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TU Wien fördert aktiv Karriereplanung von Nachwuchswissenschafterinnen

TU!MentorING, das Mentoringprogramm für Nachwuchswissenschafterinnen an der Technischen Universität (TU) Wien, ist mit 6. März 2006 gestartet worden.

Wien (TU) - Gut Ding' braucht Weile - auch bis es so weit ist, dass Professorinnen und Professoren in naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebieten gleichermaßen vertreten sind. Damit dieser Prozess etwas beschleunigt wird, hat die TU Wien das Mentoringprogramm TU!MentorING ins Leben gerufen. Ziel des nach dem Vorbild der Universität Wien konzipierten Programmes ist die gezielte Karriereplanung von Dissertantinnen, Post-Doktorandinnen sowie Habilitandinnen der TU Wien. Mit dem Kick-Off-Meeting am 6. März 2006 ging man an der TU Wien in medias res.

TU Wien-Rektor Peter Skalicky betonte in seiner Eröffnungsrede des Mentoring-Kick-Offs, dass TU!MentorING zu den umfassendsten, ehrgeizigsten und personalintensivsten Frauenfördermaßnahmen an der TU Wien zählt. Skalicky appellierte an die Mentorinnen, Mentoren und Mentees gleichermaßen, mit Freude dabei zu sein. Dies sei für den Erfolg von TU!MentorING ein wichtiger Faktor.

"Wichtig ist, dass die Mentees nicht nur von ihren Mentorinnen und Mentoren lernen, sondern vor allem voneinander", streicht Brigitte Ratzer hervor. Ratzer, Leiterin der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies an der TU Wien, zeichnet gemeinsam mit Ulrike Pastner vom Wissenschafterinnenkolleg Internettechnologien (WIT) der TU Wien für die Organisation von TU!MentorING verantwortlich. "Auch den Blickwinkel zu verändern und die eigene Karriere zu reflektieren ist enorm wichtig. Das gilt sowohl für Mentorinnen und Mentoren als auch für die Mentees", fasst Brigitte Ratzer die Vorteile von TU!MentorING zusammen.

TU!MentorING - Was es ist und was es leisten kann
Das an der TU Wien angebotene Mentoring ist ein sogenanntes Gruppenmentoring, bei dem je eine Gruppe von einer Mentorin oder einem Mentor betreut wird. Insgesamt wurden 29 Nachwuchswissenschafterinnen - Dissertantinnen, Post-Doktorandinnen sowie Habilitandinnen - aus acht verschiedenen Studienrichtungen (Architektur, Informatik, Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Physik, Raumplanung) im Mentoringprogramm aufgenommen.

Die 7 Mentoringgruppen, bestehend aus vier bzw. fünf Mentees, werden von drei Professorinnen und vier Professoren als MentorInnen betreut. Die Aufgabe der MentorInnen wird es sein, ihren wissenschaftlichen Erfahrungsschatz sowie die bestehenden Netzwerke für ihre Mentees zu öffnen und sie aktiv in ihrer wissenschaftlichen Karriereplanung zu fördern.

Mentorin oder Mentor sein ist wichtig
Auf die Frage, warum sich die MentorInnen diese Mehrarbeit "antun", die ja neben der "normalen" Forschung aufgewendet wird, gibt es naturgemäß unterschiedliche Antworten. "Ich habe selbst Fehler gemacht, weil mir Informationen gefehlt haben. Ich will andere unterstützen, weniger Umwege gehen zu müssen", sagt Ingrid Steiner dazu. Sie ist Professorin am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften.

Professor Dieter Gutknecht (Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie) sieht in der Nachwuchsförderung eine große Aufgabe, zu der er persönlich seinen Beitrag leisten will, zu der es aber auch gehöre, dass Entwicklungsmöglichkeiten für den akademischen Nachwuchs an den Universitäten geschaffen werden. Es wäre schön, wenn über das Mentoring-Programm auch die Diskussion darüber angeregt werden könnte.

Christian Breiteneder, Informatik-Professor am Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme, argumentiert seine Mentorenschaft so: "Wer in der Forschung beschäftigt ist, ist neugierig, hat Wissenshunger, will Neues dazulernen. Dazu ist das Mentoringprojekt eine gute Gelegenheit. Mir ist aber auch bewusst, dass Nachwuchsförderung zu den Führungsaufgaben zählt."

Die weiteren MentorInnen bei TU!MentorING sind Ina Wagner und Peter Fleissner, beide ProfessorInnen am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung, Gerald Badurek, Dekan der Fakultät für Physik und Professor am Atominstitut sowie Silvia Miksch, Institut für Softwaresysteme und Interaktive Systeme.

Mentoring nützt allen
Abgesehen davon, dass die Mentees vom Mentoringprogramm profitieren, indem sie bei ihrer Karriere unterstützt und gefördert werden, ziehen auch die MentorInnen und die anbietende Organisation ihren Nutzen daraus.

Während bei den MentorInnen Nachwuchsförderung, intensive Erfahrungen mit langfristigen Teamprozessen, der Transfer von Mentoring-Skills in andere Zusammenhänge (z. B. Führungsaufgaben) und die Gendersensibilisierung im Vordergrund stehen, kann die Organisation in folgenden Bereichen punkten: Personalentwicklung, mehr kompetente Frauen in Führungspositionen und daher Verbesserung der Kommunikation und Höherqualifizierung und nicht zuletzt wird damit die Gleichstellung von Frauen und Männern unterstützt.

Noch mehr Informationen zu TU!MentorING finden Sie unter

www.wit.at/mentoring/TU!MentorING/index.html, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

sowie

frauen.tuwien.ac.at/gender_val/mentoring_wissenschaft.html, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster