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TU Wien als Ideengeber für innovative Unternehmen

Der Mercur-Award wurde von der Wiener Wirtschaftskammer an besonders innovative Unternehmen vergeben. Bei vier der prämierten Ideen war Know-How der TU Wien im Spiel.

Bild: © wko.at/wien/mercur

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Dass die TU Wien wichtige Impulse für die Wirtschaft liefert, wurde bei der diesjährigen Mercur-Verleihung (am 5. 11.) wieder eindrucksvoll sichtbar gemacht. Der Mercur ist eine Auszeichnung für besonders innovative Unternehmen. In vier Kategorien (Kreativität und Medien, Life Sciences, Green Economy und IKT/Technik) stellt er jene Unternehmen ins Rampenlicht, die mit ihrer Innovationskraft einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg und Wachstum der Wiener Wirtschaft leisten. Die TU Wien freut sich darüber, an den drei Top-Platzierungen im Bereich „IKT/Technologie“ sowie am ersten Platz im Bereich „Green Economy“ beteiligt zu sein.

„Der Mercur-Award beweist einmal mehr, wie gut die Zusammenarbeit zwischen der TU Wien und innovativen Unternehmenspartnern funktioniert“, sagt Prof. Johannes Fröhlich, Vizerektor für Forschung. „Als Technische Universität ist es uns wichtig, entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zur Innovation erfolgreich zu sein.“

Das Smartphone als Schlüssel
Für Handy und dicken Schlüsselbund ist in der Hosentasche zu wenig Platz. Vielleicht wird sich aber beides schon bald vereinen lassen: „AirKey“, entwickelt von der EVVA Sicherheitstechnologie GmbH, macht Smartphones zum Schlüssel – und gewann damit den ersten Preis in der Kategorie „Green Economy“. Die Idee geht auf die Diplomarbeit von Johannes Ullmann zurück, die er am Institut für Rechnergestützte Automation an der TU Wien verfasste.
Über die Nahfeldkommunikations-Funktion (NFC), über die man schon jetzt mit vielen Smartphones auch schon bezahlen kann, lassen sich spezielle Türschlösser auf Knopfdruck öffnen. Ein Schloss muss bloß online für einen bestimmten Anwender freigeschaltet werden.

Die Daten sind im EVVA-Rechenzentrum geschützt und werden verschlüsselt übertragen. Die komplette Kommunikation bis zum AirKey-Zylinder ist damit gesichert. Verloren gegangene Smartphones können einfach deaktiviert werden, ein teurer Austausch von Schließzylindern ist nicht mehr nötig.

Der Schlaue Tastarm für das Mini-Kraftmikroskop
In einem Rasterkraftmikroskop wird eine Oberfläche von einem Tastarm Punkt für Punkt vermessen. Die Kraft, die auf den Tastarm wirkt, verändert seine Position. Diese minimale Auslenkung des Arms wird normalerweise mit Hilfe eines Laserstrahls optisch erfasst. Die Firma SCL Sensor.Tech. Fabrication GmbH hat eine Methode entwickelt, die ohne diesen Laser und dessen Optik über dem Tastarm auskommt. Mit Hilfe mikroskopisch kleiner Dehnungssensoren auf dem Tastarm wird dessen Bewegung gemessen.
Das ermöglicht z.B. die Entwicklung von neuen, kompakten Rasterkraftmikroskopen (AFSEMTM, www.getec-afm.com) in der Größe eines Smartphones, die in andere Messgeräte (z.B: in die Vakuumkammer eines Raster-Elektronen-Mikroskops) eingebaut werden können. SCL arbeitet mit dem Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien zusammen und gewann in der Kategorie „IKT/Technologie“ den ersten Preis.

Computer hilft Hochwassereinsätze planen
Bei Hochwasserkatastrophen muss man rasch entscheiden: Wo sollen Sandsäcke aufgetürmt werden? Wo wird das Wasser in den nächsten Stunden steigen? Die größte Herausforderung liegt an der enormen Menge an komplexer Information, die zu berücksichtigen ist. Das System „Visdom“, entwickelt von VRVis, hilft bei der Planung von Hochwassereinsätzen. Am Bildschirm lassen sich unterschiedliche Szenarien vergleichen um rasch die beste Lösung zu finden. In der Kategorie „IKT/Technologie“ errang VRVis den zweiten Platz.

VRVis hat eine enge Verbindung mit der TU Wien– Prof. Werner Purgathofer (Institut für Computergraphik und Algorithmen) ist wissenschaftlicher Leiter des VRVis, verbunden ist man auch durch ein COMET-Programm der FFG. Das Visdom-Projekt wird über das FWF Projekt „Semantic Steering“ und das WWTF Projekt „Scenario Pool“ gefördert.

Sicherheit für Daten im Internet
Cloudspeicher-Dienste ermöglichen uns, Daten im Internet hochzuladen und von überall auf sie zuzugreifen. Doch sie bringen immer auch ein gewisses Risiko mit sich, weil auf diese Weise auch andere Leute an die Daten gelangen könnten.
SecureBeam kombiniert alle gängigen Cloudspeicher-Dienste. Jede einzelne Datei wird direkt auf dem Desktop-PC oder dem Smartphone verschlüsselt und aufgeteilt. Danach werden beispielsweise 50% der Datei in die Dropbox gespeichert und 50% in den Google Drive geladen. Damit wird die Gesamtsicherheit der Lösung drastisch erhöht und der freie Speicherplatz aller gängigen Cloudspeicher-Dienste zu einem großen und sicheren Cloud¬speicher kombiniert.

Die Express Flow GmbH belegte mit  SecureBeam den dritten Platz in der Kategorie „IKT/Technologie“. Die Grundlagen dafür entwickelte Martin Vasko von Express Flow in seiner Dissertation an der TU Wien (Institut für Informationssysteme).