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Medikamente, ganz schön hetero

3.-6.9.2003: Chemie-Symposium widmet sich neuesten Trends in der Heterocyclenforschung

Wien (TU) Nukleinsäuren, verantwortlich für den Aufbau der DNA, zählen ebenso dazu wie nahezu jedes neue Medikament. Die Rede ist von Heterocyclen, die im Vergleich zu "herkömmlichen" organischen Molekülen "Heteroatome" wie Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel aufweisen. Die neuesten Trends in der Heterocyclenforschung werden vom 3.-6. September an der Technischen Universität (TU) Wien diskutiert. Das veranlasst sogar den Chemie-Nobelpreisträger von 2001, K. Barry Sharpless (USA) an die schöne blaue Donau zu kommen. Eine Vorschau auf das Jubiläumssymposium 10th Blue Danube Symposium on Heterocyclic Chemistry.

Heterocyclenforschung in der Praxis: Synthetische Arzneimittel haben ihren Ursprung sehr oft in Naturstoffmodellen. Um von diesen ausgehend zu noch aktiveren, selektiveren Verbindungen mit weniger Nebenwirkungen zu kommen, hat die aktuelle Heterocyclenforschung einen sehr starken Bezug zur Pharmasynthese und -entwicklung.

Einer der Beiträge des veranstaltenden Institutes für Angewandte Synthesechemie auf diesem Gebiet ist die Entwicklung einer technischen Synthese des Naturstoffes Galanthamin zusammen mit einem Partner aus der Pharmaindustrie. Dies ermöglichte die Großproduktion eines in der Alzheimer-Therapie eingesetzten Wirkstoffes, der als Medikament mit dem Handelsnamen "Reminyl" erhältlich ist.

Der thematische Bogen des Symposiums spannt sich vom Pharmazeutikum bis zum LCD-Display. Thematisiert werden beispielsweise Heteroyclenliganden in der metallorganischen Katalyse, supramolekulare Heterocyclen und materialwissenschaftlich relevante Intermediate für organische Verbindungen mit elektrisch leitenden oder NLO (non linear optics) Eigenschaften.

Johannes Fröhlich, einer der Mitorganisatoren des heurigen Heterocyclen-Symposiums "Ich glaube es ist gelungen, ein sehr ansprechendes Panel an Plenarvortragenden zu gewinnen - einen ausgewogenen Mix an renommierten Senior-Vortragenden und exzellenten Repräsentanten der nächsten Wissenschaftergeneration. Besonders freut es uns, auch ausgezeichnete Heterocyclen-Chemikerinnen als zwei der sechs Plenarvortragenden im Programm zu haben."

Gründungsvater des Blue Danube Symposiums on Heterocyclic Chemistry war 1991 Prof. Fritz Sauter vom damaligen Institut für Organische Chemie der TU Wien. Die Idee dahinter war, eine Tagungsserie ins Leben zu rufen, die dem internationalen Erfahrungsaustausch in der Heterocyclenforschung dient und insbesondere nach dem Fall des Eisernen Vorhanges Kontakte zu den östlichen Nachbarn aufbaut. Dass dies gelungen ist, zeigt sich daran, dass die Tagung regelmäßig und wechselweise von den Mitgliedern der "Blue Danube Familie" - Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich - veranstaltet wird.

Tagungshomepage:

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