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TU Wien: Rektorat deckt Altlasten rund um IT-System auf

Die Technische Universität (TU) Wien durchleuchtet seit dem Rektoratswechsel Ende 2011 Projektstruktur und –management ihres IT-Systems TISS (TU Wien Informations-Systeme und Services) für die Verwaltung von Forschung, Lehre und Organisation. Es werden Altlasten bereinigt, eine solide Rechtsbasis hergestellt und Services für TU-Angehörige garantiert.

TU-Hauptgebäude

TU-Hauptgebäude

Bei der Analyse des Sparpotentials stieß das TU-Rektorat Ende 2011 auf die Projekt- und Kostenstruktur hinter TISS. Dem Projekt lag eine im Jahr 2008 eingegangene Universitätskooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetMed) zugrunde. Als Projektleiter an der VetMed fungierte Thomas Grechenig, TU-Professor und Geschäftsführer der RISE GmbH, die für das Projekt MitarbeiterInnen aus dem Kreis von TU-StudentInnen, DrittmittelprojektmitarbeiterInnen bzw. Lehrbeauftragten der TU Wien rekrutiert hat.

Innenrevision und Transparenz
Die saubere Prüfung der Sachverhalte gehört zu verantwortungsvollem Universitätsmanagement. Umfang und Qualität des Projektes TISS wurden im Auftrag der TU Wien von einem technischen Sachverständigen geprüft. Die wirtschaftlichen Behauptungen der RISE GmbH wurden ebenfalls im Auftrag des Rektorats vom Wirtschaftsprüfer kontrolliert.

Eine vom Rektorat beauftragte Innenrevisionsprüfung des Projektes und der damit verbundene Verlust der bisherigen Projektpraxis lösten emotionale Ausbrüche aufseiten der RISE GmbH aus. In einem aktuell laufenden Gerichtsverfahren rund um die Verwertungsrechte von TISS ist die TU Wien mit faktisch haltlosen Anschuldigungen der Firma RISE konfrontiert. Die TU Wien hat Interesse daran, die Abgeltung der erbrachten Leistungen der RISE-MitarbeiterInnen als Teil des TISS-Teams zu verhandeln. Sie steht nicht an, korrekte, ordnungsgemäß dokumentierte Leistungen adäquat abzugelten. Bislang hat RISE GmbH keine tragfähige Evidenz für die geforderten Beträge geliefert bzw. eine Rechnung gestellt. "Die TU Wien ist eine seriöse und verlässliche Geschäftspartnerin. Die Tatsache, dass wir uns nach wie vor in einer Konsolidierungsphase befinden, steht in keinerlei Zusammenhang mit der ausgesetzten Finanzleistung der TU Wien im Rahmen von TISS", stellt TU-Rektorin Sabine Seidler eindeutig klar. Die vom Vertragspartner VetMed gestellten Rechnungen wurden stets pünktlich bezahlt. Bis Ende 2012 wurden Leistungen der VetMed im Rahmen des Vertrages erbracht. Es bestand kein Rechtsverhältnis zur RISE GmbH. Weiters existiert kein Vertrag über eine etwaige Vermarktung von Forschungsergebnissen.

Die TU Wien war seit Bekanntwerden der problematischen Verhältnisse intensiv bemüht, das aufgebaute Know-how der MitarbeiterInnen der Firma RISE im Projekt zu erhalten. Voraussetzung dafür war eine solide rechtliche Basis der Geschäftsbeziehung zur RISE GmbH. Die über mehrere Monate dauernden Verhandlungen der TU Wien mit RISE-Geschäftsführer Grechenig, mit dem Ziel eine korrekte Lösung herbeizuführen, blieben ergebnislos.

Systemschutz und Workaround
Nach der offenen Drohung durch die RISE GmbH, den störungsfreien Betrieb des Systems TISS ab Anfang Juli 2013 zu unterbrechen, hat die TU Wien entsprechende Sicherheitsaktivitäten gesetzt. Um das Risiko ausgedehnterer Sabotageakte und Störaktionen zu minimieren, musste man den Zutritt zu TU-Räumen verwehren. Im Vordergrund stand während der internen Organisations- und Recherchearbeiten die Aufrechterhaltung des Systems und die Garantie der Services für die TU-Angehörigen. "Wir haben erfolgreich alle notwendigen Schritte unternommen, um einen reibungslosen Forschungs-, Lehr- und Verwaltungsbetrieb über TISS zu gewährleisten", bestätigt Udo Linauer, Projektverantwortlicher und Leiter des Zentralen Informatikdienstes (ZID). Die Workarounds, zu denen die TU Wien gezwungen ist, sind unangenehm aber mit TU-internem Know-how bewältigbar.

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