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Die Patente des Jahres: TU Wien stark vertreten

Das Österreichische Patentamt kürte die besten Patente des Jahres. Die TU Wien war gleich dreimal unter den ersten 10 vertreten. Das Synthesechemie-Team von Prof. Mihovilovic errang Platz 2.

Prof. Thilo Fischer, Dr. Christian Gosch, Prof. Karl Stich, Prof. Robert Liska, Prof. Marko Mihovilovic

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Prof. Thilo Fischer, Dr. Christian Gosch, Prof. Karl Stich, Prof. Robert Liska, Prof. Marko Mihovilovic

Cardiogenese: Vorläuferzellen werden in Herzmuskelzellen umgewandelt.

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Cardiogenese: Vorläuferzellen werden in Herzmuskelzellen umgewandelt.

Feuerbrand: Durch natürliche Wirkstoffe kann die gefürchtete Krankheit bekämpft werden.

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Feuerbrand: Durch natürliche Wirkstoffe kann die gefürchtete Krankheit bekämpft werden.

Sie sind ganz besondere Auszeichnungen für Österreichs technisch-kreative Köpfe: Die INVENTUM-Awards des Österreichischen Patentamtes werden jährlich für die besten Erfindungen des Landes vergeben. Gleich drei der zehn Plätze auf der Shortlist belegte die TU Wien und bewies somit eindrucksvoll, wie groß das Anwendungspotenzial von akademischer Forschung sein kann. Prof. Marko Mihovilovic und sein Team vom Institut für Angewandte Synthesechemie durften sich über den zweiten Platz und die silberne INVENTUM-Trophäe freuen.

Unter Österreichs Universitäten liegt die TU Wien unangefochten an der Spitze: Neben der TU Wien war lediglich die Medizinische Universität Wien auf der Top-Ten-Liste vertreten - in einem Gemeinschaftsprojekt mit der TU Wien. Die übrigen ausgezeichneten Patente kamen von privaten Firmen und dem AIT. Die TU Wien ist die einzige Einrichtung, die es gleich mehrfach auf die Shortlist des Patentamtes schaffte.

Das Herz in der Petrischale
Aufgeschürfte Haut wächst rasch wieder nach, geschädigtes Herzgewebe kaum – daher hinterlässt ein Herzinfarkt oft schwere langfristige Schäden. An der TU Wien wurden nun Substanzen entwickelt, die körpereigene Vorläuferzellen in funktionsfähige, schlagende Herzmuskelzellen umwandeln. Diese Entdeckung könnte die Tür zu einer ganz neuen Art der regenerativen Medizin öffnen.

<link www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/8051/, opens an external URL in a new window - link_intern>Lesen Sie hier einen ausführlicheren Artikel über die Kardiogenese-Forschung an der TU Wien</link>



Bioverträgliches 3D-Drucken
Die TU Wien forscht an Flüssigkeiten, die bei intensiver Lichtbestrahlung fest werden. Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: Verpackungen lassen sich damit einfach und exakt beschichten. In 3D-Druckern werden diese speziellen Chemikalien mit Hilfe von Laserstrahlen punktgenau ausgehärtet, so entsteht ein hochpräzise gefertigtes dreidimensionales Objekt. Wichtig ist das für biomedizinische Anwendungen. So können beispielsweise exakt maßgeschneiderte abbaubare Implantate hergestellt werden.

Entscheidend ist  dabei allerdings, dass die verwendeten Chemikalien bioverträglich sind.  Weder sollen sie die Proteine im Körper angreifen, noch sollen schädliche Rückstände entstehen. Den Synthesechemikern und Materialwissenschaftlern der TU Wien ist es gelungen, lichthärtende Chemikalien zu entwickeln, die gesundheitlich unbedenklich sind. Sie sollen nicht nur die Herstellung bioverträglicher Implantate ermöglichen, sie können auch für ganz andere Produkte verwendet werden – vom Verpackungsmaterial für Nahrungsmittel bis zur Möbelbeschichtung. Derzeit werden für solche Anwendungen oft Substanzen verwendet, die der Umwelt und dem Menschen schaden können.

Mit Walnüssen gegen Feuerbrand
Die Arbeitsgruppe Biochemie der Pflanzen an der TU Wien beschäftigt sich intensiv mit der Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten. Mit dem Naturstoff Juglon aus der Walnuss wurde ein wirksames Mittel gegen den bakteriellen Feuerbranderreger Erwinia amylovora gefunden. Juglon soll als umweltfreundliche Alternative zum derzeit eingesetzten Antibiotikum Streptomycin im Kernobstanbau dienen.

Feuerbrand ist weltweit eine der am meisten gefürchteten Krankheiten bei Kernobst und verursacht jährlich Schäden in Millionenhöhe. Das derzeit gegen Feuerbrand eingesetzte Antibiotikum Streptomycin ist aus Gründen der Rückstandsproblematik und Resistenzbildung stark umstritten. Juglon hingegen ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Walnuss und wirkt bereits in sehr geringen Konzentrationen bakterizid. Der Trend zur Bioobstproduktion und die Ablehnung der Konsumenten gegenüber Antibiotika bei Pflanzen (mögliche Resistenzbildung bei Humanpathogenen) verlangen einen ökologisch vertretbaren und nachhaltigen Pflanzenschutzmitteleinsatz. Juglon stellt hier einen wichtigen Baustein dar. Mehrere Firmen zeigen bereits Interesse an der raschen Umsetzung in ein marktfähiges Produkt.

 

Patentierung und Kommerzialisierung der TU-Erfindungen werden vom Forschungs- und Transfersupport der TU Wien unterstützt.