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Nachbarschaft: Wiener Karlsplatzpassage bald als "Wohlfühlraum"

In unmittelbarer Nachbarschaft zur TU Wien liegt die berühmt-berüchtigte Wiener Karlsplatz- und Opernpassage. Sie soll zum "Wohlfühlraum" werden: Die derzeit heruntergekommene Anlage soll ab 2010 zur "Kulturpassage" umgebaut werden.

ARGE Kulturpassage/APA

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Wo jetzt PassantInnenen eilig belebteren Gegenden zustreben, ohne den Blick vom schmutzigen Boden zu heben, sollen bald auf Projektionswänden Kunstprojekte präsentiert und beworben werden. Insgesamt soll die gesamte Karlsplatz- und Opern-Passage heller, freundlicher und offener werden, wie die StadträtInnen Renate Brauner und Rudolf Schicker bei der Präsentation des Wettbewerb-Gewinners versicherten.

Das Konzept von Architekt Andreas Gerner sieht vor, die derzeitige Ladenstraße von Geschäften zu räumen und so auf acht Meter zu verbreitern. Statt der Geschäfte sind Ausstellungsflächen vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine 70 Meter lange "Lichtkunstwand" projektiert. Es gehe um die Visitenkarte einer Kulturmetropole, so Gerner. Die genaue Ausgestaltung des Kunstkonzeptes soll in einigen Monaten präsentiert werden.

Auch in den übrigen Arealen der Anlage, die täglich 200.000 Menschen passieren, werde es keine Versteckmöglichkeiten und Angsträume mehr geben, versicherte Gerner. Säulen werden entfernt, teilweise Wände herausgerissen, die Küche eines Schnellrestaurants verlegt, Liftanlagen verglast und bis an die Oberfläche geführt. Durch "Lichtbrunnen" genannte Öffnungen in der Decke soll Tageslicht fallen.

Im vorderen Bereich, der Opernpassage, soll die Transparenz im Rondell erhöht werden, wobei man sich am Ursprungszustand orientiert. Es gebe eine "Rückentwicklung zu den 50er Jahren", so Schicker. Beispielsweise soll der Bodenbelag der damaligen Zeit zurückkehren.

Im nächsten Jahr folgen die Detailausarbeitungen des Entwurfs, 2010 will man mit den Arbeiten beginnen, Mitte 2011 soll die neue Passage eröffnet werden. Insgesamt investiert die Stadt 21 Mio. Euro netto in das Vorhaben.

Die vorhandenen Sozialeinrichtungen wie Streetwork oder Help U blieben dabei im vollen Umfang erhalten, versicherte Brauner. Und auch die GeschäftsinhaberInnen, die wegen der Neuplanung ihren Standort verlieren, sollen vom Wirtschaftsförderungsfonds begleitet werden.

Quelle: www.vienna.at, 31.10.2008