Hall of Fame

Unsere Hall of Fame

Johannes Pötzl wurde 1930 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Mathematik und Physik und dissertierte mit einer zahlentheoretischen Arbeit über Sternkörper bei Edmund Hlawka. Zusätzlich erwarb er das Diplom in Technischer Physik. Seinen Interessen folgend studierte er dabei auch Fächer der Nachrichten- und Hochfrequenztechnik bei Prof. König, der ihm 1956 eine Mitarbeiterstelle an seinem Institut anbot.

Pötzl erkannte früh die Bedeutung der Halbleiterbauelemente und wandte sich intensiv den physikalischen Grundlagen und den Anwendungen dieser neuen Bauteile zu. Als 1966 seine Berufung auf einen Lehrstuhl in Karlsruhe unmittelbar bevorstand, gelang es seinem Förderer König, die Schaffung einer neuen Lehrkanzel für physikalische Elektronik zu erreichen, die ad personam Hans Pötzl gewidmet wurde. Durch Pötzl war das Gebiet der Halbleiterelektronik in die Fakultät für Elektrotechnik eingebracht worden und mit der neuen Lehrkanzel konnte er hier eine überaus fruchtbare Tätigkeit entfalten, durch die nicht nur er sondern auch viele seiner Schüler international bekannt und renommiert wurden.

Pötzl war trotz seines enormen Wissens unerhört bescheiden. Allen kam er unabhängig von deren Stellung immer freundlich und hilfsbereit entgegen. So wie er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten um Verständnis und Klarheit bemüht war, so waren auch seine Vorlesungen vorbildlich in Struktur und Vortrag.

Seine letzten fünf Lebensjahre waren von einem Krebsleiden überschattet. Diesem zum Trotz arbeitete er – zuletzt schon schwer gezeichnet aber immer begleitet von seiner Familie – ungebrochen weiter, bis er 1993 im Alter von 63 Jahren seiner Krankheit erlag. Zu seinem Andenken trägt der Hörsaal EI 8 seinen Namen.

Heinz Zemanek

Heinz Zemanek  war ein österreichischer Computerpionier. Er studierte an der TU Wien und schloss sein Studium 1944 mit der Diplomarbeit „Über die Erzeugung von kurzen Impulsen aus einer Sinusschwingung“ ab. Von 1947 bis 1961 arbeitete er an der TU Wien. Während dieser Zeit promovierte er (1950) und habilitierte sich schließlich 1958. Seine bekannteste Leistung ist der Bau des ersten volltransistorisierten Computers auf dem europäischen Festland, des „Mailüfterls“.

„Ich bin meinem Kern nach ein Ingenieur – und das heißt: Wahr ist, was funktioniert.“

Heinz Zemanek sah sich selbst nicht in erster Linie als Theoretiker, sondern als Mann der Praxis: Unter seiner Führung wurde an der TU Wien von Mai 1956 bis Mai 1958 das „Mailüfterl“ gebaut – einer der weltweit ersten Computer, die nicht mit Röhren, sondern ausschließlich mit Transistoren arbeiteten. Der Name „Mailüfterl“ wurde von Zemanek in Anspielung auf die amerikanischen Röhrenrechner dieser Zeit gewählt, die Namen wie „Taifun“ oder „Whirlwind“ trugen. Der Wiener Rechner werde nicht deren Geschwindigkeit erreichen, meinte Zemanek, doch „für ein Mailüfterl werde es reichen.“

„Heinz Zemanek war ein unglaublich motivierender Mensch“, sagt Prof. Richard Eier, der in den Fünfzigerjahren bei Heinz Zemanek seine Diplomarbeit schrieb. „Er war nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein wichtiger Förderer für Generationen von Studierenden, an die er seine Begeisterung für die Computertechnologie weitergegeben hat.“

Die Computerfirma IBM kaufte der Republik Österreich den an der TU Wien gebauten Rechner ab und übernahm wesentliche Teile der Technik für die Entwicklung des ab 1964 sehr erfolgreichen 360er-Rechners. In Wien stellten sie Zemanek ein eigenes Labor zur Verfügung, wo er sich in weiterer Folge vor allem auf Programmiersprachen konzentrierte. Die „Vienna Definition Language“ (VDL) und die „Vienna Development Method“ erlangten in den 1970er Jahren internationale Bedeutung.

1976 wurde Zemanek vom damaligen Computerriesen zum IBM-Fellow ernannt und hatte dadurch die Möglichkeit, seine Aufgaben völlig frei zu wählen. 1964 wurde Zemanek an der TU Wien zum außerordentlichen Professor ernannt, 1983 zum ordentlichen Professor berufen. Mitte der 80er Jahre trat Zemanek in den Ruhestand – allerdings nur formal. Seinen Enthusiasmus für Forschung und Lehre behielt er bis ins hohe Alter. Zemanek hinterlässt ein wissenschaftliches Werk aus rund 500 Aufsätzen und sieben Büchern, darunter etwa „Weltmacht Computer“ (1991) oder „Vom Mailüfterl zum Internet“ (2001).

Auszeichnungen und Ehrungen

Zemanek war Gründungspräsident der Österreichischen Computer Gesellschaft, die seit 1985 auch den „Heinz Zemanek-Preis“ alljährlich vergibt, Präsident der International Federation for Information Processing (1971-1974), Mitglied der Akademie der Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der Königlich Spanischen Akademie der Wissenschaften, Ehrenmitglied der Wiener Gesellschaft für die Geschichte der Technik, korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Zemanek wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Er erhielt unter anderem den Kardinal Innitzer-Preis, das Große Verdienstzeichen der Republik Österreich, die Leonardo Da Vinci Medaille der European Society for the Education of Engineers, die Prechtl Medaille der TU Wien, die Kompfner-Medaille der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, die IEEE Computer Pioneer Medal, die Oscar-von-Miller-Plakette in Bronze des Deutschen Museums in München sowie die JOHN-VON-NEUMANN-Medaille der ungarischen John-von-Neumann Gesellschaft für Computerwissenschaften.

Quelle: www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/8899/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (07.01.2015)


Weitere Informationen
http://www.zemanek.at/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Zemanek, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Herbert W. König

Herbert W. König begann nach Absolvierung des humanistischen Gymnasiums in Wiener Neustadt und Wien IX 1927 an der Universität Wien Physik und Mathematik zu studieren. 1930 bis 1932 verfasste er bei Hans Thirring seine Dissertation „Über die Elektronenemission von Oxydkathoden“ und promovierte 1932 zum Dr. phil.

1933 wechselte er zum Zentrallaboratorium Siemens & Halske AG nach Berlin, wo er zunächst im Rahmen der „Ingenieurshilfe“ eingestellt wurde. Nach drei Monaten  wurde er als Entwicklungsingenieur im Applikationslabor für Röhren angestellt, das er ab 1937 leitete.

1943 reichte König seine Untersuchung „Über das Verhalten von Elektronenströmungen im elektrischen Längsfeld“ als Habilitationsschrift an der Technischen Hochschule Wien ein und wurde 1944 zum Privatdozenten für „Hochfrequenztechnik“ ernannt. Diese grundlegende Arbeit war Ausgangspunkt für seine umfassende Laufzeittheorie der Elektronenröhre und stellt die Grundlage für die Entwicklung von Verstärkern und Generatoren im Mikrowellenbereich dar. Damit  wurde König zum Pionier der Mikrowellenelektronik.

1949 wurde König als Professor für Hochfrequenztechnik an die Technische Hochschule in Wien an die Lehrkanzel für Hochfrequenztechnik berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 30 Jahre lang wirkte. Auf dem Gebiet der Mikrowellentechnik untersuchte er das Rauschen und die Energieverhältnisse in Mikrowellenröhren. 1962 wandte er sich der nachrichtentechnischen Anwendung von monochromatischen Lichtquellen (Laser) zu und entwickelte u.a. ein optisches Radargerät zur Entfernungsmessung, das für die Abstandssicherung von Schienenfahrzeugen verwendet wurde. Der erste Laser Österreichs wurde an seinem Institut gebaut. Unter Königs Leitung wurden wertvolle Beiträge zur Lasermodulation, zur optischen Nachrichtenübertragung, sowie zur Plasma- und Halbleitertechnik geleistet. 1978 wurde er emeritiert.

König verstand es, die Grundlagenforschung mit der technischen Ausführung und Realisierung stets zu verbinden. Aufgrund seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wurde er 1968 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und erhielt im selben Jahr den Technikpreis der Wiener Wirtschaft. Er war Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und erhielt 1976 den Erwin-Schrödinger-Preis der Akademie der Wissenschaften.

Die Wirkung der großen verantwortungsvollen und liberalen Persönlichkeit Königs spiegelt sich in seiner Schule wieder, aus der zehn Universitätsprofessoren und zahlreiche führende Persönlichkeiten der Industrie hervorgegangen sind. Seinen Ruhestand verlebte König in seinem Haus in Rossatz in der Wachau. Er verstarb 1985 im Alter von 76 Jahren.

Quellen: Pötzl, Johannes: Laudatio für emer.O.Univ.Prof.Dr.phil. Herber W. König. In: Aus dem akademischen Leben der Technischen Universität Wien (2). Hg. Engelbert Bancher, Universitätsdirektion. Wien. 1980 (Schriftenreihe der Technischen Universität Wien, Band 15), S. 19-22
Bild: © Archiv der TU Wien

Karl Waldbrunner

Nach dem Besuch der Bundesrealschule Radetzkystraße studierte Karl Waldbrunner Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Wien, wo er sich bereits politisch im VSStÖ betätigte. Im Anschluss arbeitete er 1930 bis 1937 im Ural als Ingenieur beim Bau von Kraftwerken. Nach seiner Rückkehr aus der Sowjetunion war er zunächst bei Siemens, später bei Schoeller-Bleckmann als Betriebsingenieur tätig. Daher wurde er nicht zur Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende entschied sich Waldbrunner für den Einstieg in die Politik.

1945 wurde er als Unterstaatssekretär in die Provisorische Staatsregierung Renner berufen mit dem Auftrag, die Industrie im Osten Österreichs wieder instand zu setzen. Er setzte sich nachdrücklich für die Verstaatlichung ein.1946 ging er für kurze Zeit als Gesandter und bevollmächtigter Minister nach Moskau.

Seine innenpolitische Karriere begann für Waldbrunner 1945mit der Wahl als Abgeordneter zum Nationalrat, dem er bis 1971 angehörte. Außerdem war er 1946 bis 1956 Zentralsekretär, 1965 bis 1974 Stv. Parteiobmann der SPÖ und 1950 bis 1973 Präsident des Bundes Sozialistischer Akademiker (BSA). Als Bundesminister für Verkehr und verstaatlichte Betriebe (1949 bis 1956) und als Bundesminister für Verkehr und Elektrizitätswirtschaft (1956 bis 1962) war er zunächst für den Wiederaufbau verantwortlich. Danach setzte er sich für den Ausbau der Energieversorgung und des Verkehrsnetzes ein und hat so die Entwicklung des Industriestandortes Österreich maßgeblich vorangetrieben. In seiner Funktion als Minister war er auch Gründungsmitglied der CEMT – der Konferenz europäischer Verkehrsminister.

Von 1962 bis 1970 war Waldbrunner Zweiter, von 1970 bis 1971 Erster Präsident des Nationalrates. Seine letzte berufliche Station führte ihn in die Nationalbank, wo er von 1972 bis 1980 als Vizepräsident tätig war.

Aufgrund seiner Verdienste um die Republik Österreich wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande der Republik Österreich, dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Großen Ritterkreuz des italienischen Verdienstordens.

Quellen: Hannes Androsch: Geleitworte. In: Karl Waldbrunner. Pragmatischer Visionär für das neue Österreich. Hg. von Hannes Androsch, Anton Pelinka, Manfred Zollinger. Gerold Verlag. Wien 2006, S. 7 [Onlinefassung]; URL: http://www.androsch.com/media/publikationen/Inh_Gw_Bild_Aut_Pers.pdf, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster; http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_01408/#tab-Ueberblick, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Bild: © Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek

Alexander Meißner

Alexander Meißner studierte nach der Reifeprüfung Maschinenbau an der Technischen Hochschule Wien und legte dort im Jahr 1906 die zweite Staatsprüfung ab. 1909 promovierte er bei Max Reithoffer „Über die Flachspule als Sendespule“.

