Charakterisierung von MVA-Aschen

Aschen aus Müllverbrennungsanlagen (MVAs) enthalten noch relevante Mengen an Wertstoffen wie Metalle, Glas und Mineralien. Letztere können, nach entsprechender Vorbehandlung, in der Bauindustrie eingesetzt werden. Um festzustellen, welche Mengen an diesen Materialien sich in verschiedenen MVA Aschen befinden, wurden Proben genommen. Dabei wurde nach Bettaschen aus Wirbelschichtanlagen und Rostaschen aus Rostfeuerungsanlagen unterschieden. Die Proben wurden anschließend händisch charakterisiert und chemisch analysiert. Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Aschen, vor allem nach Verbrennungstechnologie. So dürften sich etwa Bettaschen aus der Wirbelschicht sehr gut für das Glasrecycling eignen. In Rostaschen liegt das Glas in geringeren Anteilen sowie niedrigerer Qualität vor (Blasenbauer et al., 2023, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster). 

Bettasche

Aufbereitung von MVA Bett- und Rostasche

Um festzustellen, welche Mengen an Wertstoffen aus MVA Bett- und Rostaschen gewonnen werden können, führen Julia Mühl, Simon Hofer, Felix Feher, Stefan Paul, Nico Scherzer und Caroline Luszczak Technikums- und Großversuche durch. Bei den Großversuchen werden zwischen 150-500 Tonnen Aschen in Österreichs modernster Aufbereitungsanlage für MVA Aschen aufbereitet. Die Beprobung erfolgt mittels Radlader und zufällig. Die Zufallsmischprobe wird anschließend nach Vorgabe der Theorie der Probenahme geteilt und einerseits für weitere Versuche, andererseits für händische Charakterisierung und Laboranalysen verwendet (Mühl et al., 2022).

Probenahme Asche Müllverbrennung

Recycling der gewonnenen Wertstoffe

Durch die Aufbereitung von MVA Bett- und Rostaschen entstehen grundsätzlich drei Arten von Wertstoffen, die sich für das Recycling eignen: Metalle, Glas, und Mineralik.

Recycling von Glas aus MVA Bettascheaufbereitung

Während die Metallfraktionen heute schon ins Recycling gehen, findet das für Glas in viel geringerem Ausmaß statt. Bei den Großaufbereitungsversuchen werden jedoch besonders aus Bettaschen Glasfraktionen mit einer Reinheit von je nach Asche 80-99% Glasanteil gewonnen. Durch weitere Aufbereitung soll der Glasanteil weiter erhöht und der Störstoffanteil weiter reduziert werden.

Glas aus Müllvebrennungsbettaschen

Recycling der Mineralik als Gesteinskörnung im Beton

Die mineralische Fraktion wird charakterisiert, chemisch analysiert und bei Bedarf weiter aufbereitet, um die Grenzwerte zum Einsatz im Beton zu ermöglichen. Im Anschluss werden Betonrezepturen entwickelt und sowohl die Gesteinskörnungen, als auch die Betone, normgerecht geprüft.

Beton aus Müllverbrennungsbettaschen

Literatur

Blasenbauer, D., Huber, F., Mühl, J., Fellner, J., & Lederer, J. (2023). Comparing the quantity and quality of glass, metals, and minerals present in waste incineration bottom ashes from a fluidized bed and a grate incinerator. Waste Management161, 142-155. DOI: https://doi.org/10.1016/j.wasman.2023.02.021, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Mühl, J., Feher, F., Skutan, S., Stockinger, G., Lederer, J., 2022. Rost- oder Wirbelschichtfeuerung bei Abfallverbrennungsanlagen: Was ist aus Sicht der Kreislaufwirtschaft von MVA-Aschen zu bevorzugen? (Grate Furnace or Fluidized Bed in Municipal Solid Waste Incineration Plants: What to Prefer from the View of a Circular Economy of MSWI-Ashes?), In: Thiel, S., Thomé-Kozmiensky, E., Senk, D.G., Wotruba, H., Antrekowitsch, H., Pomberger, R. (Eds.), Mineralische Nebenprodukte und Abfälle, Band 9, 228–245. ISBN: 978-3-944310-58-9.