Die verschiedenen gesetzlich möglichen Berufungsverfahren

Gesetzlich mögliche Berufungsverfahren

Juristisch gesehen, sind die Berufungsverfahren in §98, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster des Universitätsgesetzes 2002 (Berufungsverfahren für Universitätsprofessor_innen) und §99, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster bzw. §99a , öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster(Abgekürzte Berufungsverfahren für Universitätsprofessor_innen) grundsätzlich geregelt.

Hier eine tabellarische Auflistung und eine Beschreibung der gesetzlich möglichen Berufungsverfahren (BV):

Art des BV befristete/unbefristete Stelle Ausschreibung Auswahlgremium Kurzbeschreibung Nennung im Entwicklungsplan
§ 98      unbefristet (nur in Ausnahmefällen befristet) national/ international Berufungskommission (durch Senat eingesetzt) klassische Professur, in erster Linie für externe Personalgewinnung ja, namentlich (außer bei einer Befristung < 3 Jahre)
§ 99(1) befristet (max. 5 Jahre), Entfristung nur durch ein § 98 Verfahren national/ international keine Berufungskommission (anderes Gremium) für kurzfristige Personalgewinnung extern oder intern nein
§ 99(4) unbefristet national Berufungskommission (durch Senat eingesetzt) Karrieremöglichkeit für Inhouse Kandidat_innen (Associate Prof. oder a.o. Prof.) nicht namentlich, nur Zahl
§ 99a  befristet auf 5y, Entfristung möglich (QV) weder noch keine Berufungskommission (anderes Gremium) für Rekrutierung herausragender Persönlichkeiten nein

§ 98, § 99(4) und § 99a Professuren sind durch den universitätsspezifischen Satzungsteil Berufungsverfahren, öffnet eine Datei in einem neuen Fenster ausformuliert bzw. durch dessen Erläuterungen zum Berufungsverfahren, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster näher erklärt. § 99(1) Verfahren sind in einem Informationsblatt, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster näher erläutert.

§ 98 Professuren

(siehe auch §98 und §99(4) Berufungsverfahren)

§ 98 Professuren sind die klassischen Professuren und werden in der Regel unbefristet ausgeschrieben. Nach der Einleitung des Berufungsverfahrens durch das Rektorat wird vom Senat eine Berufungskommission eingesetzt, die nach dem Ende der Bewerbungsfrist - die Ausschreibung erfolgt sowohl national als auch international - die Aufgabe hat, u.a. mit Hilfe von externen Gutachten eine Liste der (im Regelfall drei) bestgeeigneten Kandidat_innen zu erstellen. Die/der Rektor_in wählt aus dieser Liste und startet so die Berufungsverhandlungen.

Unbefristete oder länger als 3 Jahre befristete § 98 Professur werden im Entwicklungsplan einer Universität festgelegt bzw. „gewidmet“. Für die TU Wien gilt momentan der „Entwicklungsplan 2025+ der Technischen Universität Wien, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (Version 3 vom Oktober 2021)“, in dem die geplanten § 98 Professuren für die Perioden 2021-2024 und 2025-2028 festgelegt wurden. 

§ 99(1) Professuren:

§ 99 Abs. 1 UG Professuren werden durch ein verkürztes Verfahren für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren befristet aufgenommen. Eine Verlängerung der Bestellung ist nur nach Durchführung eines Verfahrens nach § 98 möglich. § 99(1) Professuren stellen eine Möglichkeit dar, befristete Stellen relativ schnell (es ist hier nicht vorgesehen, eine Berufungskommission einzusetzen) zu besetzen; es müssen hier lediglich die Universitätsprofessor_innen des fachlichen Bereichs gehört werden. Die Ausschreibung erfolgt national (Mitteilungsblatt der Universität) und international.

Im Entwicklungsplan werden diese Professuren nicht gelistet.

§ 99(4) Professuren:

(siehe auch §98 und §99(4) Berufungsverfahren)

Das Berufungsverfahren gemäß § 99 Abs. 4 UG richtet sich an Universitätsdozent_innen und Assoziierte Professor_innen der eigenen Universität und stellt somit einen In-House Karrierepfad dar. Sie sind unbefristete Stellen. Die Ausschreibung erfolgt nur national durch das Mitteilungsblatt der Universität. Für das Verfahren selbst wird vom Senat eine Berufungskommission eingesetzt.

Im Entwicklungsplan wird dazu lediglich die Anzahl der hierfür freizugebenen Stellen festgelegt.

§ 99a Professuren:

Professuren nach § 99a UG sind ebenfalls verkürzte Berufungsverfahren zwecks "proaktiver Gewinnung wissenschaftlich bzw. künstlerisch herausragender Persönlichkeiten“. Im Gegensatz zu § 99(1) Professuren ist eine § 99a Professuren vorweg auf 5 Jahre befristet,  kann jedoch nach erfolgreicher Durchführung einer Qualifikationsprüfung entfristet werden.

Eine fachliche Widmung im Entwicklungsplan ist nicht vorgesehen.

§ 99 (5-7) Tenure-Track:

Eine Tenure-Track-Stelle gemäß § 99 Abs. 5-7 UG ermöglicht - nach Erwerbung eines Doktorats - eine wissenschaftliche Karriere an einer Universität auf einer sogenannten "Laufbahnstelle" (Erstellung einer Qualifizierungsvereinbarung, Assistant Professor_in), die bei positiver Erfüllung der Qualifizierungsvereinbarung in eine unbefristete Stelle als Assoziierte_r  Universitätsprofessor_in mündet. Näheres dazu ist in der Richtlinie Laufbahnstellen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster erklärt.

Weitere Informationen:
Professuren in Österreich
§ 98 und § 99(4) Berufungsverfahren