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Filmtipp | Kino unter Sternen: "The Hustler"

Heute, 18. Juli 2016, zeigt Kino unter Sternen am Karlsplatz den Film "The Hustler". TU-Absolvent Harry Horner hat hierfür den Oscar bekommen.

Kino unter Sternen: "The Hustler" | 18. Juli 2016

Kino unter Sternen: "The Hustler" | 18. Juli 2016

Kino unter Sternen: "The Hustler" | 18. Juli 2016

Kino unter Sternen: "The Hustler" | 18. Juli 2016

"Alles Karl!" heißt es zum Jubiläum von Kino unter Sternen: Noch bis 23. Juli 2016 werden neben Previews und einer Exilfilmreihe 20 österreichische Filme aus den letzten 20 Jahren am Wiener Karlsplatz gezeigt.

18. Juli: "The Hustler" – Oscar für TU-Absolvent Harry Horner
Heute, 18. Juli 2016, wird am Karlsplatz ab 21:30 Uhr der Film "The Hustler" mit Paul Newman in der Hauptrolle gezeigt. Für diesen Film hat Harry Horner 1962 den Oscar in der Kategorie "Art Direction – Set Decoration" erhalten.

Paul Newman brilliert in dem Film als junger, herumziehender Billardspieler, der seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, Amateure über den (Pool-)Tisch zu ziehen. Trotz seines Alkoholproblems tritt er in einem 36-Stunden-Marathon gegen Minnesota Fats an, den regierenden Champion. Er verliert prompt, doch die Chance auf Revanche wird kommen.

Harry Horner: Von Wien nach Hollywood
Harry (während des Studiums noch: Heinrich) Horner wurde 1910 in Holitz/Holic geboren, verbrachte er Kindheit und Jugend in Wien. Nach Ablegung der Realmatura in Wien inskribierte er 1928 an der TH in Wien (heute TU Wien) und begann hier sein Architekturstudium. Auch sein Vater Felix Horner hatte bereits an der Hochschule Maschinenbau studiert und 1907 mit der II. Staatsprüfung abgeschlossen. Heinrich Horner legte 1931 die I. Staatsprüfung mit sehr gutem Erfolg ab. Im März 1933 absolvierte er die II. Staatsprüfung. Während seiner kurzen und erfolgreichen Studienzeit schuf Horner für eine Festdekoration vier großformatige Karikaturen, die auf drastische Weise die Prüfungsangst von Studierenden mit dem Betrieb von Prüfmaschinen verknüpften und sein zeichnerisches Talent zeigen. Parallel zu seinem Architekturstudium und auch noch danach genoss Horner eine Ausbildung am Max Reinhardt Seminar.

Knapp nach dem Abschluss des Architekturstudiums wurde er von Otto Preminger ans Theater in der Josefstadt und von Max Reinhardt persönlich für die Salzburger Festspiele engagiert. Ab 1937 war er, parallel zu seinem Engagement in Salzburg, wieder auf Betreiben von Max Reinhardt, in den USA, unter anderem an der Metropolitan Opera in New York, als Ausstatter tätig.

Ab 1943 arbeitete Horner für den Film und erwarb sich sehr schnell den Ruf eines ausgezeichneten Art Directors, also eines für die gesamte Ausstattung zuständigen Mitglieds einer Filmcrew. Er bekam – nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Referenzen von Opern und Theatern – Engagements bei Meistern des "anspruchsvollen" Hollywood-Kinos. So stattete er 1949 die Henry-James-Adaption "The Heiress/Die Erbin" (Regie: William Wyler, in den Hauptrollen Olivia de Havilland und Montgomery Clift) aus. 1950 gewann er dafür in der Kategorie "Art Direction – Set Decoration/Bestes Szenenbild" seinen ersten Oscar. Danach versuchte sich Horner auch als Regisseur, konnte mit Genrearbeiten wie dem Krimi "Beware My Lovely" (1952, mit Ida Lupino und Robert Ryan) und dem Western "Man from Del Rio" (1956, mit Anthony Quinn) Achtungserfolge, aber keinen großen Kassenhit landen. Nach einigen Ausflügen in das Terrain der TV-Serien gab Horner die Regie Ende der 1950er-Jahre auf, kehrte zur Art Direction zurück und gewann mit seiner architektonisch überaus gelungenen Gestaltung der Billard-Spielhallen in "The Hustler/Haie der Großstadt" (Regie: Robert Rossen, in der Hauptrolle Paul Newman) 1962 seinen zweiten Oscar in der Kategorie "Art Direction – Set Decoration". Noch ein drittes Mal war Harry Horner für einen Academy Award nominiert, und zwar 1970 für sein eindrucksvolles Design des riesigen Tanzsaals in dem Depressionsdrama "They Shoot Horses, Don’t They?" (Regie: Sydney Pollack, in der Hauptrolle Jane Fonda). Harry Horner beendete seine Karriere 1980 mit der Ausstattung von "The Jazz Singer" (Regie: Richard Fleischer) und starb 1994. Sein Sohn, der 2015 bei einem Flugzeugabsturz verunglückte Filmkomponist James Horner, wurde ebenfalls mit einem Oscar, und zwar 1998 für "Titanic", ausgezeichnet.

Weitere Details zu Kunst und Kultur im Umfeld der TU Wien finden Sie in der Festschrift 200 Jahre TU Wien | Band "Die Technik und die Musen".

Kino unter Sternen: http://kinountersternen.at 

Bild: © Joanna Pianka | Kino unter Sternen