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Vielzitierte Forschung: Zwei TUW-Wissenschaftler im Spitzenfeld

Wichtige Datenbanken aufzubauen und frei zur Verfügung zu stellen, lohnt sich: Wolfgang Wagner und Wouter Dorigo stehen weit oben auf der Liste der „Highly Cited Researchers“.

Portraitfotos von Wouter Dorigo (links) und Wolfgang Wagner (rechts)

Highly Cited Researchers: Wouter Dorigo und Wolfgang Wagner

Foto Wouter Dorigo (l.) © TU Wien, Foto Wolfgang Wagner (r.) © Wilke

Foto Wouter Dorigo (l.) © TU Wien, Foto Wolfgang Wagner (r.) © Wilke

Wissenschaftliche Ergebnisse sind erst dann wirklich wertvoll, wenn sie anderen Leuten bei ihrer Arbeit weiterhelfen. Wie oft eine wissenschaftliche Publikation zitiert wird, gilt daher als wichtige Maßzahl für die Relevanz der Arbeit. Das US-amerikanische Datenverarbeitungsunternehmen Clarivate Analytics veröffentlicht jedes Jahr die Namen der meistzitierten Personen unterschiedlicher wissenschaftlicher Fachbereiche. Mit Prof. Wolfgang Wagner und Prof. Wouter Dorigo sind zwei Wissenschaftler der TU Wien auf dieser Liste vertreten. Beide forschen sie am Department für Geodäsie und Geoinformation.

In den meistzitierten Arbeiten der beiden Forscher geht es um Bodenfeuchte, die mit Hilfe von Satellitendaten bestimmt werden kann. Die ganze Erde wird von Satelliten aus mit Mikrowellenstrahlen abgetastet. Wie stark diese Mikrowellenstrahlen von der Erdoberfläche zu den Satelliten zurückreflektiert werden, hängt von der Vegetation und von der Bodenfeuchte ab. Durch aufwändige Verarbeitung riesiger Datenmengen gelingt es, die Bodenfeuchte verschiedener Regionen auf dem ganzen Erdball zu berechnen und zusätzlich auch noch wichtige Information über Niederschlag und Vegetation zu gewinnen. „Solche Datensätze sind von großer Bedeutung, unter anderem um die Konsequenzen des Klimawandels richtig einschätzen zu können“, betont Wouter Dorigo.

Wissenschaftlicher Erfolg durch Open Data

„Wir sehen ganz deutlich: Open Data hat einen starken wissenschaftlichen Impact“, sagt Wolfgang Wagner. Umfangreiche Datenbanken wurden an der TU Wien aufgebaut. Mit ihnen kann man nun Bodenfeuchtedaten unterschiedlicher Regionen analysieren und vergleichen. Mit Hilfe detaillierter Zeitreihen-Analysen lassen sich sogar klimawandelbedingte Veränderungen genau untersuchen. Diese Daten sind nun Dank verschiedener Projekte – finanziert von der Europäischen Raumfahrtsbehörde ESA, EUMETSAT und der Europäischen Kommission - für die wissenschaftliche Community auf der ganzen Welt frei zugänglich. Genau das wurde für das Department für Geodäsie und Geoinformation zum Erfolgsrezept.

„Um solche Datensätze zu erstellen, die nun auf der ganzen Welt verwendet werden, braucht man auch eine entsprechende Infrastruktur“, sagt Wolfgang Wagner. „Wir haben ein eigenes Datenzentrum aufgebaut, um die Petabyte an Daten speichern zu können, die bei unserer Forschung anfallen. Und auch die enge Anbindung an den VSC, Österreichs leistungsfähigsten Supercomputer, ist für uns sehr wichtig.“

Highly Cited Researchers

Für die Liste der „Highly Cited Researchers” wurden von Clarivate Analytics Forschungsarbeiten herangezogen, die im Zeitraum von 2008 bis 2018 publiziert wurden. Insgesamt wurden dieses Jahr 6.216 Personen gelistet, 44 von ihnen kommen aus Österreich.