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"Sind die Kinder gut betreut?"

In einer Studie wurde die Kinderbetreuungssituation an der TU Wien analysiert. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Kinderbetreuung

Kinderbetreuung

"Sind die Kinder gut betreut (...)? Es ist völlig klar, dass Eltern nur dann guten Gewissens arbeiten, wenn sie diese Frage mit Ja beantworten können" (ÖHZ, Nr.2/2011)

Inwiefern können die TU-Angehörigen diese Frage mit einem "ja" beantworten? Ist es nötig die bestehenden Angebote zu erweitern oder zu ergänzen? Entsprechen die derzeitigen Betreuungsformen den tatsächlich gewünschten? 

In der Studie zur Kinderbetreuungssituation an der TU Wien gingen die AutorInnen Bernhard Rengs und Ewa Vesely einigen dieser Fragen nach. Die Studie basiert auf der Bedarfserhebung 2012, an der 2.492 TU-Angehörige (Studierende und MitarbeiterInnen) teilgenommen haben. Das sind 27% mehr als bei der Befragung 2008 (1.958 Personen).

Stichprobe
An der Bedarfserhebung nahmen 2.492 Personen (Studierende und MitarbeiterInnen) teil, 389 (15,6%) der TeilnehmerInnen gaben an, Kinder unter 14 Jahren zu haben. Rund 77% der Befragten sind im wissenschaftlichen und rund 23% im nichtwissenschaftlichen Bereich tätig.

Ergebnisse
Bei dieser Erhebung sahen 73,9% der befragten MitarbeiterInnen einen Betriebskindergarten als "sehr wichtig" oder "wichtig". Im Gegensatz zur Umfrage 2008 gaben dies auch 69,2% der Studierenden an (2008: 23%).

Als wichtigste organisatorischen Anforderungen an eine Kinderbetreuungseinrichtung wurden genannt: Nähe zur Universität (84,4%), Ganztagsbetreuung (73,2%) und Nähe zum Wohnort (71,3%).

Als wichtig für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden folgende Angebote genannt: Vormittagsbetreuung mit Mittagstisch (76,7%), flexible, stundenweise Betreuung nach Bedarf (73,0%) und regelmäßige Nachmittagsbetreuung (67,1%). Eine Betreuung an Adventsamstagen wurde auch in dieser Bedarfserhebung (ähnlich wie 2008) nur von sehr wenigen als "sehr wichtig" oder "wichtig" bewertet (14,8%).

Als wichtigste inhaltliche Anforderungen an einen Kinderbetreuungsplatz wurden Garten und Spielplatz (93%), Lernbetreuung (81,6%) sowie elterliche Mitbestimmung (74,7%) genannt.

Die Kinderbetreuung wird sehr oft durch Verwandte, Bekannte oder andere Eltern in unbezahlter Form geleistet. 160 Personen gaben an, einen Kindergartenplatz zu haben (23 davon im TU Betriebskindergarten). Für einen Ganztagsbetreuungsplatz ist der Großteil der Befragten (61,4%) nicht bereit, mehr als max. 200 Euro monatlich auszugeben, bei ausschließlicher Betrachtung von TeilnehmerInnen mit Kindern ist dieser Anteil noch höher (66,7%).

Von der Universität wünschen sich die befragten Personen folgende Unterstützungsformen: Informationsangebot (80,9%), Beratung in rechtlichen Angelegenheiten (79,9%), den Betriebskindergarten (70,3%) sowie finanzielle Unterstützung (69,5%).

Studie zum Download

Nähere Informationen:
Dr. Bernhard Rengs
Institut für Wirtschaftsmathematik
Technische Universität Wien
T: +43-1- 58801-10534

Ewa Vesely
Kinderbetreuungsbeauftragte
Institut für Computersprachen
Technische Universität Wien
T: +43-1- 58801-18504