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TU-Fußball-Roboter in Cordoba-Manier

Österreichs Roboter-Kicker litten bei der EM unter "Funkstörung". Zum Abschluss gab es aber einen Sieg über das deutsche Team.

Wien (TU) - Die Fußball-EM der Roboter ist vorbei. Von 18. bis 21. April traten die Blech-Kicker an der Technischen Universität (TU) Wien gegen ihre europäischen Kontrahenten an. In beiden Klassen - Small (3 gegen 3) und Middle League (5 gegen 5) - setzen sich die tschechischen Vertreter von "RoBohemia" der TU Brünn durch.

Diesmal ähnelte die Ausbeute der sonst so erfolgreichen österreichischen Roboter (Europameister 1999!) jener ihrer humanen Pendants: In der Small League kam IHRT über einen 6. und AustrO über einen 7. Platz nicht hinaus. Austro-Music wurde in der Middle League 4. und damit Letzter. Zum Abschluss konnte Austro-Music allerdings gegen das deutsche Team "DURST" der Uni Dortmund einen 6:4-Erfolg landen, wodurch Erinnerungen an den Erfolg der "großen Brüder" in Cordoba 1978 wach wurden.

Der Misserfolg ist weder auf mangelndes Training noch auf falsche Strategie zurückzuführen. Laut Teamchef Prof. Peter Kopacek (TU Wien) lag es an "Funkproblemen". Trotz des bescheidenen Abschneidens dürfen die Roboter-Fußballer der TU an der WM in Korea (23. - 29. Mai) teilnehmen. Die Weltmeisterschaft 2003 findet dann im September in Wien statt.

Die EM fand bereits zum 5. Mal statt. Die erstmals in Europa ausgetragene "Middle League", bei der pro Team 5 Robis antreten, war ein großer Publikumserfolg. Allein am Sonntag drängten sich 300 ZuschauerInnen im Festsaal der TU.

Die von einem PC gesteuerten, würfelförmigen Roboterfußballer haben in der "Small League" (3 gegen 3) eine Kantenlänge von 7.5 cm, ein Spielfeld von 130 x 90 cm und kicken mit einem Golfball. Sie erreichen ihren Spitzengeschwindigkeit von 12 km/h bereits nach 63 cm. Die Position der Spieler wird dem PC 90mal in einer Sekunde von einer über dem Spielfeld angebrachten Kamera mitgeteilt. Die daraus errechneten Spielzüge erhalten die Spieler per Funk.

Roboter-Fußball ist natürlich nicht nur unterhaltsam. Er bietet eine ideale Testumgebung zur Implementierung und zum Test von MAS-Strategien und -Konzepten (MAS = Multi-Agent-System). Der Mannschaftssport Fußball bietet genügend Beispiele für die Definition von kooperativ durchzuführenden Tätigkeiten, z.B. den Ball ins gegnerische Tor zu bringen bzw. den gegnerischen Angriff abzuwehren. Aufgabenstellungen sind hier beispielsweise die Koordination der Aufgabe und "Agenten", die Kommunikation zwischen den Agenten, die geeignete Handhabung der hochdynamischen Umgebung, und vieles mehr. Roboter-Fußball ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet und umfaßt u.a. Bereiche aus Informatik, Elektronik, Maschinenbau und Nachrichtentechnik.

Nähere Informationen:
www.ihrt.tuwien.ac.at/FIRAEC
www.ihrt.tuwien.ac.at/robotsoccer