Bereits 1907 trat er bei der Telefunken-Gesellschaft in Berlin ein, wo er grundlegende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Antennentechnik gewann. Im Forschungslabor von Telefunken entwickelte Meißner im Jahr 1913 eine Rückkoppelungsschaltung ( „Meißner-Schaltung“), die wohl die bedeutendste seiner zahlreichen Erfindungen.  Dabei handelt es sich um einen rückgekoppelten Verstärker mit einem frequenzbestimmten Schwingkreis. Bisher ging bei der Erzeugung von ungedämpften elektromagnetischen Wellen Energie in Form von Wärme verloren. Mit Hilfe der Rückkoppelungsspule (= Induktionsspule) wird dem Verstärker zum richtigen Zeitpunkt in gleicher Phase mit dem Eingangsstrom die verlorengegangene Energie wieder zugeführt.

Die Rückkoppelungsschaltung stellte für die Funktechnik eine grundlegende Erfindung dar. Erst damit wurde die Einführung des Rundfunks möglich. Sie gab aber auch der Experimentalphysik neue Impulse zur Entwicklung von sehr genauen Messmethoden, die etwa von  Walter Nernst zur Bestimmung von Dipolmomenten und Dielektrizitätskonstanten angewendet wurden.

Zu den zahlreichen Ehrungen Meißners gehören unter anderem der Dr. Ing. E.h. der Technischen Universität München, die Ernennung zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und das Ehrendoktorat der Technischen Hochschule Wien.

Quellen: Ahrens, Ingrid, „Meißner, Alexander“ in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 695-697 [Onlinefassung] URL: www.deutsche-biographie.de/ppn136781071.html, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster; austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Mei%C3%9Fner%2C%20Alexander, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


Abbildung: Michal Maňas, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (Wikimedia Commons)

Josef Eckert von Labin wurde 1881 in Innsbruck geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule in Wien Maschinenbau und trat 1908 als Ingenieur in die k. und k. Kriegmarine ein, wo ihm im Zentralkriegshafen in Pola die Konstruktion von schnellen Motorbooten übertragen wurde. Nach dem ersten Weltkrieg übernahm Eckert die technische Leitung der Schiffswerft Linz, wo er die ersten Schraubenschiffe für die Donau baute.

1927 wurde Eckert als Professor an die Technische Hochschule in Wien berufen. Er übernahm die Lehrkanzel für Schiffsbau, die in den Jahren zwischen 1935 und 1963 im obersten Stockwerk des Elektrotechnischen Institutes untergebracht war. Professor Eckert unterrichtete hier nicht nur Studierende des Maschinenbaues, er hielt auch für die Studierenden der Elektrotechnik die Vorlesung „Maschinenbau für Elektrotechniker“. In seiner Tätigkeit als Konstrukteur waren Fluss-Schiffe und Schnellboote sein Spezialgebiet.

In den letzten Kriegstagen von 1945 blieb Eckert zusammen mit anderen Mitarbeitern im Elektrotechnischen Institut. Die Anwesenheit dieser kleinen Gruppe sorgte dafür, dass möglichst wenig Schaden entstand. 1951/52 war Eckert Rektor der Technischen Hochschule Wien. Er verstarb 1959 im Alter von 78 Jahren. Zu seinem Andenken ist der Hörsaal EI 6 nach ihm benannt.

Ernst Felix Petritsch wurde 1878 in Triest geboren. Er studierte Physik an der Technischen Hochschule in Wien. 1911 begann er in der österreichischen Staatstelegrafenverwaltung zu arbeiten. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie verließ er Österreich und wurde 1918 Leiter der Versuchsabteilung für Kabel und Verstärker der holländischen Telegrafenverwaltung.

