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Hall of Fame

Johannes Pötzl wurde 1930 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Mathematik und Physik und dissertierte mit einer zahlentheoretischen Arbeit über Sternkörper bei Edmund Hlawka. Zusätzlich erwarb er das Diplom in Technischer Physik. Seinen Interessen folgend studierte er dabei auch Fächer der Nachrichten- und Hochfrequenztechnik bei Prof. König, der ihm 1956 eine Mitarbeiterstelle an seinem Institut anbot.

Pötzl erkannte früh die Bedeutung der Halbleiterbauelemente und wandte sich intensiv den physikalischen Grundlagen und den Anwendungen dieser neuen Bauteile zu. Als 1966 seine Berufung auf einen Lehrstuhl in Karlsruhe unmittelbar bevorstand, gelang es seinem Förderer König, die Schaffung einer neuen Lehrkanzel für physikalische Elektronik zu erreichen, die ad personam Hans Pötzl gewidmet wurde. Durch Pötzl war das Gebiet der Halbleiterelektronik in die Fakultät für Elektrotechnik eingebracht worden und mit der neuen Lehrkanzel konnte er hier eine überaus fruchtbare Tätigkeit entfalten, durch die nicht nur er sondern auch viele seiner Schüler international bekannt und renommiert wurden.

Pötzl war trotz seines enormen Wissens unerhört bescheiden. Allen kam er unabhängig von deren Stellung immer freundlich und hilfsbereit entgegen. So wie er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten um Verständnis und Klarheit bemüht war, so waren auch seine Vorlesungen vorbildlich in Struktur und Vortrag.

Seine letzten fünf Lebensjahre waren von einem Krebsleiden überschattet. Diesem zum Trotz arbeitete er – zuletzt schon schwer gezeichnet aber immer begleitet von seiner Familie – ungebrochen weiter, bis er 1993 im Alter von 63 Jahren seiner Krankheit erlag. Zu seinem Andenken trägt der Hörsaal EI 8 seinen Namen.

Heinz Zemanek (1920-2014)

Herbert König wurde 1908 in Neufeld im Burgenland geboren. Er studierte Physik an der Universität Wien und dissertierte dort bei Hans Thirring über die Elektronenemissionen von Oxidkathoden. Nach der Promotion trat er 1933 bei Siemens&Halske in Berlin ein, wo er als Entwicklungsingenieur im Röhrenwerk und später als Gruppenleiter im Mikrowellenlabor arbeitete. 1943 wechselte er zu Siemens nach Wien und übernahm dort die Leitung des Röhrenlabors sowie der Röhrenfertigung. Er habilitierte sich an der Technischen Hochschule in Wien mit einer grundlegenden Arbeit über „das Verhalten von Elektronenströmungen im elektrischen Längsfeld“ und wurde 1944 zum Dozenten ernannt. König hatte unabhängig von den bekannten Arbeiten von Llewellyn und Peterson eine umfassende Laufzeittheorie der Elektronenröhren entwickelt, die ihm hohes internationales Ansehen einbrachte.
    
1949 wurde König als Professor für Hochfrequenztechnik an die Technische Hochschule in Wien an die Lehrkanzel für Hochfrequenztechnik berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 30 Jahre lang wirkte. Auf dem Gebiet der Mikrowellentechnik untersuchte er das Rauschen und die Energieverhältnisse in Mikrowellenröhren. 1962 wandte er sich der Lasertechnik zu. Der erste Laser Österreichs wurde an seinem Institut gebaut. Unter Königs Leitung wurden wertvolle Beiträge zur Lasermodulation, zur optischen Nachrichtenübertragung, sowie zur Plasma- und Halbleitertechnik geleistet.

Die Wirkung der großen verantwortungsvollen und liberalen Persönlichkeit Königs spiegelt sich in seiner Schule wieder, aus der zehn Universitätsprofessoren und zahlreiche führende Persönlichkeiten der Industrie hervorgegangen sind. Seinen Ruhestand verlebte König in seinem Haus in Rossatz in der Wachau. Er verstarb 1985 im Alter von 76 Jahren.

Ehrenmedaille der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

 

2009 führt das Rektorat Fakultäts-Ehrenmedaillen für besondere Leistungen in Wissenschaft und Lehre ein. Namensgeber der Medaille der Elektrotechnik und Informationstechnik ist Rudolf Kompfner, der Erfinder der Wanderfeldröhre für Mikrowellen.

Die Rudolf-Kompfner-Medaille wurde bisher an vier Persönlichkeiten verliehen.

2010 an Heinz Zemanek "für seine bahnbrechenden Verdienste um die Entwicklung der Informationstechnologien, insbesondere für seine Beiträge zur formalen Definition der Programmiersprache PL/I, die zur Grundlage vieler moderner formaler Computersprachen wurde."1

2012 an Erich Gornik "für seine Arbeiten auf dem Gebiet der III-V-Heterostrukturen und der strahlenden Rekombination von Ladungsträgern sowie für seine Verdienste um die Einrichtung des Zentrums für Mikro- und Nanostrukturen an der Technischen Universität Wien."1

2014 an Gottfried Magerl "für seine Pionierarbeiten zur optischen Spektroskopie, für seine Entwicklungsarbeiten zur Mikrowellentechnik, für seine gestalterischen Beiträge zur Telekommunikation sowie seine Verdienste um die Entwicklung und Führung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik."1

2017 an Alexander Weinmann "für seine hervorragenden Verdienste um die Gründung, Entwicklung und Führung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität Wien."1

1 Text der Verleihungsurkunde