Laufende Dissertationsprojekte

Die folgenden Dissertationsprojekte werden zur Zeit am Forschungsbereich Soziologie bearbeitet:

Rewiring Power – Reshaping Energy Distribution and Statehood through the National Smart Grid Mission in India

Lucas Barning | Geplante Fertigstellung 10/2023

Betreuer: Simon Güntner | Ashwini K. Swain, Centre for Policy Research (New Delhi), öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

The dissertation project (2019-2023) examines the changing relation between electricity consumers and the state in the transformation from conventional to “Smart Grid” (SG) energy systems at the example of the National Smart Grid Mission (NSGM, 2015-2025) in India. Informed by Assemblage Theory, the project focuses on the reconfiguration of a variety of actors (e. g. governmental institutions, private companies and consumers, but also policies, technologies and practices) which is understood to alter the scales and places of energy governance and concomitantly to reshape statehood.

Co-Creation in der nachhaltigen Stadtplanung“

Lukas Franta | Geplante Fertigstellung: 2023

Betreuer:

Co-creation als neue, erweiterte Form der Partizipation findet zusehends Eingang in die Stadtplanung als Konzept zur nachhaltigen Transformation von Städten und Quartieren und Förderung von sozialer Innovation. Während das Konzept Co-creation in aller Munde ist und sich in immer mehr Programmen und Politiken wiederfindet, bleibt oft ungeklärt, wodurch sich Co-creation eigentlich von „bekannter“ Partizipation unterscheidet und wie „gute“ Co-creation in der nachhaltigen Stadtplanung gelingen kann. Mein Dissertationsvorhaben fokussiert daher zum einen auf die Klärung des Begriffs von Co-creation und einer Abgrenzung von Partizipation. Zum anderen werden basierend auf einer Analyse von Co-creationsprozessen auf der Quartiersebene anwendungsorientierte Empfehlungen für die Einbettung von Co-creationsprozessen in die nachhaltige Stadtplanung erarbeitet.

Energiekonsum, Stadt & soziale Milieus

Nadine Haufe | Geplante Fertigstellung: 2022

Betreuer: Jens Dangschat

Mit den immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels und Diskussionen um die Energie- und Verkehrswende sowie der Forderung nach lebenswerten Städten wächst die Einsicht, dass auch der individuelle Konsum von Energie in Städten sich ändern muss, um die Klimaziele von Paris zu erreichen und damit negative Langzeitfolgen für Umwelt und Gesellschaft zu begrenzen.

Um die Effektivität von Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Energiekonsumpraktiken in den CO2-intensiven Bereichen Wohnen und Mobilität zu steigern, wird seit einigen Jahren anhand von sozialen Milieus, d.h. mit einstellungsbasierten Ansätzen, die Bevölkerung in (Ziel-)Gruppen segmentiert – allzu häufig bleiben jedoch räumlich-materielle Aspekte unberücksichtigt und gewünschte Erfolge hinter den Erwartungen zurück.

Ziel der Dissertation ist es, ein milieuspezifisches Modell zur Beschreibung und Erklärung des individuellen Energiekonsums in den Bereichen Wohnen und Mobilität unter Einbeziehung der räumlich-materiellen Dimensionen zu bestimmen, um ökologisch nachhaltigen Energiekonsum mit zielgruppengenauer Ansprache besser zu fördern. Sozial-räumliche Bedingungen für ökologisch nachhaltigen Energiekonsum in der Stadt und milieuspezifische Barrieren für Verhaltensveränderungen in den Bereichen Mobilität und Wohnen werden, auf Basis einer Wiener Studie, identifiziert und daraus Konsequenzen für das Handeln gesellschaftlicher Akteure (Politik, Kommunen, Unternehmen, Verbände, Initiativen) bzw. das Setzen von Maßnahmen (Informationskampagnen, Förderpolitik, ordnungsrechtliche Instrumente) abgeleitet.

Ein Kinderrecht auf Stadt?

Korinna Lindinger | Geplante Fertigstellung: 2022

Betreuer: Simon Güntner 

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit städtischem Raum aus Perspektive von Kindern aus armutsbetroffenen Familien. Die Lebenswelten von Kindern unterscheiden sich, auch von jenen, die eine Nachbarschaft oder ein Wohnhaus teilen. Jedes 3. Kind wächst in Wien unter der Armutsgefährdungsgrenze auf, gerade für sie sind Qualitäten und Angebote des städtischen Raums oft wichtig. Die Fallstudie richtet den Blick auf den 18. Wiener Gemeindebezirk, wo Armut oft unsichtbar ist, wo Freiflächen knapp sind und der öffentliche Raum „ohnehin anderen gehört“ stellt sich die Frage nach einem Kinderrecht auf Stadt besonders deutlich.