News

Ingenieurpreis: Wie schnell sind GPS-Signale in der Atmosphäre?

Der Wiener Ingenieurpreis geht an Prof. Johannes Böhm. Unter den fünf nominierten Finalisten-Teams waren drei der TU Wien. Auch mehrere Rudolf-Wurzer-Preise für Raumplanung gingen an TU-Angehörige.

Eine Reihe wichtiger Auszeichnungen gingen an Forscherinnen und Forscher der TU Wien.

1/2 Bilder

Eine Reihe wichtiger Auszeichnungen gingen an Forscherinnen und Forscher der TU Wien.

Eine Reihe wichtiger Auszeichnungen gingen an Forscherinnen und Forscher der TU Wien.

Eine Reihe wichtiger Auszeichnungen gingen an Forscherinnen und Forscher der TU Wien.

Ingenieurpreisträger Prof. Johannes Böhm

1/2 Bilder

Ingenieurpreisträger Prof. Johannes Böhm

Ingenieurpreisträger Prof. Johannes Böhm

Ingenieurpreisträger Prof. Johannes Böhm

Die besten Wiener Ingenieurleistungen wurden am 12. 11. prämiert – und die TU Wien konnte sich nicht nur über den Hauptpreis sondern auch über einige weitere Preise freuen. Als beste Ingenieursleistung wurden die „Vienna Mapping Functions“ von Prof. Johannes Böhm (Department für Geodäsie und Geoinformation) ausgezeichnet . Sie werden heute weltweit verwendet um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von GPS-Signalen zu berechnen und somit die Präzision der Positionsbestimmung zu verbessern. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Auch das Forschungsteam von Prof. Robert Liska (Institut für Angewandte Synthesechemie) und Prof Jürgen Stampfl (Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie) sowie Prof. Thomas Bednar (Institut für Hochbau und Technologie) schafften es ins Finale der besten fünf Projekte.

Mit dem Rudolf-Wurzer-Preis wurden vorbildliche Raumplanungs-Projekte ausgezeichnet. Mit Daniela Allmeier und Stefan Groh kommen zwei von drei HauptpreisträgerInnen von der TU Wien, Johannes Suitner kann sich über einen Anerkennungspreis freuen.

Der Wiener Ingenieurpreis und der Rudolf-Wurzer-Preis werden alle zwei Jahre von der Stadt Wien und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für  Wien, Niederösterreich und Burgenland vergeben. Er soll beitragen, die gesellschaftliche Wertschätzung für technische Berufe zu steigern.

Wie schnell sind Satellitensignale?
Aus der Zeitdauer, die ein Satellitensignal braucht um zum Boden zu gelangen, lässt sich die Position auf der Erde bestimmen. Nach diesem Prinzip funktionieren Systeme wie GPS oder die europäische Variante Galileo. Über die Signal-Laufzeit zu mindestens vier Satelliten kann man die Empfängerposition mit einer Genauigkeit von etwa fünf bis zehn Metern berechnen.

Allerdings breiten sich die Satellitensignale nicht immer mit exakt derselben Geschwindigkeit aus. Während sie im Weltraum konstant mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, bremst sie die Atmosphäre ab. Ob der Weg der Signale gerade oder gekrümmt ist und wie lange die Reise dauert, hängt von Luftdruck,  Temperatur und Feuchtigkeit ab – und genau das schränkt die Genauigkeit der Positionsbestimmung ein.

Prof. Johannes Böhm und sein Team haben ein Modell für die Strahlen der Satellitensignale entwickelt. Aus numerischen Wettermodellen werden die nötigen Daten bezogen, um mit einer zeitlichen Auflösung von sechs Stunden den Zustand der Atmosphäre und seinen Einfluss auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Signale abzuschätzen. Die Koeffizienten, die man für diese Berechnung benötigt, werden auf der Webseite der TU Wien kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit verfeinerten Auswertemethoden und diesen Koeffizienten erreicht man Genauigkeiten im Bereich von wenigen Millimetern.

Auf die Liste der Top fünf schaffte es auch das Team von Robert Liska und Jürgen Stampfl, das sich mit 3D-Druck beschäftigt. Maßgeschneiderte chemische Verbindungen werden entwickelt, die dann mit Hilfe von fokussierten Laserstrahlen punktgenau ausgehärtet werden. Auch das Plus-Plus-Energie-Bürogebäude der TU Wien, unter Federführung von Thomas Bednar, kam in die Endauswahl. Zahlreiche technische Tricks machen das neu sanierte Bürohochhaus am Wiener Getreidemarkt zu einem nachhaltigen Vorzeigebau. Am 6. November wurde das Gebäude offiziell eröffnet.

Rudolf-Wurzer Preise
Der Rudolf-Wurzer-Preis für Raumplanung wird an Absolventen einschlägiger Studienrichtungen österreichischer Universitäten vergeben, deren Forschungsarbeiten Vorbildcharakter für die Praxis der Stadtentwicklung und Raumplanung in Österreich haben. Alle PreisträgerInnen des Rudolf Wurzer Preis (Hauptpreise: Daniela Allmeier, Stefan Groh, Sabine Lutz; Anerkennungspreise: Vera Seriakov / Nela Kadic, Johannes Suitner) kommen von der TU Wien (Department für Raumplanung). und sind für Abschlussarbeiten in Architektur oder Raumplanung ausgezeichnet worden.

Daniela Allmeier beschäftigt sich in ihrer Arbeit am Fallbeispiel der Region Ennspongau in Salzburg die Überlebenschancen alpiner Tourismusregionen und zeigt anhand einer regionalen Entwicklungsstrategie Zukunftsperspektiven und Handlungsempfehlungen für die Region auf.

Die Diplomarbeit „Einmischen? Stadtentwicklung und zivile Initiative“ von Stefan Groh spürt aktuelle Phänomene, Formen und Effekte der Einmischung von Seiten der Bürgerinnen und Bürger in die Stadtentwicklung auf, veranschaulicht diese und beleuchtet und hinterfragt verschiedene Formen von Beteiligung und deren Auswirkungen.

Sabine Lutz schrieb über „Sozialraumorientierte Steuerungsstrategien in der Stadterneuerungspraxis als Ansatz zur Verringerung von großstädtischen Benachteiligungsphänomenen - am Beispiel von Berlin | Moabit [D] & Wien | Simmering“

Die Dissertation von Johannes Suitner untersucht mediale Diskurse zur kulturellen Stadtentwicklung Wiens, um das Selbstverständnis einer Planung mittels Kultur zu hinterfragen und neue Wege einer Stadt mit vielfältigen Kulturen aufzuzeigen.

Die prämierte Arbeit von Vera Seriakov und Nela Kadic trägt den Titel „Skopje. Abseits der Kulisse - Strategien für eine junge Hauptstadt“