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Das war das Forum TU Vision 2025+: "Forschung | Lehre | Raum" - Vizerektoren im Gespräch

Einblicke und Ausblicke von Kurt Matyas, Vizerektor für Studium und Lehre & Josef Eberhardsteiner, Vizerektor für Infrastruktur.

Podium

Die Vizerektoren Josef Eberhardsteiner (2.v.l.) und Kurt Matyas (3.v.l.) sprachen über Möglichkeiten und Herausforderungen im Rahmen ihrer Aufgabengebiete

Die Vizerektoren Josef Eberhardsteiner (2.v.l.) und Kurt Matyas (3.v.l.) sprachen über Möglichkeiten und Herausforderungen im Rahmen ihrer Aufgabengebiete

Publikum

Das Publikum konnte mitdiskutieren

Das Publikum konnte mitdiskutieren

Die letzte Veranstaltung des Forum TU Vision 2025+ im Wintersemester 2017/18 bot am 15. Jänner 2018 die Gelegenheit, Josef Eberhardsteiner und Kurt Matyas am Campus Gußhaus in ihrer jeweiligen Funktion als Vizerektoren für Infrastruktur respektive Lehre und Studium zu ihrer persönlichen Vision für ihren Aufgabenbereich sprechen zu lassen und anschließend Fragen zu stellen.

Vizerektor Kurt Matyas rückte die Bedeutung des Dialogs mit Lehrenden und Studierenden besonders zu Beginn des Studiums in den Vordergrund seiner Ausführungen. Darin inbegriffen war die Relevanz einer Neugestaltung bzw. guten Umsetzung der STEOP, die gemeinsam mit Mentorings, Repetitorien, Vorabinformationen und Self-Assessments sowie anderen Maßnahmen unterstützend bei der Studienwahl und der Eingewöhnung in das Universitätssystem wirken soll.

Da die Eingangsphase oft prägend für den weiteren Verlauf und Erfolg eines Studiums ist, liegt darauf auch das Hauptaugenmerk in den Anstrengungen der kommenden Jahre, ohne gleichzeitig das "Davor" hinsichtlich der Orientierung von Schüler_innen sowie das "Danach" im Sinne der Nachhaltigkeit des Studienerfolgs zu vernachlässigen. Angesprochen wurden in diesem Zusammenhang auch die Themen Exzellenzförderung sowie professionelle Unterstützung von Lehrenden. Auch das Studienplatzfinanzierungsmodell sowie englischsprachige Masterstudien fanden als Beispiele für neue Wege in Zukunft Eingang in den Vortrag.

Ein weiteres schwergewichtiges Thema war der Einfluss der Digitalisierung des Lernens an der Hochschule, welche eine zeitliche und räumliche Trennung der Studierenden und Lehrenden zulässt und somit sowohl Flexibilität schafft als auch erfordert, da eine flächendeckende Implementierung von neuen Lehr- und Lernmethoden wie Inverted Classroom, Audience Response Systemen, Vorlesungsstreamings, MOOCs, etc. mit entsprechenden zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet werden muss. Es soll somit aber auch verstärkt darauf eingegangen werden, wie Lehre gestaltet werden kann und nicht nur, was deren Inhalte sein müssen.

Josef Eberhardsteiner, Vizerektor für Infrastruktur, ging in seiner Vorstellung auf die Wertschätzung des innerstädtischen Standortes der TU Wien ein, deren Vorteile in seinen Augen die Nachteile klar überwiegen. Einen großen Widerspruch, den es in Zukunft aufzulösen gilt, sei die seit Jahren stark wachsende Anzahl an Studierenden mit gleichzeitig kaum erweiteter verfügbarer Fläche. Als Beispiel nannte er die Verdoppelung der Studierendenzahl in den letzten 10 Jahren, wohingegen die räumlichen Gegebenheiten nur zu 15% mitwachsen konnten bzw. vielmehr durften.

Doch Raum ist nicht gleich Raum, denn einerseits bedeutet mehr Fläche auch Platz für neue Herausforderungen und Aufgaben, andererseits ist auch die Qualität dieser Räume von entscheidender Relevanz (z.B. Laborcluster, zunehmend multifunktionale Räume, Entwicklungsgebiet Arsenal, etc.). Auch hat die TU Wien am Getreidemarkt ein Leuchtturmprojekt mit dem Plus-Energie-Hochhaus geschaffen, es bedarf jedoch einer Intensivierung der gemeinsamen Anstrengungen diese Erfolge zu wiederholen und zu erweitern, um nachhaltige Immobilien zu schaffen und zu bewirtschaften.

Nach der Sicherheitssanierung am Standort Karlsplatz wird das schon in die Jahre gekommene Freihaus zum nächsten Großprojekt. Außerdem präsentierte  Josef Eberhardsteiner konkrete Vorschläge für einen im TU Visionspapier verfassten 'Action Point', in dem es um die geforderte Schaffung von permanenten Begegnungsorten geht: In den kommenden Jahren werden derzeit interimistisch belegte, ungenützte und/oder sanierungsbedürftige Immobilien am Standort Karlsplatz und Gußhausstraße auf ihre Nutzbarkeit als Orte des Austauschs und Verweilens geprüft werden, die neben einer offensiveren Mitgestaltung des öffentlichen Raums im Umfeld der TU in den nächsten 10 bis 15 Jahren Platz für ein verstärktes Miteinander schaffen sollen.

Einigkeit herrschte bei beiden Vizerektoren, dass die Verhandlungen um die nächste Leistungsvereinbarung mit dem Ministerium absolut ausschlaggebend sein werden, inwieweit diese Visionen zeitnah umgesetzt werden können, da davon die konkrete Umsetzbarkeit von wichtigen Elementen wie beispielsweise der Lehramtsoffensive oder auch der Anpassung der Vereinbarung mit dem Ministerium bezüglich räumlichen Wachstums an der TU Wien aus dem Jahr 2007 auf die Umstände von heute sowie der erwartbaren Studierendenzahlen in der nahen bis mittelfristigen Zukunft abhängen.

Das Programm des Forum TU Vision 2025+ für das Sommersemester 2018 wird im März bekanntgeben.
Mehr Infos unter vision2025.tuwien.ac.at

 

Fotos © TU Vision 2025+