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TU Wien dreifach für Staatspreis nominiert

Drei Preise vergibt das österreichische Patentamt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie – die TU Wien ist gleich dreifach nominiert.

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Über 10.000 Patente, Marken und Designs werden jährlich vom österreichischen Patentamt geprüft, nun werden die besten davon ausgezeichnet: Das Patentamt vergibt gemeinsam mit Bundesminister Jörg Leichtfried (BMVIT) Staatspreise in drei Kategorien: Das Patent des Jahres wird ausgezeichnet, die Marke des Jahres wird prämiert und der Spezialpreis "Hedy Lamarr" geht an Frauen mit Erfindungsgeist. Schon auf der Shortlist zu sein ist ein großer Erfolg – unter den drei Nominierungen für das "Patent des Jahres" finden sich gleich zwei Projekte der TU Wien, auch für den Hedy Lamarr-Spezialpreis ist die TU Wien nominiert. Die Entscheidung fällt am 9. November 2016.

Sensor zur Überwachung von Flüssigkeiten
Zu den drei Einreichungen, die für die Auszeichnung "Patent des Jahres" vorgeschlagen wurden, gehört ein TU-Projekt, in dem es um spezielle Sensoren zur Überwachung von Flüssigkeitseigenschaften (z.B. von Schmierstoffen) geht. Gemeinsam mit der TU Wien ist auch die AC2T research GmbH Inhaberin dieses Patents. Durch Ätzen eines Siliziumwafers stellt man winzige vibrierende mikromechanische Resonatoren her. Ihr Schwingungsverhalten hängt von den Eigenschaften der Flüssigkeit ab, etwa von der Dichte und der Viskosität. Die Resonanzfrequenz dieses Resonators kann dann elektrisch angeregt und ausgelesen werden. Das Erfinderteam besteht aus Jose Luis Sanchez de Rojas Aldavero, Nicole Dörr, Martin Kucera, Achim Bittner und Ulrich Schmid.

Künstliche Wolken
Eine neuartige Beschneiungsmethode, die von der TU Wien und der Universität für Bodenkultur patentiert wurde, ist ebenfalls für die Auszeichnung "Patent des Jahres" nominiert: In einer bis zu sechs Meter hohen, zylinderförmigen Kammer (= künstliche Wolke) wird Schnee mit unterschiedlichen Dichten für spezifische Anwendungen erzeugt. Einerseits werden durch das Einspritzen von winzigen Wassertropfen in die Kammer mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Kristallisationskeime gebildet, andererseits wird durch das Einführen von feuchten Luftmassen eine Umgebung geschaffen, die das Wachstum der Schneekristalle begünstigt. Die Prozesse sind ähnlich jener in natürlichen Wolken, doch sie können in der künstlichen Wolke gesteuert werden. Dadurch erzielt man eine höhere Schneequalität und benötigt weniger Wasser und Energie als mit herkömmlichen Methoden. Zum Erfinderteam gehören Meinhard Breiling, Michael Bacher, Sergey Sokratov und Frederick George Best.

Herzmuskelzellen aus dem Labor
Für den Spezialpreis "Hedy Lamarr" ist ein TU-Projekt nominiert, in dem es um die Herstellung von Herzmuskelzellen geht: Mit speziellen Wirkstoffen kann man erreichen, dass sich leicht zugängliche Körperzellen – etwa aus dem Muskelgewebe – in Herzmuskelzellen umwandeln. Diese aus eigenem Gewebe gewonnenen Zellen können dann in einen Bereich des Herzens injiziert werden, der durch einen Infarkt geschädigt wurde. Das stimuliert die Regeneration der Herzleistung. Die Erfindung stammt von von Marko Mihovilovic, Michael Schnürch, Moumita Koley, Karlheinz Hilber und Xaver König.

Der Forschungs- und Transfersupport der TU Wien unterstützt Erfinder_innen der TUW bei Patentanmeldungen und beim Patentmanagement ebenso wie bei der Umsetzung und Verwertung von Erfindungen. http://www.tuwien.ac.at/dle/transfer/patent_lizenzmanagement

Mehr dazu: http://www.staatspreis-patent.at

Bild: © Patentamt Österreich