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TU Wien Informatik: Unterstützungsmassnahmen statt Knock-out Prüfungen

An der Fakultät für Informatik beginnen jedes Jahr mehr als 1.000 Personen ein Studium, insgesamt werden cirka 6.000 Studierende betreut. Die Fakultät für Informatik will der hohen Anzahl an Studierenden aber nicht mit so genannten "Knock-out" Prüfungen begegnen, sondern will im Gegenteil den Studierenden den Einstieg in das Studium erleichtern und den Fortschritt im Studium unterstützen.

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Den Einstieg in ein Studium an der Fakultät für Informatik bildet der "beginners' day" am ersten Tag des Semesters. Professor Gerald Steinhardt, Dekan der Fakultät für Informatik: "Wir möchten an diesem Tag den Neuankömmlingen signalisieren, dass sie hier an der Fakultät willkommen sind. Der beginners' day soll ihnen die wichtigste Information für einen guten Start ins Studium geben und mit den verschiedenen Präsentationen der Institute die Neugier und Freude aufs Studium wecken." Fachliche Vorbereitung auf das Studium Die Studierenden kommen mit sehr unterschiedlichen Computer- und Programmier-Kenntnissen an die Universität. Damit alle die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen haben, die Lehrveranstaltungen von Beginn an voll zu verstehen und auch erfolgreich abschließen zu können, bietet die Fakultät als zusätzliches Service ein zweiwöchiges Propädeutikum, den so genannten "prolog" an. Im Programm "more@informatics" begleiten speziell ausgebildete höhersemestrige Studierende jeweils eine Gruppe von engagierten Studierenden durch das zweite und dritte Semester. Ziel ist es, strategisches und organisatorisches Know-how zu vermitteln und durch den persönlichen Kontakt und die Arbeit in Kleingruppen einen besseren Einblick in das Fachgebiet und das universitäre Selbstverständnis zu ermöglichen.

Spezielle Maßnahmen für Studentinnen Dekan Gerald Steinhardt, sieht auch in den speziellen Maßnahmen für Frauen einen wichtigen Beitrag zur besseren Studierbarkeit: "Beim Projekt big sister.first steps werden erstsemestrige junge Frauen von höhersemestrigen Studentinnen als Mentorinnen das gesamte erste Semester lang begleitet. Zusätzlich werden vom Wissenschafterinnenkolleg Internettechnologien (WiT) eine Reihe von praxisnahen Systemadministrations-Tutorien von Studentinnen für Studentinnen angeboten." Gemeinsames Grundstudium und eigenständige Bakkalaureate Auch die Studienpläne wurden im Sinne einer besseren Studierbarkeit adaptiert. Mit den im Wintersemester 2006 in Kraft tretenden Änderungen erfolgt eine Angleichung der wesentlichsten Lehrinhalte des ersten Studienjahres von Informatik und Wirtschaftsinformatik. Die ersten beiden Semester sind dann für alle Bakkalaureatsstudien weitgehend gleich und bilden das so genannte Grundstudium. Die Studierenden müssen sich erst danach für ein bestimmtes Bakkalaureat entscheiden. "Trotzdem bleibt die Diversifizierung in unterschiedliche Bakkalaureatsstudien ein wichtiger Punkt", betont Professor Rudolf Freund, Studiendekan für Informatik. "Ein einziges Informatik-Studium mit lediglich einer punktuellen Schwerpunktsetzung ist international gesehen nicht zeitgemäß, da es nicht der Vielfalt des Fachgebietes entspricht. Ein breites Studienangebot hingegen ermöglicht einerseits den Studierenden, das Studium nach ihren Interessen und Fähigkeiten auszuwählen, auf der anderen Seite entsprechen die angebotenen Spezialisierungen den verschiedenen Anforderungsprofilen der Wirtschaft." Die TU Wien ist ab Herbst 2006 die einzige Wiener Universität, an der die StudienanfängerInnen aus einem breiten Spektrum von sechs eigenständigen Bakkalaureatsstudien (Data Engineering & Statistics, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software & Information Engineering, Technische Informatik und Wirtschaftsinformatik) sowie zehn unterschiedlichen darauf aufbauenden Masterstudien wählen können.