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Awards of Excellence an fünf TUW-Dissertanten

Exzellent! Fünf Dissertationsprojekte wurden mit dem Staatspreis für die besten Dissertationen ausgezeichnet.

Vier einzelne Porträtbilder als Collage zusammengestellt. Alle haben einen hellen Hintergrund bis auf links das Bild oben.

Vier der TUW-Award of Excellence-Preisträger 2021

Roland Graf, Markus Hecher, Andreas Stollwitzer und Richard Wagner

Maximilian Bernkopf, Roland Graf, Markus Hecher, Andreas Stollwitzer und Richard Wagner zeigen mit ihren prämierten Dissertationsprojekten, welch hochwertige und vielfältige Forschungslandschaft die TU Wien aufweist.

Fünf von 40 Awards of Excellence, dotiert mit je € 3.000,-, wurden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster verliehen. Leider hat SARS-CoV-2 der festlichen Verleihung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie geplant, erhielten die Ausgezeichneten am 7. Dezember 2021 dennoch Urkunden und Preisgeld. Herzliche Gratulation den Preisträgern!

Die Award of Excellence-Preisträger und ihre Projekte

Die Projekte beschäftigen sich mit grundlegenden Fragen des Computing, dem Wert des Spielerischen in der Technologie, lösen offene Fragen in der Programmierung oder für die Sicherheit von Eisenbahnbrücken und gehen tiefen Fragen zu Kausalität und Realismus nach. Herzliche Gratulation den Preisträgern!

Dipl.-Ing. Dr. techn. Maximilian Bernkopf :
Finite Element Analysis of the Heterogeneous Helmholtz Equation and Least Squares Methods”.
Institute for Analysis und Scientific Computing, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Betreuer Prof. Dr. Jens Markus Melenk

Maximilian Bernkopf beschäftigte sich mit mathematischen Methoden, um die Helmholtz-Gleichung zu lösen. Die Helmholtz-Gleichung ist eine Differentialgleichung, die in der Physik bei Wellenphänomenen eine wichtige Rolle spielt. In seiner Arbeit ging Bernkopf der Frage nach, wie die Helmholtz-Gleichung am Computer am besten dargestellt und gelöst werden kann.

Dipl.-Ing. Dr.techn. Roland Graf: 
„Von Pink zu Pong: Spuren einer Annäherung von Kunst und spielgeleiteter Innovation“
(Originalfassung: "From Pink to Pong: Tracing a Convergence of Art and Ludic Engineering")
Institut für Kunst und Gestaltung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Betreuerin: Univ.Prof. Mag.art. Christine Hohenbüchler

Roland Graf beschäftigt sich in seiner Dissertation mit künstlerischen und spielerisch-technischen Entwicklungsansätzen an der Schnittstelle von interaktiver Kunst und Mensch-Computer-Interaktion (HCI). Grundlage dafür ist eine Fallstudie über den Forschungsverlauf der KunstinstallationSolar Pink Pong, in der das „Spielerische“ als erfinderisches Element im Mittelpunkt steht.
Ein zentrales Anliegen Grafs ist es, widersprüchliche Sichtweisen an dieser Schnittstelle zu überbrücken und den operativen Wert spielerischen Denkens und Verhaltens für die Erfindung von Technologien für den gelebten Körper besser zu verstehen. In diesem Sinne gibt die Dissertation Antworten auf die Frage, welche Bedeutung spielerische Ingenieurskunst (Ludic Engineering) bei der Entwicklung neuer Technologien haben kann.

Roland Graf setzt in diesem Projekt , öffnet eine externe URL in einem neuen Fensterdie Erkenntnisse seiner Arbeit direkt um.

Dipl.-Ing. Dr. techn. Markus Hecher, BSc
"Advanced Tools and Methods for Treewidth-Based Problem Solving"
Binationale Dissertation: TUW: Forschungsbereich Databases and Artificial Intelligence, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster Betreuer: Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Stefan Woltran und Universität Potsdam,Institute of Computer Science, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Betreuer: Prof. Dr. Torsten Schaub

In den letzten Jahrzehnten konnte ein beachtlicher Fortschritt bei der Entwicklung schneller Computerprogramme zur Lösung aussagenlogischer Formeln verzeichnet werden. Dabei ist es wichtig, die logische innere Struktur des Problems zu verstehen. Die Art, wie Aussagen logisch miteinander zusammenhängen, kann graphisch auf eine Weise dargestellt werden, die an die Struktur eines Baumes erinnert. Wie „baumähnlich“ eine Struktur ist, lässt sich mit der sogenannten „Baumweite“ angeben. Hechers Arbeit erlaubt genau zu untersuchen, wie sich die Baumweite ändert, wenn man bestimmte Probleme in andere Probleme überführt. Damit gelang es, eine lange offen gebliebene Frage betreffend aussagenlogischer Formeln bei beschränkter Baumweite zu beantworten und eine neue Methodologie für eine Vielzahl von Aufgabenstellungen zu entwickeln.
Hecher wird damit wiederholt für seine Forschungen ausgezeichnet, denn bereits im Jahr 2020 wurde ihm der Marco Cadoli Best Student Paper Award verliehen (siehe Beitrag, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster).

Dipl.-Ing. Dr. techn. Andreas Stollwitzer, BSc
„Entwicklung eines Ansatzes zur rechnerischen Bestimmung der Dämpfung von Eisenbahnbrücken mit Schotteroberbau“
Institut für Tragkonstruktionen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Betreuer: Univ.-Prof. DI Dr.techn. Josef Fink

Für Eisenbahnbrücken stellt der überfahrende Zug eine Belastung dar, die besonders im Hochgeschwindigkeitsverkehr zu ausgeprägten Brückenschwingungen führen kann. Andreas Stollwitzer widmet sich in seiner Dissertation der mechanischen Modellbildung der Brücke. Dabei legt er den Schwerpunkt auf die dynamischen Eigenschaften des Schotteroberbaues.

Stollwitzer ermöglicht durch seine Dissertation erstmals eine rechnerische Bestimmung des Dämpfungsmaßes und stellt dadurch eine evidenzbasierte Alternative zu konservativ ausgelegten normativen Vorgaben vor. Damit gelingt es, die nach wie vor bestehende Diskrepanz zwischen Messung und Rechnung in der ingenieurpraktischen Brückendynamik zu verringern und Potentiale für eine prädiktive Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur zu eröffnen.

Mag.rer.nat. Dr.techn. Richard Wagner
"Quantum Causality and Macrorealism Studied With the Neutron Interferometer"
Atominstitut, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Betreuer: Prof. Dr. Yuji Hasegawa

Richard Wagner widmete sich in seiner Dissertation der Anwendung eines der grundlegendsten Experimente der Quantenmechanik: Ganz ähnlich wie beim berühmten Doppelspaltexperiment mit Licht wird ein Teilchenstrahl aus Neutronen in zwei Pfade aufgeteilt und danach wieder zusammengeführt. Der Strahl überlagert sich mit sich selbst und dabei entstehen Interferenzmuster, wodurch sich die Wellennatur von Materie zeigen lässt. Auf diese Weise wurde tiefen Fragen zu Kausalität und Realismus nachgegangen, die scheinbar unserer Alltagserfahrung zuwiderlaufen.

Der Award of Excellence, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster wird aus Mitteln der Studienförderung finanziert wird und ist mit 3.000,-- Euro dotiert. Mit ihm werden seit 2008 die 40 besten Dissertationen des abgelaufenen Studienjahres honoriert. Die Vorschläge dafür kommen von den Universitäten.