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Jahrtausend-Hochwasser am Kamp?

Die TU Wien liefert eine erste Einschätzung der Hochwasserkatastrophe am Kamp. Das Ereignis im August 2002 besaß eine rechnerische Jährlichkeit von mehreren Tausend Jahren.

Wien (TU) - Niederschläge wie sie noch nie zuvor in der Region beobachtet worden waren lösten am Kamp am 7. August ein Katastrophenhochwasser aus. Das Institut für Hydraulik, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft der Technischen Universität (TU) Wien untersuchte die hydrologischen Bedingungen, die zu einem derart extremen Ereignis geführt haben. Niederschlagsdaten und Abflussdaten der letzten hundert Jahre wurden ausgewertet bzw. rekonstruiert. Modellrechnungen wurden durchgeführt, um die Außergewöhnlichkeit des Niederschlages und Abflusses zu vergleichen. Erste Ergebnisse liegen vor:

Das Hochwasser war dreimal so groß wie das größte Hochwasser seit hundert Jahren. Die Niederschläge betrugen bis zu 250 Liter pro Quadratmeter. Die rechnerische Jährlichkeit wurde mit mehreren tausend Jahren abgeschätzt. Nur bei einem Eisstoß im 17. Jahrhundert wurde ein ähnlicher Wasserstand erreicht.

Die bei diesen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen auch eine neue Einschätzung, wie Hochwasserschutz und Warnung in Österreich mit derart extremen Ereignissen umgehen kann. Überflutbare Dämme, Definition von Risikoflächen für Extremereignisse und Installation von Frühwarnsystemen können dazu beitragen.

Ausführliche Informationen und Infografiken finden Sie unter

www.tuwien.ac.at/forschung/nachrichten/a-kamp.htm, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster