News

Gastprofessur: Die Mechanik lebendiger Gewebe

Prof. Stéphane Avril aus Lyon (Frankreich) verbringt ein Jahr als Gastprofessor an der TU Wien.

Prof. Stéphane Avril

Prof. Stéphane Avril

Foto: Stéphane Avril

Foto: Stéphane Avril

Wird die mechanische Belastung zu groß, entstehen irgendwann Schäden – das gilt für Brückenpfeiler genauso wie für biologisches Gewebe. Mit der Strukturmechanik von Bauwerken beschäftigt man sich im Bauingenieurwesen schon lange, doch erst durch die Entwicklung moderner Computermethoden wurde es möglich, solche Analysen auch auf viel kompliziertere Materialien auszuweiten, etwa auf Knochen, Sehnen oder Knorpel. Am Institut für Mechanik und Werkstoffe der Strukturen der TU Wien forscht man bereits seit Jahren an solchen Themen, nun bekam man Verstärkung aus Frankreich: Prof. Stéphane Avril wird zwei Semester als Gastprofessor lehren und forschen.

Zwei Vorlesungen an der TU Wien

Stéphane Avril schloss seine Doktorarbeit 2002 an der Ecole des Mines de Saint-Étienne (Frankreich) ab. Nachdem er an der Arts et Métiers ParisTech (Frankreich) und an der Loughborough University (Großbritannien) geforscht hatte, kehrte er 2008 an seine Alma Mater zurück. Mehrere Forschungsaufenthalte führten ihn in die USA, an die University of Michigan Ann Arbor und an die Yale University. Derzeit ist der Professor in Saint-Étienne, wo er Leitungsfunktionen in großen biomedizinischen Labors innehatte. Avril wurde mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet, dazu zählt auch ein ERC Consolidator Grant des European Research Council.

An der TU Wien hält Stéphane Avril nun die Vorlesung „Continuum Biomechanics in Soft Tissues“, in der es darum geht, die Kontinuumsmechanik auf konkrete Probleme in biologischen Systemen anzuwenden. Im Sommersemester wird er in der Vorlesung „Cellular and Tissular Mechanobiology“ wichtige mathematische Zugänge präsentieren, mit denen sich mechanische Kräfte und ihre Wirkung auf Zellen und Gewebe erklären lassen, sowie ihre Auswirkungen auf biologische Prozesse, Physiologie und Krankheiten.