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TU-Erfinder_innen erhalten die PRIZE Prototypenförderung des Wissenschaftsministeriums

Mit der Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) können die Wissenschaftler_innen ihre Entwicklungen zur Marktreife bringen. Vier von zwölf Projekten gehen dieses Jahr an die TU Wien.

PRIZE TU Wien

PRIZE TU Wien

Aleksandr Ovsianikov, Miriam Unterlass, Markus Haider, Franz Keplinger, Alexander Dabsch (v.l.n.r.)

Aleksandr Ovsianikov, Miriam Unterlass, Markus Haider, Franz Keplinger, Alexander Dabsch (v.l.n.r.)

Für die Marktreife einer Erfindung braucht es einen Prototypen - und den zu entwicklen kostet Geld. Eine internationale Jury wählt daher jedes Jahr im Auftrag des bmwfw Forschungsprojekte aus, die die Prototypenförderung PRIZE erhalten. Wie schon im vorigen Jahr ist die TU Wien mit vier ausgewählten Projekten die erfolgreichste Universität dieses Calls. Die Projekteinreichungen wurden jeweils vom Forschungs- und Transfersupport der TU Wien unterstützt.

Hochauflösender 3D Druck im Bereich Maschinenbau – Prof. Aleksandr Ovsianikov

Die an der TU entwickelte Technologie schafft es, Bauteile mit hoher Auflösung und gleichzeitig hohem Durchsatz herzustellen. Mit vergleichbarer Technologie war das bisher so noch nicht möglich. Im Kern der neuen Methode liegt ein Verfahren, bei dem Multiphotonenabsorption (MPA) für die lithographie-basierte generative Fertigung genutzt wird. Dabei werden spezielle Materialien mittels Belichtung Schicht für Schicht ausgehärtet, um so 3D Modelle zu erstellen. Die Materialaushärtung erfolgt genau im Brennpunkt des optischen Systems, was eine sehr hohe Auflösung beim Druck ermöglicht. Damit erschließen sich viele neue Anwendungsgebiete, wie z.B. in der Medizin, in Sensoren für die Automobilindustrie, oder in der Mikrooptik.

Umweltfreundliche Erzeugung von Polyimiden – Dr. Miriam Unterlass

Polyimide gehören zu den leistungsfähigsten Kunststoffen – sie halten hohen Temperaturen und aggressiven Chemikalien stand, zudem sind sie flexibel und dabei nicht brüchig. Damit eigenen sich diese Kunststoffe z.B. für Industrie-Abgasfilter oder flexible Leiterbahnen. Polyimide hatten aber bis jetzt einen entscheidenden Nachteil: Ihre Herstellung und Weiterverarbeitung ist langwierig und hochgradig. Die Arbeitsgruppe von Miriam Unterlass an der TU Wien hat nun ein schonenderes Verfahren mittels Monomeren entwickelt. Dabei handelt es sich um wasserlösliche Ausgangstoffe von Polyimiden. Durch langsames Verdampfen des Wassers lassen sich Polyimidfilme oder -fasern wesentlich billiger und umweltfreundlicher herstellen als bisher.

Wirbelschichtwärmespeicher mit  Phasenwechselmaterial – Prof. Markus Haider

Die Erfindung von Markus Haider kombiniert einen sensiblen und einen latenten thermischen Energiespeicher. Mikroverkapseltes Phasenwechselmaterial (PCM) wird in einen Wirbelschicht-Wärmespeicher eingebracht. Führt man dem System Wärme zu, wechselt das PCM seinen Aggregatszustand von fest auf flüssig und nimmt dabei die zugeführte Energie auf. Bei der Ausspeicherung wechselt der Aggregatszustand wiederum von flüssig auf fest und gibt dabei thermische Energie ab. Dieser neuartige Wärmespeicher ermöglicht eine höhere Energiedichte und damit höhere Speicherkapazität pro m³, sowie eine konstante Wärmeabgabe bei geringen Investitionskosten.

PIKOSENS: Effizientere Kraftsensoren – Prof. Franz Keplinger und Dipl.-Ing. Alexander Dabsch


Über PRIZE

PRIZE ist das Prototypenförderungsprogramm des bmwfw. Es richtet sich an Universitäten bzw. Kooperation mit Forschungseinrichtungen. Die Projekte mit den besten Verwertungschancen werden mit einer Finanzierung unterstützt, um aus der Erfindung einen Prototyp zu erstellen und damit ihre Marktreife zu demonstrieren. An der TU Wien unterstützt der Forschungs- und Transfersupport bei Forschungs- und Verwertungsaktivitäten.

Mehr Informationen:
PRIZE: www.aws.at/prize 
Forschungs- und Transfersupport der TU Wien: www.rt.tuwien.ac.at

 

Fotos:
Aleksandr Ovsianikov: © TU Wien
Miriam Unterlass: © Karoline Wolf
Markus Haider: © TU Wien
| Thomas Blazina