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Neues Doktoratsprogramm: Technik trifft Medizin

FH Campus Wien und TU Wien starten gemeinsam Doktoratsprogramm im Bereich Medical Device Research.

zwei Personen am Computer, dahinter ein Mikroskop

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Bioassay

© Matthias Vonbrüll

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Das Doktoratsprogramm „SOLVER – Skills for Medical Device Research“ ist an der Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen, Materialwissenschaften und medizinischer Biotechnologie angesiedelt. Der FWF fördert das Programm aus dem Call doc.funds.connect 2023 mit 1,1 Millionen Euro.

Drei Dissertationsstellen werden an der TU Wien im Rahmen des Doktoratsprogramms neu geschaffen, zwei an der FH Campus Wien – alle fünf werden von beiden Institutionen gemeinsam betreut. Geforscht wird an neuartigen Technologien, die für die Medizin der Zukunft wichtige Fortschritte bringen sollen.

Neue Materialien und individuelle Behandlung

Ein wichtiger Bestandteil des neuen Doktoratsprogramms ist die Materialforschung: Es geht um neue bioaktive und biologisch abbaubare Materialien. Aber auch an digitalen Methoden wird geforscht, um auf ganz individuelle Bedürfnisse angepasste Geräte herzustellen.

Ebenso soll an neuartigen In-vivo-Untersuchungen – so genannten Bioassays – gearbeitet werden, die Vorhersagen über zelluläre und immunologische Reaktionen auf bioaktive Materialien treffen können. Mithilfe solcher Bioassays lässt sich bereits in einem frühen Stadium der Materialentwicklung feststellen, ob es eventuell zu unerwünschten biologischen Reaktionen kommen könnte. Dies wiederum ermöglicht es der Materialwissenschaft, bestehende Prozesse hinsichtlich günstiger Eigenschaften anzupassen.

Multidisziplinäre Forschung für die Gesundheit der Menschen

Hier setzt das multidisziplinäre Doktoratsprogramm SOLVER an, indem es die Life-Science-Expertisen der FH Campus Wien und die Engineering-Kompetenzen der Technischen Universität (TU) Wien bündelt. Ziel des Doktoratsprogramms ist es, hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher auszubilden. Diese werden in der Lage sein, neue Materialien, Technologien und technische Lösungen in Verbindung mit einer angemessenen Bewertung der Biokompatibilität für neue Generationen von Medizinprodukten zu entwickeln und anzuwenden.

Heimo Sandtner, Akademischer Leiter und Rektor der FH Campus Wien: „Das doc.funds.connect-Programm ist eine wichtige Maßnahme, um Doktorand_iinnen an unserer Fachhochschule ein akademisches Karrieremodell und Perspektiven in einem absoluten Zukunftsfeld zu ermöglichen. Die hochschulübergreifende Initiative schafft zudem Exzellenz in der österreichischen Forschung. Wir generieren Wissen, das weit in die Zukunft reichen wird und der Gesundheit der Menschen dient.“

Jens Schneider, Rektor der TU Wien: „Die TU Wien und die FH Campus Wien ergänzen in diesem Doktoratskolleg ihre Kompetenzen in idealer Weise. Junge Forscher_innen aus den Materialwissenschaften und der Biotechnologie werden neue Grundlagen für die Entwicklung von Produkten der Medizintechnik schaffen. Dies zahlt auf die internationale Sichtbarkeit des Standorts Wien in diesem wichtigen Zukunftsfeld ein und nutzt Wirtschaft und Gesellschaft.“

Jürgen Stampfl, Forschungsbereichsleiter am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie: „Mit dem strukturierten Doktoratsprogramm wollen wir jungen Studierenden Möglichkeiten eröffnen, exzellente Grundlagenforschung im Bereich innovativer Biomaterialien umzusetzen. Gleichzeitig wird es Ausbildungsmodule geben, in denen wichtige Aspekte zu Biokompatibilität und regulatorischen Anforderungen unterrichtet werden, um zukünftig die Chancen zur Translation in die klinische Anwendung zu erhöhen.“