottom-up“- und „top-down“-orientierten Vorgehensweise verschiedene Entwicklungsszenarien ausgearbeitet.

Leistungsumfang ist die Evaluierung von ausgewählten Örtlichen Entwicklungskonzepten des Bundeslandes Oberösterreich mittels eines Kataloges von Qualitäten und Prüfkriterien. Eine strukturierte Analyse der Textteile und Funktionspläne bilden die Grundlage für eine zusammenfassende Bewertung und Ausarbeitung von Empfehlungen.