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Neue Trends in der Wasserkraft

Vom 24.11.-26.11.04 thematisieren ExpertInnen aus aller Welt im Rahmen einer Konferenz der TU Wien die neuesten Trends auf dem Gebiet "Wasserkraft - eine erneuerbare und nachhaltige Ressource".

Wien (TU) - In einer Zeit wo in Mitteleuropa kaum mehr Neubauten auf dem Sektor der Wasserkraft genehmigt werden, kommt der Revitalisierung von Altanlagen mit neuestem Equipment eine immer größere Bedeutung zu. Dadurch wird einerseits eine längere Lebensdauer der Anlagen und andererseits die Ausnutzung vorhandener Potentiale für die Stromerzeugung garantiert. Im Mittelpunkt der Tagung stehen daher die elektromaschinellen Neuheiten und Technologien auf diesem Gebiet.

Die Nutzung der "Strömungssimulation" mit hochentwickelten Berechnungsprogrammen ist nur ein Beispiel dafür: Bei konventionellen Methoden wird jede neue Turbine zunächst mit Hilfe eines Modells im Labor getestet, um Rückschlüsse auf die Großausführung ziehen zu können. Da dies zum einen ziemlich kostspielig und zum anderen sehr aufwändig ist, versucht man bereits vorab, alles mathematisch zu berechnen. Im Rahmen der Tagung werden ExpertInnen großer Konzerne die neuesten Berechnungsergebnisse präsentieren.

Die Anwendungen für "Strömungssimulationen" findet man beispielsweise bei der "Instationären Berechnung eines Wirbelzopfes in Francis- oder Kaplanturbinen": Als "Wirbelzopf" versteht man dabei eine Dampfblasenbildung, die sich vom Laufrad der Turbine in Strömungsrichtung bewegt. Durch die Rotation des Turbinenlaufrades bewegt sich der Wirbelzopf unregelmäßig hin und her, trifft auf die Saugrohrwand und kann dadurch starke Schwingungen auslösen. In Folge kommt es beim Betrieb der Turbine in diesem Bereich zu Wirkungsgradeinbußen, einhergehend mit einer vermehrten Geräuschkulisse. Ziel der Forschung ist es, mit Hilfe komplexer Berechnungsprogramme vorherzusagen, wo ein solcher Wirbelzopf auftritt und wie er sich auswirken wird. Die Konferenz präsentiert die neuesten Ergebnisse und Entwicklungen.

Auf Grund der hohen Kostenersparnis, die durch die immer besser werdenden Berechnungsprogramme erreicht wird, ist natürlich gerade dieser Bereich für die Forschung von besonderem Interesse.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist das Thema "Wasserkraft als nachhaltige Ressource". Die "International Hydropower Association (IHA)" wird dazu die von ihnen herausgegebenen "Sustainability guidelines" für den Bau beziehungsweise Umbau von Wasserkraftanlagen anhand des "Chilime Hydroelectric Project" in Nepal erläutern.
Jacques B. Lavigne, ein internationaler Experte und Abteilungsleiter bei "Hydro-Quebéc", dem größten Stromproduzenten im Bundesstaat Quebéc, bei dem 96% des Strombedarfes aus Wasserkraft gewonnen werden, wird eigens für einen Vortrag zur Revitalisierung von Turbinenanlagen in Kanada ("Hydro-Quebéc") aus Montreal anreisen.

Dadurch wird auch deutlich, welche Bedeutung die Konferenz und die "Ressource Wasserkraft" international hat: neben mitteleuropäischen Beiträgen werden unter anderem auch Vortragende aus den USA, Japan, Indien, Nepal, Tanzania und Ghana vertreten sein.

Die Konferenz, die vom Institut für Wasserkraftmaschinen und Pumpen der TU Wien organisiert wird, findet vom 24.11. - 26.11.2004 im Konferenzzentrum Laxenburg (2361 Laxenburg, Schlossplatz 1) statt.

info.tuwien.ac.at/wup/tagung2004/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

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