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"Verbreiterung der Genderkompetenz": wer, was, wohin?

Ein spezifischer Leitfaden der Österreichischen Hochschulkonferenz bietet Unterstützung bei der Verbesserung der Genderkompetenz und der Sensibilisierung für Geschlechtervielfalt.

Der Leitfaden der Österreichischen Hochschulkonferenz | Foto: G. Rauch, © AKG

Der Leitfaden der Österreichischen Hochschulkonferenz | Foto: G. Rauch, © AKG

Der Leitfaden "Verbreiterung von Genderkompetenz in hochschulischen Prozessen“ der Österreichischen Hochschulkonferenz ist das Ergebnis einer breiten Arbeitsgruppe und bietet damit ein praktikables Handbuch zum Einstieg in die Materie. Denn viele "genderkompetente" Fähigkeiten und Kenntnisse sind bereits vorhanden und zugleich noch entwicklungs- und verbreiterungsfähig.

Gender? Genderkompetenz? Gleichstellende Sprache?

"Soziales Geschlecht" ("Gender") betrifft nicht nur Effekte von Erziehung und Gewohnheiten, Verhalten, Vorstellungen und Zwänge, was für welches Geschlecht "passt". Auch das, was alltäglich von jeder einzelnen Person und deren Umwelt getan wird, hat Auswirkungen. So kann "geschlechtergerechte Sprache" helfen, zu erkennen, ob Frauen in einem Kontext fehlen oder nicht genannt werden. Darum ist Frauenförderung als Strategie eine wichtige Basis für Geschlechtergerechtigkeit. Wissen (z.B. über die Zahlenverhältnisse zwischen den Geschlechtern) ist unverzichtbar, um als Institution "gleichbehandelnd" vorzugehen, vielfach auch als (Leitungs-)Person. Zugleich beginnt die Fähigkeit, Bewusstsein über Gender sinnvoll zu berücksichtigen (Genderkompetenz) im Alltag.

Dankenswerterweise hat die AG der Hochschulkonferenz mögliche Praxen für Universitäten erarbeitet:

Konkret...

Die AG der Hochschulkonferenz definiert nun Genderkompetenz als jene Schlüsselqualifikation zu Gender und Genderbewusstsein, die es ermöglicht, gleichstellungswirksam zu handeln (bzw. Gender Mainstreaming als EU-Konzept umzusetzen). Dabei wird das Verständnis ("Wissen") von Genderaspekten und Genderrelevanz im jeweiligen (Arbeits-)Bereich als Basis verstanden, sich zu bemühen ("wollen"), sich entsprechend zielorientiert zu verhalten ("handeln / können").

Dafür werden konkrete 36 Empfehlungen für die verschiedenen Bereiche des Universitäts- (und Hochschul-)Lebens präsentiert: Genderkompetentes Management, genderkompetentes Handeln, genderkompetente Lehre und genderkompetente Forschung.

Für alle in der Praxis ist besonders der Überblick aller vor- und dargestellten Empfehlungen eine große Hilfestellung, der es als Tabelle ermöglicht, unterschiedliche Ansatzpunkte gleichrangig nebeneinander zu sehen – auch das kann als eine Umsetzung von "gleich-behandeln" als Verhaltenskonzept positiv hervorgehoben werden:

Außer der Kenntnis der Geschlechterverhältnisse in Zahlen (Statistiken), Symbolik (Bilder, Konzepte, Filme) braucht es vielfältige Aktivität (Handeln, Gleichbehandeln, Projekte und Strategien).

Infonachmittag und Diskussion am 6. November 2019

Seit seiner Gründung in den 1990er Jahren ist der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der TU Wien (AKG) an Vertiefung, Intensivierung und Verbreiterung von Genderkompetenz sowie deren Verbreitung interessiert. 2019 lautet der AKG-Infonachmittag: "Erfolgreich dank Sozial- und Genderkompetenz: Gleichbehandlung als Praxis" undversammelt eine Reihe von Fachleuten aus Forschung, Universität, (Hochschul-)Management und Wirtschaft. Moderation wieder durch Prof.in Margit Pohl.

Über die Österreichische Hochschulkonferenz

Die Österreichische Hochschulkonferenz wurde im Mai als beratendes Gremium für die im Bundesministeriengesetz für Angelegenheiten der Wissenschaft zuständige Bundesministerin oder den dafür zuständigen Bundesminister eingerichtet.

Ziel der Hochschulkonferenz ist es, durch sektorenübergreifende Diskussions- und Entwicklungsprozesse zur koordinierten qualitativen Weiterentwicklung des österreichischen Hochschulraums beizutragen. Die Hochschulkonferenz stellt somit ein wichtiges Element der Hochschulplanung und Hochschulsteuerung dar. Die Autonomie der Hochschulen wird durch die Etablierung institutionalisierter Maßnahmen zur Koordination des Hochschulraums nicht eingeschränkt.