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TU-Forscher gewinnt Schreibwettbewerb

Der Biowissenschafter Christian Gosch bewies, dass er seine Forschungsarbeit einfach und publikumswirksam erklären kann: Er gewann den Schreibwettbewerb WISP10.

Das beste Forschungsergebnis nützt nichts, wenn niemand davon erfährt. Meist gibt man sich als WissenschafterIn damit zufrieden, seine Ergebnisse in Fachjournalen zu publizieren, doch Christian Gosch vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften reicht das nicht: Er hat versucht, seine Forschung über Krankheiten von Obstbäumen auf allgemeinverständliche Weise zu erklären und hat mit seinem Text den Wettbewerb WISP10 gewonnen. Dieser Wettbewerb wird vom Verein dialog<>gentechnik organisiert, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Wissenschaftskommunikation im Bereich der modernen Biowissenschaften zu fördern.

Der Preis wurde am Dienstag, dem 28.9., im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie verliehen.

Den preisgekrönten Text von Christian Gosch wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Feuerbrand: Walnüsse statt Antibiotika

Das Antibiotikum Streptomycin ist für Obstbauern derzeit das Mittel der Wahl zur Bekämpfung der gefährlichen Feuerbrandkrankheit. Als umweltschonende Alternative könnte bald ein natürlicher Stoff aus Walnüssen eingesetzt werden.

Weltweit wird der Kernobstanbau durch die bakterielle Feuerbrandkrankheit bedroht, die sich auch in Europa immer stärker ausbreitet. Eine Heilung der hoch infektiösen Krankheit ist nicht möglich, und damit sind großflächige Rodungen der Plantagen oft die einzige Sanierungsmaßnahme. Deshalb wird vorbeugend zur Hauptinfektionszeit während der Obstblüte häufig das Antibiotikum Streptomycin gespritzt. Bei Konsumenten und Umweltschützern ist dieses Mittel allerdings sehr umstritten.

Wirkstoff aus Walnüssen
Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Phytochemie an der Technischen Universität Wien suchen gezielt nach umweltschonenden Alternativen – so genannten soft chemicals, die vorzugsweise auch für den biologischen Anbau geeignet sind. Der chemische Stoff Juglon aus Walnüssen, der unter anderem für die schwarze Farbe des Nusslikörs verantwortlich ist oder zum Färben von Textilien verwendet wird, scheint dabei besonders gut zu wirken. Bereits eine 0,000087 %ige Lösung der Reinsubstanz brachte die Bakterien in Flüssigkulturen zum Absterben. »Die Vorteile von Juglon liegen klar auf der Hand«, erklärt der Wissenschafter Dr. Christian Gosch. »Im Vergleich zu Streptomycin haben wir es hier mit einem hochwirksamen Wirkstoff aus einer heimischen Nutzpflanze zu tun.«

Extrakte für die Praxis
In der Obstbaupraxis sollen vorzugsweise günstig herzustellende Walnussextrakte zum Einsatz kommen. Die Verwendung als Pflanzenschutzmittel wurde kürzlich von der Technischen Universität Wien zum Patent angemeldet. Bleibt zu hoffen, dass die viel versprechenden Laborergebnisse rasch in ein marktfähiges Produkt münden.