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Wasserstoff aus Abfall

Wie wird aus Biomasse Wasserstoff und warum sollen bei der Herstellung von Treibstoffen immer mehr biogene Abfallprodukte eine Rolle spielen? Diese und andere Fragen stellen sich TU-ForscherInnen im Rahmen des Projekts "Hyvolution" zusammen mit WissenschafterInnen aus 11 EU-Staaten, der Türkei und Russland.

Anton Friedl (li.), Walter Wukovits

Anton Friedl (li.), Walter Wukovits

Wien (TU). - "Die Aufgabe bei 'Hyvolution' lautet einen Prozess zu entwickeln, der es erlaubt auf biologischem Weg mit niedrigen Temperaturen reinen Wasserstoff aus Biomasse herzustellen", erklärt Walter Wukovits, Projektassistent am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Fermentation, ein Verfahren bei dem durch Mikroorganismen biogene Materialien umgesetzt werden können. Demnach soll im Projekt "Hyvolution" aus sorgfältig ausgewählten und vorbehandelten Rohstoffen, darunter zucker-, stärke- oder zellulosehältige Produkte, Wasserstoff entstehen. Wukovits: "Derzeit untersucht man in den Labors beispielsweise zellulosehältige Komponenten wie Holz, Stroh oder Gras. Mit der richtigen Aufschlussmethode werden daraus im ersten Fermentationsschritt Wasserstoff, CO2 und organische Säuren gebildet." Dieser erste Teil des Verfahrens findet in den Projektpartnerländern Schweden und Niederlande unter Beteiligung der "Profactor ProduktionsforschungsGmbH", dem zweiten österreichischen Partner, statt. Forschung zum zweiten Fermentationsschritt, bei dem auch aus den organischen Säuren, Wasserstoff und CO2 entsteht, wird unter anderem in Deutschland und in der Türkei durchgeführt. Letzterer ist an einen Ort mit hoher Sonneneinstrahlung gebunden, da es sich um eine Fotofermentation - ein Verfahren, das lichtabhängig ist - handelt.

In Wien arbeiten Walter Wukovits, sein Projektteam sowie Partner aus Schweden und Polen gemeinsam an der Prozesssimulation. Mit Hilfe von Computermodellen fügt das Forscherteam die erforderlichen Prozessschritte - Aufschluss, Fermentation, Fotofermentation und Gasreinigung - zusammen und versucht sie zu optimieren. Daraus möchte man in naher Zukunft eine Pilotanlage konzipieren. "Wir berechnen wie viel Energie für die Heizung und Kühlung der Anlage aufzuwenden ist. Welche Apparate brauchen wir, wie groß soll die Anlage sein, welche Materialien werden verwendet. All das spielt bei der detaillierten Planung eine Rolle", so Wukovits. Der Produktpreis soll durch die Prozessoptimierung bei etwa 10 Euro pro GJ (= Gigajoule) liegen. Dies entspricht den heutigen Treibstoffkosten. Ziel ist es also bei minimalem Energiebedarf die maximale Ausbeute an Wasserstoff zu gewährleisten und so die Produktionskosten zu reduzieren.

Darüber hinaus möchten die Wissenschafter eher weg von Nahrungsmitteln (z.B. Getreide) und hin zu "Abfallstoffen". Die Herausforderung besteht beispielsweise darin auch aus biogenen Reststoffen der Lebensmittelindustrie, wie Schalen von Obst und Gemüse oder Presskuchen bei der Obstsaftherstellung Wasserstoff zu produzieren.

Das Projekt "Hyvolution", wird durch das 6. EU-Rahmenprogramm für Forschung, Technologische Entwicklung und Demonstration unterstützt. Professor Anton Friedl ist für die Projektleitung an der TU Wien verantwortlich.

Fotodownload:

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Motiv: Anton Friedl (li.), Walter Wukovits
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Nähere Informationen finden Sie unter: www.hyvolution.nl und www.biowasserstoff.at

Rückfragehinweis:
Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Anton Friedl
Projektass. Dipl.-Ing. Dr. Walter Wukovits
Technische Universität Wien
Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T +43/1/58801-15920, -15926
F +43/1/58801-15999
anton.friedl@tuwien.ac.at
walter.wukovits@tuwien.ac.at

Aussender:
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Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
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Mag. Daniela Ausserhuber,