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TU-Computergrafikerin erhält Forschungspreis für schmucke Steine

Die Wienerin Andrea Weidlich vom Institut für Computergrafik der Technischen Universität (TU) Wien wird am 23. Oktober für ihre Dissertation über die Simulation von Lichteffekten bei Edelsteinen mit dem Hannspeter-Winter-Forschungspreis der TU ausgezeichnet.

Preisträgerin Andrea Weidlich

Preisträgerin Andrea Weidlich

Preisträgerin Andrea Weidlich

Preisträgerin Andrea Weidlich

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Beispiele für Schmuckdesign am Computer

Simulation von Chatoyance eines Tigerauges

Simulation von Chatoyance eines Tigerauges

Simulation von Chatoyance eines Tigerauges

Simulation von Chatoyance eines Tigerauges

Simulation von Labradoreszenz

Simulation von Labradoreszenz

Simulation von Labradoreszenz

Simulation von Labradoreszenz

Verschiedene aventurisierende Mineralien

Verschiedene aventurisierende Mineralien

Verschiedene aventurisierende Mineralien

Verschiedene aventurisierende Mineralien

Ihre Dissertation hat Andrea Weidlich im März 2009 mit "Sehr gut" abgeschlossen. Thema ihrer Forschungsarbeit war die Computersimulation von pseudochromatischen Farbeffekten bei Edelsteinen.

Funkelnde Erkenntnisse

Kernelement der Forschungsarbeit war es, bestimmte Farbeffekte von Edelsteinen wiederzugeben. Dabei geht es nicht um Farben wie z.B. der eines Saphirs oder Rubins, da diese einfach zu realisieren sind, sondern Farbeeffekte zu simulieren die durch geometrische, physikalische Optik hervorgerufen werden. In der Fachsprache werden diese Effekte unter anderem Dispersion (Aufspaltung des Lichts in seine Spektralkomponenten), Interferenz (blaues Schimmern), Aventureszenz (Glitzereffekte), Opaleszenz (Streuung am Kristallgitter) und Labradoreszenz (Interferenz an dünnen Schichten) genannt.

Ziel war es, diese Effekte so wiederzugeben, dass eine tatsächliche Vorhersage der Realität gemacht werden kann. D.h. man simuliert einen Schmuckstein am Computer und kann dadurch Virtual Prototyping betreiben, also mittels Computersimulation, die Vorhersage treffen, wie ein bestimmtes Schmuckstück aussehen würde. Aus Sicht der Computergrafik ist die Simulation von Farbeffekten, die durch physikalische Optik bei Edelsteinen hervorgerufen werden, wesentlich aufwändiger und schwieriger als bei klassischen Edelsteinfarben.

Anwendungsorientiert

Zum Einsatz kommen die Ergebnisse dieser Forschung beispielsweise beim Designen von neuen Schliffen in der Schmuckherstellung. Die klassischen Anwendungen von Virtual Prototyping finden sich aber auch in der Architektur oder Automobilindustrie. Das Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn es teurer oder gar unmöglich ist, einen Prototypen zu bauen. In diesen Fällen wird am Computer simuliert. In der Schmucksteinbearbeitung ist es relativ einfach, einem Diamanten einen Brillantschliff zu verleihen. Herausfordernd wird es dann, wenn besondere Schliffe erzeugt werden sollen wie z.B. die Sonderanfertigung des Montblanc-Diamanten, an dessen Feinschliff mehr als acht Jahre gearbeitet wurde. Durch die Vorarbeit von Andrea Weidlich ist es nunmehr möglich, exakte Designs einschließlich der beschriebenen Farbeffekte vorab am Computer zu simulieren. Die Entwicklung des Schliffentwurfes und das anschließende Rendering der Darstellungen am Computer bringt hohe Kostenersparnis in der Produktion.

Brillante Zukunftsaussichten

"An der TU Wien bin ich, weil ich hier die Forschung betreiben kann, die ich betreiben möchte", sagt Andrea Weidlich bestimmt. Die Habilitation an der TU Wien als nächste Stufe auf der Wissenschaftskarriereleiter reizt sie sehr. "Durch die Präsentation meiner Forschungsarbeit innerhalb der TU Wien und die Zuerkennung des Hannspeter-Winter-Preises, habe ich ein Gesicht bekommen", ist die Informatikerin sichtlich stolz. Alternativ zur Wissenschaft, einen Forschungsjob in der Industrie anzunehmen, möchte die 27-jährige Doktorin jedoch auch nicht ausschließen. Ihr Interesse an Kunst und Design hat Andrea Weidlich kürzlich veranlasst, nebenbei ein Studium an der Universität für angewandte Kunst zu beginnen.

Persönliches von Andrea Weidlich

  • Lieblingsplatz in Wien ... Jubiläumswarte
  • Motto ... Wenn es aufhört zu regnen, kommt die Sonne.
  • Forschung ist für mich ... eine Idee haben, diese weiterverfolgen, nicht von Problemen abschrecken lassen, bis hin zu einer Lösung. Aber auch das Eingeständnis, wenn man auf einem Holzweg ist.
  • Lieblingsspiel ... kein Brett- oder Kartenspiel, eher Computerspiele
  • Meine interessanteste Reise ging nach ... Australien
  • In meinem ipod/mp3-Player läuft ... Nightwish, Vangelis
  • Webtipp: www.orf.at, um auf dem Laufenden zu bleiben

Hannspeter-Winter-Preis

2007 wurde an der TU Wien der Hannspeter Winter Preis in Gedenken an den Physiker (1941 – 2006) eingerichtet. Durch den mit 10.000 EUR dotierten Preis werden jährlich Forschungsleistungen im Rahmen von Dissertationsprojekten ausgezeichnet, die von Absolventinnen der TU-Doktoratsstudien erbracht wurden. Neben der Anerkennung der hervorragenden wissenschaftlichen Leistung soll mit dem Preis auf die besonderen Leistungen von Frauen im Bereich der Forschung und Technik aufmerksam gemacht werden. Der Preis wurde erstmals 2008 verliehen.

Bildmaterial zum Download: https://www.tuwien.ac.at/index.php?id=9409

Rückfragehinweis:
Univ.Ass. DI Mag. Dr. Andrea Weidlich
Technische Universität Wien
Institut für Computergraphik und Algorithmen
Favoritenstr. 9-11, 1040 Wien
T: +43 (1) 58801-18671
andrea.weidlich@tuwien.ac.at
http://www.cg.tuwien.ac.at

Aussenderin
Technische Universität Wien
PR und Kommunikation
Bettina Neunteufl, MAS
T: +43 (1) 58801-40125
bettina.neunteufl@tuwien.ac.at
www.tuwien.ac.at/pr