News

Londoner Sehenswürdigkeit – made in Austria

"3D: printing the future" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung zu 3D-Druck-Objekten im Londoner "Science Museum". Auch die TU Wien ist auf der Ausstellung mit einem speziellen Stück vertreten, das mit enormer Präzision in winziger Ausführung gefertigt wurde.

Die Londoner Tower Bridge - mit etwa 90 µm Abstand zwischen den Türmen

Die Londoner Tower Bridge - mit etwa 90 µm Abstand zwischen den Türmen

Die Londoner Tower Bridge - mit etwa 90 µm Abstand zwischen den Türmen

Die Londoner Tower Bridge - mit etwa 90 µm Abstand zwischen den Türmen

3D-Druck gilt als Technologie der Zukunft: Anhand eines dreidimensionalen Computerentwurfs wird ein reales Werkstück von einem 3D-Drucker aus Kunststoff aufgebaut. Die rapiden technologischen Fortschritte der letzten Jahre haben das Verfahren mittlerweile einer breiteren Masse zugänglich gemacht – so ist die Technologie nicht mehr ausschließlich für industrielle Anwendungen relevant, vielmehr sind der Fantasie beim Entwerfen von Werkstücken keine Grenzen gesetzt. Die aktuelle Ausstellung "3D: printing the future" im Londoner "Science Museum" zeigt die Vielfältigkeit der realisierbaren Objekte: Von Flugzeugteilen, über medizinische Prothesen bis hin zu Design-Stücken finden sich unterschiedlichste Entwürfe unter den über 600 Exponaten.

Auch die TU Wien ist in der Ausstellung vertreten: Der Beitrag stammt vom Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie, wo hochaktuelle Forschung zu 3D-Druckverfahren betrieben wird. Unter anderem wird hier die Zwei-Photonen-Polymerisation angewandt, um aus zuvor am Computer entworfenen Modellen mit überwältigender Präzision Werkstücke entstehen zu lassen, die kaum größer sind als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Das Verfahren beruht auf der Härtung flüssiger Kunststoffe durch photochemische Prozesse. Dabei wird die Flüssigkeit mit gebündeltem Laserlicht so bearbeitet, dass die hohe Lichtintensität im Brennpunkt zu einer Aushärtung des Materials führt. Das Werkstück kann mit dieser Technik punktweise aus der Flüssigkeit aufgebaut werden.

In der Londoner Ausstellung kann man momentan die Elektronenmikroskop-Aufnahme eines ganz besonderen Stücks bewundern, das auf der TU Wien mit dieser Methode hergestellt wurde: Passend zum Standort des Museums handelt es sich um eine Miniatur-Ausgabe der Londoner Tower Bridge.

Homepage der Additive Manufacturing-Arbeitsgruppe der TU Wien: http://amt.tuwien.ac.at/


Foto: © Klaus Cicha, TU Wien