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TU Wien verleiht Honorarprofessur an Frank Leymann

Der Informatik-Pionier Frank Leymann wird für seine bahnbrechende Forschung in Informatik und Quantencomputing ausgezeichnet.

Rektorin Sabine Seidler, Prof. Frank Leymann, VR Kurt Matyas und Laudator Prof. Schahram Dustdar (von links)

© Matthias Heisler

Am 13. September verlieh die TU Wien eine Honorarprofessur der Fakultät für Informatik an Frank Leymann, um seine umfassenden Beiträge in der Informatik zu würdigen. Der international renommierte Forscher und erste Kurt Gödel-Gastprofessor, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster der TU Wien ist eng mit der Fakultät für Informatik verbunden. Rektorin Sabine Seidler ehrte Frank Leymann gemeinsam mit Gerti Kappel, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Dekanin der Fakultät für Informatik, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster und Laudator Schahram Dustdar, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Professor und Leiter der Research Unit for Distributed Systems, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster.

"Mit Frank Leymann kommt ein Pionier an die TU Wien, der mit seiner Expertise aus Informatik und Mathematik die Grenzen zwischen klassischem Computing und Quantencomputing überwindet," ist Gerti Kappel überzeugt. Wiens Rolle im Quantencomputing, insbesondere in der Erforschung hybrider Anwendungen, soll mit Frank Leymann als Honorarprofessor weiter gefestigt werden. Der Professor für Informatik an der Universität Stuttgart beschäftigt sich unter anderem mit der Integration von Quantencomputing – für wissenschaftliche, aber auch kommerzielle Zwecke. "Quantencomputer sind schneller, präziser und leistungsfähiger," erklärt Leymann, "Sie ermöglichen uns Probleme zu lösen, die in der Informatik allgemein als unlösbar galten. Aber um Quantencomputer tatsächlich breit anzuwenden, müssen wir es schaffen, sie mit bestehenden Systemen zu kombinieren."

Frank Leymann leitet das Institut für Architektur von Anwendungssysteme, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster der Universität Stuttgart. Er begann seine akademische Karriere mit einem Studium der Mathematik, Physik und Astronomie und erhielt 1982 einen Master of Science in Mathematik von der Universität Bochum, Deutschland. Dort promovierte er 1984 in der Differenzialgeometrie zu "Faltungen auf Räumen mit Singularitäten".

Mit über 550 veröffentlichten Artikeln, mehr als 42.000 Zitaten und einem H-Index von 89 gilt er heute als einer der einflussreichsten Informatiker_innen weltweit. Seine Expertise ist vielfältig – von Workflow Management über Mustersprachen zu Cloud-Computing, IoT, Integrationstechnologien und Quantencomputing – und liegt nicht nur in der Forschung, sondern auch in industriellen Anwendungen. 

Leymann hält über 70 internationale Softwarepatente und ist maßgeblich an der Entwicklung internationaler Standards (unter anderem: BPEL, BPMN, WS-RF, TOSCA) beteiligt. Zudem wird er als "Vater" des Workflows bezeichnet: Nach seinem Doktorat begann er eine steile Karriere bei der IBM Software Group und trug maßgeblich zur Entwicklung von Softwareprodukten wie DB2, Websphere oder MQSeries bei. Sein Buch "Production Workflow: Concepts and Techniques, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster" wurde zum Schlüsselwerk über die Strukturierung und Gestaltung von Workflow-Systemen. Seine Konzepte des transaktionalen Designs und zu Systemarchitekturen werden in Workflow-Produkten von Unternehmen wie IBM, Oracle und Microsoft sowie in Open-Source-Implementierungen umgesetzt. Nach 20 Jahren bei IBM kehrte Leymann als ordentlicher Professor für Informatik an der Universität Stuttgart in die Wissenschaft zurück. Dort arbeitet er derzeit intensiv daran, Quantencomputing breiter nutzbar zu machen – etwa mit Workflow-gesteuerten Anwendungen für Unternehmen, die Quanten- und klassisches Computing verbinden.  

Frank Leymann hat stets eine enge Beziehung zur TU Wien und zur Fakultät für Informatik gepflegt, sei es im wissenschaftlichen Austausch, in Projektzusammenarbeit oder in der Lehre. Im Rahmen der Kurt Gödel Gastprofessur, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster inspiriert er in seiner Lecture Series zum Thema Quantencomputing die nächste Generation von Informatiker_innen.