1928 wurde Petritsch als Professor für Fernmeldetechnik an die Technische Hochschule Wien berufen. Für das stark wachsende Gebiet der Nachrichtentechnik war das Elektrotechnische Institut viel zu klein geworden. Petritsch setzte sich deshalb mit Erfolg für einen Erweiterungsbau ein und 1929 wurde schließlich mit dem Bau des Schwachstrominstitutes am Ostflügel des Elektrotechnischen Institutes begonnen. Hier konnte Petritsch in den darauffolgenden Jahren eine vorbildliche Forschungs- und Ausbildungsstätte für die Nachrichtentechnik aufbauen. Petritsch war nicht nur Techniker, er hatte auch ausgeprägte literarische und philosophische Interessen. Entfernte Städte und Länder durch die Nachrichtentechnik zu verbinden, erschien ihm ein wichtiger Schritt zum Weltfrieden.

1938 wurde Petritsch, der den Nationalsozialisten als Proponent des Ständestaates galt, gegen seinen Willen in den Ruhestand versetzt. Erst nach dem 2. Weltkrieg konnte er seine Arbeit wieder aufnehmen. Petritsch verstarb 1951 im Alter von 73 Jahren. Zu seinem Andenken ist die Petritschgasse im 21. Wiener Gemeindebezirk und der Hörsaal EI 1 nach ihm benannt.

Karl Pichelmayer

Karl Pichelmayer studierte an der Maschinenbauschule der Technischen Hochschule Graz. Anschließend war er dort Assistent bei Albert von Ettinghausen, dem er seine erste Ausbildung in der Elektrotechnik verdankte. Seine berufliche Tätigkeit begann er bei der A.E.G. in Hamburg, ab 1891 bei der Maschinenfabrik von Siemens & Halske in Wien. 1904 wechselte er als Chefingenieur der Firma Siemens & Halske nach Berlin, 1906 kehrte er als ordentlicher Professor der Theorie und Konstruktion elektrotechnischer Maschinen an der Technischen Hochschule nach Wien zurück.

Pichelmayer arbeitete unter anderem an der Theorie der Stromwendung in Kollektormaschinen und Wechselstrommessung und gilt als Begründer des guten Rufs der Wiener Schule des Elektromaschinenbaus. Er erwarb sich um das Fach Elektrotechnik große Verdienste, indem er in Wien das elektrotechnische Studium reformierte und damit eine auch für andere technische Hochschulen richtungsweisende Ausbildungsstruktur schuf.

Pichelmayer hatte zahlreiche Funktionen inne, so war er u.a. Vizepräsident des Elektrotechnischen Vereins und Rat des Patentgerichtshofs; er  wurde vielfach geehrt, unter anderem erhielt er für die von ihm für die Firma Siemens & Halske konstruierten Maschinen bei der Pariser Weltausstellung 1900 die Goldene Medaille verliehen, 1911 den Ehrendoktor der Technischen Hochschule Graz.

Quellen: Jäger, Kurt, „Pichelmayer, Karl Boromäus Vinzenz“ in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 410 f. [Onlinefassung]; URL: www.deutsche-biographie.de/sfz95779.html, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


„Pichelmayer, Karl.“ in: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 36, 1979), S. 50f. [Onlinefassung]; URL: www.biographien.ac.at/oebl_8/50.pdf, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


Abbildung: Universitätsarchiv der TU Wien

Max Reithoffer wurde 1864 in Wien geboren. Nach seinem Studium der Mathematik und Physik an der Universität Wien nahm er eine Stelle als Assistent an der Lehrkanzel für Elektrotechnik an. 1898 habilitierte er sich und war in den Folgejahren in die Planung des Elektrotechnischen Institutes in der Gußhausstraße 25 eingebunden.

1908 wurde Reithoffer zum ordentlichen Professor ernannt, 1925 wurde er Leiter des Elektrotechnischen Institutes. Reithoffer war ein beliebter Lehrer, der viel Wert auf praktische Experimente legte und in seinen Vorlesungen gerne auch persönliche Erlebnisse zum Besten gab. So erzählte er z. B. einmal, dass er von den Wiener Elektrizitätswerken im Fiaker von der Technischen Hochschule abgeholt wurde, um bei dem schwierigen Aufschalten eines großen Generators zu helfen.

