News

Der Computer revolutioniert die Therapie von Rheumapatienten

Röntgenbild des Mittelhandknochens des kleinen Fingers. Der linke, obere Teil des Knochens ist deutlich geschädigt.

1 von 4 Bildern oder Videos

Röntgenbild des Mittelhandknochens des kleinen Fingers. Der linke, obere Teil des Knochens ist deutlich geschädigt.

Röntgenbild des Mittelhandknochens des kleinen Fingers. Der linke, obere Teil des Knochens ist deutlich geschädigt.

Das neue Mustererkennungsverfahren kann sehr genau diese geschädigte Stelle lokalisieren.

1 von 4 Bildern oder Videos

Das neue Mustererkennungsverfahren kann sehr genau diese geschädigte Stelle lokalisieren.

Das neue Mustererkennungsverfahren kann sehr genau diese geschädigte Stelle lokalisieren.

Jury und Preisträger: A Min Tjoa (Studiendekan Informatik), Werner Purgathofer (Abt. Computergraphik), Anton Ofner (Olympus Austria), Viktor Cap (Siemens AG), Walter Kropatsch (Abt. PRIP und Juryvorsitzender), Georg Langs (Preisträger), Dieter Hönigmann (ACV), Helmut Schwabach (ARC Seibersdorf research), Robert Sablatnig (Abt. PRIP)

1 von 4 Bildern oder Videos

Jury und Preisträger: A Min Tjoa (Studiendekan Informatik), Werner Purgathofer (

Jury und Preisträger: A Min Tjoa (Studiendekan Informatik), Werner Purgathofer (Abt. Computergraphik), Anton Ofner (Olympus Austria), Viktor Cap (Siemens AG), Walter Kropatsch (Abt. PRIP und Juryvorsitzender), Georg Langs (Preisträger), Dieter Hönigmann (ACV), Helmut Schwabach (ARC Seibersdorf research), Robert Sablatnig (Abt. PRIP)

PRIP-Preisträger Georg Langs

1 von 4 Bildern oder Videos

PRIP-Preisträger Georg Langs

PRIP-Preisträger Georg Langs

Rheumatoide Arthritis betrifft 17% der Behinderungen von Erwachsenen

Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Krankheit, die tausende ÖsterreicherInnen betrifft. Sie führt zu wiederkehrenden, sehr schmerzhaften Entzündungen der Gelenke. Die Folge sind schwere Gelenksschäden, die zu körperlicher Behinderung führen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine exakte Erfassung des Krankheitsfortschrittes unerlässlich. Ein Verfahren der Arbeitsgruppe Mustererkennung und Bildverarbeitung (PRIP) des Instituts für Rechnergestützte Automation ermöglicht nun erstmals die rechnergestützte Analyse von Röntgenbildern, findet automatisch Gelenke und misst das Fortschreiten vorhandener Knochenschäden. Die Methodik wurde im Rahmen einer Diplomarbeit von Georg Langs unter der Betreuung von Horst Bischof und in Zusammenarbeit mit Philipp Peloschek von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am AKH Wien entwickelt. „Einem Computer beizubringen, kranke von gesunden Gelenken zu unterscheiden war nicht nur faszinierend, sondern für uns Mediziner auch überraschend einfach“, meint Peloschek. Um Schäden der Hände und Füße zu beurteilen, ist die vorherrschende, radiologische Methode nicht nur überaus zeitaufwendig sondern auch ungenau. „Diese neuartige Methode wird nicht nur die Verlaufskontrolle von Rheumapatienten revolutionieren, sondern könnte auch in vielen anderen Spezialgebieten der Radiologie eingesetzt werden. Es besteht die Hoffnung, durch diese Art der Verlaufskontrolle die Therapie zum Wohle der Patienten verbessern zu können. Die Ärzte können sich jetzt auf die Interpretation der vom Computer vorgefundenen Ergebnisse konzentrieren.“

Der Computer „lernt" aus den Erfahrungen des Arztes

Während einer von Radiologen überwachten Trainingsphase eignet sich das Verfahren das notwendige Wissen an, wodurch sich eine langwierige händische Auswertung von Daten erübrigt. Dem Rechner werden Gelenke in verschiedenen Krankheitsstadien gezeigt, und er lernt selber diese zu unterscheiden. Das ermöglicht erstmals, die radiologischen Kriterien mathematisch nachzuvollziehen indem anatomische Formen und Strukturen für den Computer fassbar beschrieben werden. „Bemerkenswert ist, dass genau jene Argumente für das Vorliegen eines Knochenschadens errechnet wurden, die seit Jahrzehnten von Radiologen erfolgreich verwendet werden", analysiert Peloschek. Erste Untersuchungen weisen auf eine hohe Präzision des Systems hin. „Es wurde ein Verfahren entwickelt, welches dem Arzt erlaubt den Zeitaufwand für die Diagnostik erheblich zu reduzieren und wesentlich genauere Resultate zu erzielen. Interessant ist, dass es die Methode erlaubt, aus den Erfahrungen des Arztes zu lernen. Diese ausgezeichnete Arbeit ist ein eindrucksvolles Beispiel moderner Methoden der digitalen Bildverarbeitung und Mustererkennung", freut sich Horst Bischof.

PRIP-Preis 2002

Für seine ausgezeichnete Diplomarbeit bekam Georg Langs auch am 14. November 2002 den mit 3.000 Euro dotierten PRIP-Preis verliehen. Dieser Preis wird jedes Studienjahr, heuer bereits zum dritten Mal, für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Mustererkennung und Bildverarbeitung an Studierende der Technischen Universität (TU) Wien vergeben. Vier Kandidaten gelangten in die Endauswahl, die ihre Arbeiten im Stadtbüro der ARC Seibersdorf research GmbH präsentieren durften. Die Jury setzte sich aus Vertretern des Fachbereichs Informatik und Vertretern der Sponsoren zusammen (siehe Foto). Der Vorsitzende der Jury, Walter Kropatsch: "Alle vier präsentierten Arbeiten zeigten ein sehr hohes Niveau und eine ausgezeichnete Kenntnis des Fachgebietes. Die Arbeit des Preisträgers bestach durch die überzeugende Präsentation, die sehr ausgewogen den Einsatz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Nutzen der medizinischen Diagnostik demonstrierte".