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Andreas Stollwitzer erhält VCE-Innovationspreis

Der Brückenbau stellt höchste Anforderungen an die Ingenieurskunst. Andreas Stollwitzer hat mit seiner Dissertation einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Planung von Brücken geleistet und wurde nun dafür ausgezeichnet.

Die Rektorin der BOKU überreicht Preisträger Andreas Stollwitzer seine Urkunde. Sie im Talar, er im dunklen Anzug.

© Christoph Gruber, BOKU IT

Mit dem VCE-Innovationspreis werden herausragende ingenieurwissenschaftliche Leistungen und innovative technische Beiträge gewürdigt, die als Diplom- bzw. Masterarbeit, Dissertation oder Habilitation verfasst wurden. Am 24.11.2022 war es wieder soweit und der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbundene Preis wurde im Festsaal des Gregor-Mendel-Hauses der Universität für Bodenkultur, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (BOKU) vergeben. Ausgezeichnet wurden Arbeiten, die sich mit der Verbesserung der Klimabilanz und der Erreichung der Klimaziele in den Bereichen Eisenbahnwesen, Brückenbau und Betonbau beschäftigen.

Erster Platz für Andreas Stollwitzer

Der erste Platz des renommierten Preises wurde Andreas Stollwitzer vom Institut für Tragkonstruktionen im Forschungsbereich Stahlbau, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster für seine Dissertation „Entwicklung eines Ansatzes zur rechnerischen Bestimmung der Dämpfung von Eisenbahnbrücken mit Schotteroberbau, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“ zuerkannt. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Josef Fink, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Aigner bei Andreas Stollwitzer die Leidenschaft für den Brückenbau entfacht hat, so dass er sich bereits in seiner Diplomarbeit dem Thema widmete. Fasziniert war er freilich schon als Kind von den Meisterwerken der Statik, wie Stollwitzer erzählt.

Stollwitzers forscherische Leistung wurde bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet, davor erhielt er den vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (BMBWF) verliehenen Staatspreis für die besten Dissertationen, den Award of Excellence, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (hier, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster weiterlesen).

Belastete Meisterwerke der Statik

Brücken müssen einiges aushalten,  z.B. Züge, denn sie stellen für Eisenbahnbrücken eine statische, und – bei entsprechenden Geschwindigkeiten – auch eine dynamische Belastung dar, erklärt Andreas Stollwitzer. Besonders im Hochgeschwindigkeitsverkehr könne dies zu übermäßig starken und dadurch gefährlichen Brückenschwingungen führen. Daher müssten Eisenbahnbrücken hinsichtlich ihres dynamischen Verhaltens rechnerisch untersucht werden: um übermäßige Schwingungsereignisse prognostizieren zu können und Maßnahmen zu deren Vermeidung zu treffen. Dabei haben die rechnerisch angesetzten Dämpfungseigenschaften der Brücke – ausgedrückt über das sogenannte Lehr‘sche Dämpfungsmaß – einen essenziellen Einfluss auf die prognostizierten Brückenschwingungen. Bisher war es nur durch aufwendige und kostenintensive in-situ Messungen am Tragwerk möglich, das real vorhandene Dämpfungsmaß vorherzusagen. Stollwitzers Leistung besteht darin, dass er in seiner Dissertation einen Ansatz zur rechnerischen Bestimmung des Dämpfungsmaßes von Eisenbahnbrücken in einer der Realität entsprechenden Größenordnung herleitet. Durch diese erstmals mögliche Berechnung des Dämpfungsmaßes konnte er die nach wie vor bestehende Diskrepanz zwischen Messung und Rechnung in der ingenieurpraktischen Brückendynamik verringern. Damit hat er einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit von Eisenbahnbrücken geleistet.

Wir gratulieren dem Preisträger!