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Diplomprüfung per Videokonferenz

Seit 2. Juni finden unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen wieder Präsenzprüfungen an der TU Wien statt. Alternativ können Prüfungen virtuell abgehalten werden. Bereits am 24. März fand die erste Diplomprüfung per Online-Meeting an der TU Wien statt.

Porträtfoto vonEva Sophie Schönegger

Eva Sophie Schönegger

Eva Sophie Schönegger

TU Wien-Studentin Eva Sophie Schönegger legte am 24. März 2020 die erste Diplomprüfung an der TU Wien per GoToMeeting, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster ab. Voraussetzung war ihr Einverständnis und das ihrer Prüfer Prof. Michael Schnürch, Prof. Peter Weinberger und Prof. Andreas Limbeck. Das Thema der Arbeit, welches beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster im Department of Medicinal Chemistry in Wien, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Synthesechemie, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster an der TUW durchgeführt wurde, war die Synthese von Phosphat-Bioisosteren und deren physikochemischen Eigenschaften.

Diplomprüfung anders als erwartet

Die Präsentation der Arbeit erfolgte in englischer Sprache, wobei die Folien per Screen Sharing gezeigt wurden. Die anschließende Prüfung wurde auf Deutsch abgelegt. Der Ablauf der Online-Diplomprüfung unterschied sich dabei kaum von einer „klassischen“ Prüfung – bis auf den fehlenden direkten Augenkontakt der Teilnehmer_innen.

Ihre Eindrücke beschreibt die frisch gebackene Diplomandin so: „Die Technik hat einwandfrei funktioniert. Um diese zu testen habe ich mit meinem Professor Michael Schnürch einige Tage davor einen Testanruf gemacht, welcher ebenso wie die eigentliche Prüfung aufgezeichnet wurde. Nachdem ein solcher Test auch mit meinen weiteren Prüfern Prof. Peter Weinberger und Prof. Andreas Limbeck in meiner Abwesenheit durchgeführt wurde und ebenfalls ohne Probleme verlaufen ist, wurde ein fixer Termin für die Prüfung festgelegt. Vor allem mein Diplomarbeitsbetreuer Prof. Schnürch war sehr initiativ was die Planung der Prüfung inklusive der Testläufe anging. Die Flexibilität und Bereitschaft meiner Prüfer habe ich als Studentin sehrgeschätzt“.

Laut den Prüfern waren Mimik und Gestik während der Prüfung sehr gut zu beobachten, lediglich bei der Präsentation kam die Körpersprache nicht so ausdrucksstark zur Geltung. Da Eva Schönegger bei der Ausarbeitung der Fragen nicht auf einer Tafel schreiben konnte, wurde als Alternative auf ein Blatt Papier gezeichnet, welches anschließend in die Kamera gehalten wurde.

Die Notenvergabe verlief so, dass Schönegger nach Ende der Prüfung das GoToMeeting für eine vorgegebene Zeit verließ und sich dann wieder einwählte. Insgesamt dauerte die Prüfung mit Notenvergabe etwas über eine Stunde. Neuer Aspekt nach erfolgreichem Abschluss: Die Besprechung der ungewohnten Prüfungssituation, die sowohl positive als auch negative Aspekte ergab.

Fazit: Online-Meeting als passender Rahmen?

Prof. Schnürch identifiziert als positiven Aspekt, dass externe Prüfer_innen z.B. nicht extra einfliegen müssen (auch wenn bei Diplomprüfungen in der Regel TUW-interne Personen im Einsatz sind). „In Zeiten wie diesen – Stichwort Klimaschutz - muss man für eine einstündige Prüfung nicht unbedingt jemanden weit anreisen lassen. Andererseits ist es auch nicht zielführend, immer die gleichen Prüfer_innen von nahegelegenen Unis zu nehmen. Das Zuschalten von Externen kann die Diversität an Prüfer_innen erhöhen ohne zusätzliche Kosten und Emissionen zu verursachen“.

„Ich würde trotzdem eine persönliche Prüfung vor Ort bevorzugen“, ergänzt Prof. Limbeck. „Die Diplomprüfung ist die letzte Prüfung im Studium und diese soll ein besonderer Moment mit entsprechender Atmosphäre sein.“ Bei einer Abschlussprüfung mittels Video-Konferenz bleibt es Studierenden verwehrt den Studienabschluss offiziell im Gebäude der TU Wien zu begehen und hier mit Familie und Freunden zu feiern.

Einhellige Meinung ist: Diplomprüfung per Online-Meeting funktioniert, soll aber die Ausnahme bleiben. In speziellen Fällen in denen Studierenden sonst ein Nachteil entstehen würde, ist dies aber eine praktikable Alternative um den Studienabschluss zu ermöglichen.