Handlungsfähigkeit in sozio-technischen Systemen: Coworking mit künstlichen Agenten

Die Untersuchung der Rolle der neuen Technologien ist ein ständiges Anliegen der Organisationsforschung. In den letzten zehn Jahren haben die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz es ermöglicht, dass passive Objekte aktiv und agierend werden. Dies verändert nicht nur die Arbeit, die wir verrichten, sondern auch, wer die Arbeit verrichtet. (Soziale) Roboter, selbstfahrende Autos und intelligente Haussysteme sind Beispiele für kognitive Computersysteme, die Aufgaben ohne menschliches Zutun erledigen.

Während diese rasante Entwicklung erheblich zu Veränderungen in der Arbeitsorganisation beiträgt, ist wenig darüber bekannt, wie sich die tatsächliche Verteilung von Aufgaben und Entscheidungsrechten innerhalb eines sozio-technischen Netzes auf die Zusammenarbeit zwischen menschlichen und künstlichen Agenten auswirkt. Denn aus sozialpsychologischer Sicht sind die objektiven Fähigkeiten dieser Maschinen weniger relevant als die subjektive Bereitschaft der menschlichen Agenten, diese Zusammenarbeit zu akzeptieren.

Ziel dieser Untersuchung ist es, zu prüfen, inwieweit maschinelle (technische) Systeme in menschliche (soziale) Systeme integriert werden können. Die Organisationstheorie geht davon aus, dass für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen menschlichen und künstlichen Agenten zwei grundlegende Probleme gelöst werden müssen: (i) die Arbeitsteilung, d.h. die Frage, wie Aufgaben und Entscheidungsrechte unter den Agenten verteilt werden können, und (ii) die Integration der Bemühungen, d.h. die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass die Bemühungen der verschiedenen Agenten mit den Organisationszielen in Einklang gebracht werden. Auf der Grundlage dieser beiden Bereiche verfolgt diese Dissertation ein doppeltes Ziel. Das erste Ziel ist die Analyse der effektiven Verteilung von Aufgaben und Entscheidungsrechten zwischen menschlichen und künstlichen Agenten unter Berücksichtigung der Aspekte Kontrolle, Verantwortlichkeit und Effizienz. Das zweite Ziel ist die Untersuchung der sozialpsychologischen Konsequenzen dieser Zusammenarbeit im Hinblick auf soziales Handeln und implizite soziale Kognition.

Für weitere Informationen über das Projekt und Möglichkeiten der Zusammenarbeit wenden Sie sich bitte an Setareh Zafari, öffnet in einem neuen Fenster.