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Zukunftskolleg: Magnetismus und Licht

Der FWF finanziert wieder zwei „Zukunftskollegs“ – an einem von ihnen ist die TU Wien maßgeblich beteiligt. Erforscht wird eine neue Form der Spektroskopie.

Hongtao Hu und Valentina Shumakova im Labor

Hongtao Hu und Valentina Shumakova

Der österreichische Wissenschaftsfonds FWF finanziert auch in diesem Jahr wieder sogenannte „Zukunfskollegs“. Dadurch sollen interdisziplinäre Teams von jungen Postdocs am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn gefördert werden. An einem der beiden geförderten Projekte ist die TU Wien maßgeblich beteiligt. Valentina Shumakova und Hongtao Hu (beide vom Institut für Photonik der TU Wien) werden gemeinsam mit dem Chemiker Sebastian Mai (Projektkoordinator, Universität Wien) an einer neuen Spektroskopie-Technik arbeiten.

Spektroskopie – aber magnetisch

Unterschiedliche Atome, Moleküle und Materialien reagieren unterschiedlich auf Licht. So kann man etwa verschiedene Substanzen detektieren, indem man misst, welche Lichtwellenlängen sie absorbieren bzw. streuen. Die Spektroskopie ist längst zu einem alltäglichen Werkzeug in der Chemie und der Physik geworden.

Allerdings konzentrierte man sich dabei bisher meist auf die elektrische Wechselwirkung zwischen Licht und Materie. Licht kann aber als elektromagnetische Welle auch magnetische Effekte hervorrufen – und wie man das im Bereich der Spektroskopie nutzbar machen kann, soll in dem neuen Forschungsprojekt nun untersucht werden.

„Die Wechselwirkung von Materie mit den elektrischen Komponenten des Lichts ist typischerweise stärker als mit den magnetischen Komponenten“, erklärt Valentina Shumakova. Es ist daher eine große Herausforderung, elektrische Effekte durch ausgeklügelte Versuchsanordnungen abzuschirmen, sodass sie die magnetischen Effekte nicht überstrahlen. Das Team möchte damit die Grundlagen für eine neue Messmethode schaffen, die dann in ganz unterschiedlichen Forschungsbereichen zum Einsatz kommen könnte – etwa in der chemischen Analytik oder in der Materialforschung.

Zukunftskollegs mit ungewisser Zukunft

Ob es die Förderschiene der Zukunftskollegs weiterhin geben wird, ist derzeit unklar. Wie der FWF bekanntgab, ist die Dotierung vorerst ausgelaufen. 2021 konnten noch zwei Projekte bewilligt werden – neben dem Spektroskopie-Forschungsprojekt von Shumakova, Hu und Mai wird auch ein Forschungsprojekt aus dem Grenzbereich zwischen Kunst und Philosophie gefördert.