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Gute Ideen für Frauen

Für den „Call for Professorinnen“ erarbeiteten die TU-Fakultäten Gleichstellungskonzepte. Gender-Expertin Brigitte Ratzer ist mit den Ergebnissen höchst zufrieden.

Symbolbild

Mit Sabine Seidler steht eine Frau an der Spitze der TU Wien, doch insgesamt sind Frauen in den wissenschaftlichen Führungspositionen der TU Wien noch immer in der Minderheit. Damit sich das ändert hat das Rektorat in einem internen Wettbewerb die Fakultäten aufgerufen, Gleichstellungskonzepte zu entwickeln. Die Fakultäten mit den besten Konzepten wurden belohnt: Für die Fakultäten für Bauingenieurwesen, Informatik, Maschinenwesen und Betriebswissenschaften sowie Technische Chemie wird es nun zusätzliche Professuren und Laufbahnstellen geben, die speziell für Frauen ausgeschrieben werden sollen.

Auch wenn nicht alle gewinnen konnten, gab es bei dem Wettbewerb keine echten Verlierer, meint Brigitte Ratzer, Leiterin der Abteilung Genderkompetenz. „Alle acht Fakultäten lieferten gute Ideen. Wir freuen uns sehr, dass man heute offenbar in allen Fakultäten des Hauses dieses Thema ernst nimmt und in der Lage ist, kluge, zukunftsweisende Konzepte für die Gleichstellung zu entwickeln.“

Einige Ideen, die Brigitte Ratzer ganz besonders wertvoll findet, wurden von mehreren Fakultäten aufgegriffen: „Wichtig wird es sein, die Berufungsverfahren gendergerecht zu gestalten“, sagt Ratzer. So kann man etwa Genderkompetenz explizit in die Liste der Qualifikationskriterien aufnehmen. Manche Fakultäten erklärten sich bereit, mit eigenen Mitteln selbst noch weitere wissenschaftliche Stellen speziell für Frauen zu schaffen.
Auch zusätzliche Schulungen zum Thema Genderkompetenz wünscht man sich an den Fakultäten – insbesondere für Führungskräfte. „Das haben wir bisher schon immer wieder angeboten, das werden wir natürlich auch in Zukunft machen“, sagt Ratzer.

Konkrete Hilfe für weibliche Wissenschaftskarrieren kann in Form von Mentoringprogrammen geleistet werden. „Die Erfahrung zeigt, dass solche Programme sehr nützlich sein können“, meint Brigitte Ratzer. „Es gibt ganz unterschiedliche Formate dafür – von Kleingruppen-Mentoring bis zu Online-Mentoring. Oder man versucht, gezielt auf Frauen zuzugehen und sie verstärkt für Studienassistentenstellen zu gewinnen.“

Auch in die Lehre sollen Gender-Themen verstärkt einfließen. „Unter den weiblichen Studierenden ist die Drop-Out-Quote nach wie vor höher“, berichtet Ratzer. „Einige Fakultäten wollen  noch genauer untersuchen, woran das liegt. Und auch der Vorschlag, in Fachvorlesungen gezielt auf Genderaspekte einzugehen, ist ein wichtiger Ansatzpunkt.“

Mehr dazu: http://www.tuwien.ac.at/dle/genderkompetenz/gender_ressourcen (Login Intranet | Seite "Maßnahmen & Möglichkeiten")