Reithoffer, der bereits 1903 Vorlesungen über elektrische Schwingungen gehalten hatte, gilt als Pionier der frühen Radiotechnik, der er seine späteren Berufsjahre mit Leidenschaft widmete. Er baute im Elektrotechnischen Institut das erste Radiolaboratorium auf und wirkte maßgeblich an der Einführung des Rundfunks in Österreich mit. Meissner, der Erfinder der Röhren-Rückkopplungsschaltung, war ein Schüler Reithoffers.

1933 trat Reithoffer in den Ruhestand, er verstarb 1945 im Alter von 80 Jahren. Zu seinem Andenken ist der Hörsaal EI 4 nach ihm benannt.

Carl Hochenegg wurde 1860 in Wien geboren. Nach dem Studium des Maschinenbaus mit Ausrichtung Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Wien trat Hochenegg bei Siemens&Halske ein und arbeitete dort in der Abteilung für elektrische Bahnen. Die Budapester Untergrundbahn, Teile des Wiener Straßenbahnnetzes und die Bergbahn Triest-Opčina, bei der erstmals bei der Talfahrt Energie zurück gewonnen wurde, sind nur drei seiner vielen Projekte.

1899 wurde er als Professor an die Lehrkanzel für Elektrotechnik der Technischen Hochschule Wien berufen. Die Lehrkanzel war damals mehr schlecht als recht in einem Privathaus in der Paniglgasse 12 untergebracht. Hochenegg setzte sich energisch für den Neubau eines eigenen Elektrotechnischen Institutsgebäudes ein. 1903 konnte schließlich das neu errichtete Elektrotechnische Institut in der Gußhausstraße 25 dem Betrieb übergeben werden und Hochenegg konnte hier in den Folgejahren eine vorbildliche Elektrotechnikausbildung aufbauen. 1906/07 war Hochenegg Rektor der Technischen Hochschule in Wien, die ihn später zu ihrem Ehrenbürger ernannte und ihm auch das Ehrendoktorat verlieh.

Während die Wiener Stadtverwaltung um 1910 lediglich das Straßenbahnnetz ausbauen wollte, plädierte Hochenegg vehement für den Ausbau eines elektrischen Wiener Schnellbahn/U-Bahnnetzes und arbeitete dazu zahlreiche Gutachten und Projekte aus. Hochenegg verstarb 1942 im Alter von 81 Jahren. Zu seinem Andenken ist die Hochenegggasse im 19. Wiener Gemeindebezirk und der Hörsaal EI 5 nach ihm benannt.

Johann Sahulka

Johann Sahulka studierte an der Universität Wien Physik und Mathematik, legte 1881 seine Lehramtsprüfung für Gymnasien ab und promovierte 1882. Im Anschluss daran unterrichtete er an der Realschule Währing und am Theresianum. 1899 ging er als Assistent zu Puluj an die Deutsche Technische Hochschule in Prag, wo er sich 1891 habilitierte. 1891 bis 1894 war Sahulka als Konstrukteur am Elektrotechnischen Institut an der Technischen Hochschule Wien tätig und ließ seine Venia dorthin übertragen. Er fungierte 1893 beim elektrotechnischen Kongress in Chicago als Delegierter und offizieller Berichterstatter der österr.-ung. Monarchie und bei der Weltausstellung 1900 in Paris als Juror für Elektrotechnik. 1894-98 war er in der k.k. Normaleichungskommission tätig und wurde 1899 technischer Rat im Patentamt. 1903 zum ordentlichen Professor für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Wien berufen, stand er der Maschinenbauschule 1909-11 als Dekan und der Hochschule 1913/14 als Rektor vor. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs initiierte er die Errichtung eines Kriegshilfsspitals an der TH in Wien.

Seine wohl bedeutendste wissenschaftliche Leistung stellte 1894 die Entdeckung der Gleichrichterwirkung des Quecksilberdampflichtbogens dar, neben zahlreichen anderen richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet elektrischer Maschinen. Er hielt zahlreiche Patente. Sahulka wurden zahlreiche Ehrungen zuteil: 1915 wurde ihm der Titel eines Hofrats verliehen. Er war u.a. Träger des Ordens der Eisernen Krone und des Ordens der französischen Ehrenlegion.

Quellen: „Sahulka Johann“ in: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 379 [Onlinefassung];

URL: http://www.biographien.ac.at/oebl_9/379.pdf, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, http://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Johann_Sahulka, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Abbildung © Archiv Universität Wien.

Adalbert Carl von Waltenhofen zu Eglofsheim

Adalbert Carl von Waltenhofen studierte nach Absolvierung seiner Schulausbildung Mathematik und Physik an der Universität Wien und am k.k. polytechnischen Institut in Wien. 1848 promovierte an der Universität Graz zum Dr.phil. und nahm dort eine Stelle als Assistent der Physik an. 1850 legte er die Lehramtsprüfung für Gymnasien ab und unterrichtete bis Ende 1852 am Grazer Akademischen Gymnasium. 1853 bis 1867 war er ordentlicher Professor für Physik an der Universität Innsbruck, wo er das physikalische Kabinett in ein Laboratorium für wissenschaftliche Arbeiten umgestaltete.

1867 erfolgte Waltenhofens Berufung als Professor für allgemeine und technische Physik an das Polytechnische Institut in Prag, wo er 1878 und 1882 als Rektor fungierte. In dieser Zeit entwickelte er das Waltenhofsche Pendel, einen Vorläufer der Wirbelstrombremse. Seit 1881 hielt er dort auch Vorträge über Elektrotechnik. Von 1883 bis 1899 war er der erste Professor für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Wien, wo er ein erstes kleines elektrotechnisches Laboratorium einrichtete und später mit den Vorarbeiten für die Errichtung des Elektrotechnischen Instituts betraut war.

Von Waltenhofen wollte das absolute Maßsystem in Österreich einführen, leistete wissenschaftliche Pionierarbeit auf den Gebieten der Elektrizität, des Magnetismus und der Elektrotechnik, aber auch für die Gestaltung des elektrotechnischen Unterrichts. Aufgrund seiner neuen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Physik wurde er 1871 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften, war seit 1875 Vizepräsident der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaft und erhielt 1904 das Ehrendoktorat der Technischen Hochschule Wien.

Quellen: Angetter, Daniela; Martischnig, Martin: Biographien österreichischer [Physiker]innen. Eine Auswahl. Hg. vom Österreichischen Staatsarchiv. Wien 2005, S. 150ff.
Wurzbach; Universitätsarchiv der TU Wien
Bild © Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Ehrenmedaille der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

 

2009 führt das Rektorat Fakultäts-Ehrenmedaillen für besondere Leistungen in Wissenschaft und Lehre ein. Namensgeber der Medaille der Elektrotechnik und Informationstechnik ist Rudolf Kompfner, der Erfinder der Wanderfeldröhre für Mikrowellen.

Die Rudolf-Kompfner-Medaille wurde bisher an vier Persönlichkeiten verliehen.

2010 an Heinz Zemanek "für seine bahnbrechenden Verdienste um die Entwicklung der Informationstechnologien, insbesondere für seine Beiträge zur formalen Definition der Programmiersprache PL/I, die zur Grundlage vieler moderner formaler Computersprachen wurde."

2012 an Erich Gornik "für seine Arbeiten auf dem Gebiet der III-V-Heterostrukturen und der strahlenden Rekombination von Ladungsträgern sowie für seine Verdienste um die Einrichtung des Zentrums für Mikro- und Nanostrukturen an der Technischen Universität Wien."

2014 an Gottfried Magerl "für seine Pionierarbeiten zur optischen Spektroskopie, für seine Entwicklungsarbeiten zur Mikrowellentechnik, für seine gestalterischen Beiträge zur Telekommunikation sowie seine Verdienste um die Entwicklung und Führung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik."

2017 an Alexander Weinmann "für seine hervorragenden Verdienste um die Gründung, Entwicklung und Führung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität Wien."