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Nachruf Univ.Prof.Dr. Friedrich Grass

Professor Friedrich Grass, langjähriger Mitarbeiter der TU Wien am Atominstitut, ist am Mittwoch, den 29. September im 84. Lebensjahr verstorben.

 

Professor Friedrich Grass, Foto: Waltraud Bichler

Professor Friedrich Grass, Foto: Waltraud Bichler

Professor Friedrich Grass

Professor Friedrich Grass

Fritz Grass, wie er von seinen Freunden und Kollegen stets genannt wurde, kam 1927 in Wien zur Welt. Er studierte Chemie und schloß sein Studium 1958 mit einer Dissertation zum Thema „Spektroskopische Untersuchungen an aromatischen Azinen“ ab.

Nach ersten Anstellungen an den chemischen Instituten der Universität Wien wechselte er 1961 an
das Atominstitut der österreichischen Universitäten. 1974 habilitierte er sich mit seiner Arbeit zum Thema „Aktivierungsanalyse mit kurzlebigen Nukliden und Kernzuständen“ für analytische Chemie. Der Titel „Außerordentlicher Universitätsprofessor“ wurde ihm 1991 verliehen. Er war Mitglied der Gesellschaft Österreichischer Chemiker, der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft, der Kerntechnischen Gesellschaft, sowie Initiator und bis 2005 Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt- und Radiochemie. Neben anderen wissenschaftlichen Meetings und Workshops organisierte er die 8th International Conference on Modern Trends in Activation Analysis (MTAA 8, 1991) und die 3rd International Conference on Nuclear and Radiochemistry (NRC 3, 1992).

Fritz Grass war mit Sicherheit eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten, die je auf dem Gebiet der Radiochemie gearbeitet haben. Sein Interesse galt generell jeglicher (Natur-)Wissenschaft und ermöglichte ihm einen integrativen Zugang zur Lösung anstehender Probleme. Seine ingeniöse Improvisationsgabe, gepaart mit handwerklichem Geschick, verhalf vielen seiner Ideen zur Realisierung. Sein produktivstes Forschungsfeld war die Neutronen-Aktivierungsanalyse und hier wieder die Weiterentwicklung der Kurzzeitverfahren. Jahrzehntelang betrieb Fritz Grass am Wiener Praterreaktor (dem Atominstitut der TU Wien) das schnellste jemals gebaute Bestrahlungs- und Analysensystem.

Eine seiner größten Stärken war seine unermüdliche und völlig uneigennützige Unterstützung und Motivation von Mitarbeitern und Studenten. Ganz besonders dafür werden wir ihm auf immer in Dankbarkeit verbunden bleiben. Die Erinnerung an Fritz als Lehrer, Kollege und Freund wird uns immer als ein leuchtendes Beispiel für einen Wissenschaftler mit Herz, Humor und außerordentlichen menschlichen Qualitäten dienen.
Wir trauern um einen anerkannten Wissenschafter und großen Menschen – wir trauern um Fritz Grass.