Campus Gußhaus

CH – Zentrum für Mikro- und Nanostrukturen

Seit dem Jahr 1993 verfügt die TU Wien über das Zentrum für Mikro- und Nanostrukturen (ZMNS), das im Kern aus Reinräumen und der zugehörigen Infrastruktur besteht, die damals aus Sondermitteln des Bundesministeriums finanziert wurden. Es wird von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik betrieben und ist derzeit in der Floragasse situiert. 

Das ZMNS stellt die notwendige Infrastruktur für die Erforschung und Entwicklung funktioneller Mikro- und Nanostrukturen bereit, die je nach Fragestellung und Projektinhalt neuartige elektronische oder photonische Bauelemente oder Sensorelemente betreffen. Die Realisierung solcher Bauelemente und Komponente für die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung ist nur durch die Aufrechterhaltung einer anspruchsvollen technologischen Infrastruktur möglich. 

Im Zuge des Projektes TU Univercity 2015 startete die TU Wien einen Neuaufbau der Reinräume für das ZMNS. Sie werden im Verband der Fakultät am Standort Gußhausstraße gemeinsam mit dem Institut für Festkörperelektronik (Floragasse) im historischen Objekt Gußhaus untergebracht. Dementsprechend sind die baulichen und vor allem haustechnischen Anforderungen auf das neue Büro- und Laborgebäude mit besonderer Rücksichtnahme auf die denkmalgeschützten Gebäudestrukturen umzusetzen. 

Sowohl der Teilabbruch der denkmalgeschützten Bauhallen (Altes Gußhaus) als auch der Neu- und Zubau für das ZMNS wurden 2012/13 bei der Behörde eingereicht, nachdem eine intensive Abstimmung mit den Nutzer_innen hinsichtlich der hochtechnisierten Gebäudeausrüstung durchgeführt wurde. 

Projektstart 

Der scheidende Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Prof. Gottfried Magerl gab gemeinsam mit dem Vorsitzenden des TU-Universitätsrates Veit Sorger und der Rektorin Sabine Seidler am 17. Dezember 2013 vor Ort den Startschuss für die Umsetzung. 

Ausgangslage 

Bis 1721 war das Gebäude Sommersitz von Ferdinand Fürst Lobkowitz und dann Teil des kaiserlichen Lustschlosses „Favorita“. 1750 wurde hier das „Artillerie-Gußhaus“ errichtet in dem Kanonenkugeln gegossen wurden. Daher der Name „Gußhaus“ bzw. Gußhausviertel. Ab 1861 erfolgte die Umwandlung in eine „Kunstgießerei“ samt Wohn- und Ateliergebäude des bekannten Ringstraßenmalers Makart.

Das heutige „Gußhaus“ besteht aus einem historischen denkmalgeschützten Kern und mehreren später errichteten Zubauten, in denen in den letzten Jahrzehnten die Technische Versuchs- und Forschungsanstalt (TVFA) einen Teil ihrer Werkstätten hatte. 

Alt versus Neu 

Für das neue Projekt wird der Kern von allen späteren Zubauten befreit und rund um diesen das ZMNS mit den zugeordneten Labor-, Büro- und Nebenräumen angeordnet. Dabei wird, soweit dies möglich und sinnvoll ist, die historische Substanz saniert und in den Neubau integriert. Speziell mit den noch ursprünglich erhaltenen Bereichen des Kuppelraums und Westtraktes (Gewölberaum) bilden diese historischen Räume, Elemente und Motive einen spannenden Kontrast zu den direkt angrenzenden hochtechnisierten Labor- und Reinräumen.

Nach den archäologischen Sicherungs- und Schutzmaßnahmen sowie der umfassenden Dokumentation war nach der behördlichen Genehmigung das Jahr 2016 den Bauarbeiten gewidmet. Mit Jahresbeginn wurde der benötigte Turmdrehkran aufgestellt und mit den Fundierungsarbeiten begonnen. Danach starteten die umfangreichen Baumeisterarbeiten.

Sanierungsarbeiten: Überblick über das ZMNS

Ehemalige Gußhalle

Ehemaliger Ofen im Gußhaus

Archäologische Grabungen

Visualisierung des neuen Zentrums für Mikro- und Nanostrukturen