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TU-Chemiebibliothek spielt in internationaler Top-Liga mit

Das renommierte Newsmagazine "Molecular Connection" erwähnte die Chemiebibliothek der TU Wien in einer der letzten Ausgaben (2007, Vol 25, No 1) im selben Zusammenhang mit den Bibliotheken der Unis in Harvard, Stanford, Hongkong, Liverpool und des Max-Plank-Institutes als besonders fortschrittliche "Digitale Bibliothek". Dank fortwährender Investitionen in die TU-Chemiebibliothek zählt sie somit mittlerweile zu den bestausgestattetsten digitalen Bibliotheken in ganz Europa.

Ulrich Jordis

Ulrich Jordis

Ulrich Jordis

"Wir waren unter den ersten Universitäten, die von Büchern auf digitale Datenbanken (z.B. bei Chemical Abstracts) am Chemiesektor umgestellt haben. Das Verschwinden der gedruckten Exemplare war für die klassischen Bibliothekare anfangs mit einem Erdbeben gleichzusetzen. Mit der Lizenz für die Datenbank ‚Discovery Gate’ gehört die TU-Chemiebibliothek derzeit zu den weltweit bestausgestattetsten. In Österreich sind wir nach wie vor die einzigen, die hier eine Lizenz besitzen", so der langjährige Berater der TU-Chemiebibliothek Professor Ulrich Jordis vom Institut für Angewandte Synthesechemie.

Nicht zuletzt seinen Bemühungen verdanken die ChemikerInnen auf ein qualitativ so hochwertiges System an Datenbanken zurückgreifen zu können. Jordis gelang es in der Vergangenheit in Zusammenschluss mit der Bibliotheksleitung zahlreiche Gelder für den Ankauf von neuen Datenbanken von der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu beschaffen. Letztere profitieren ihrerseits vom Ausbau der Chemiebibliothek, die den BenutzerInnen Zugriff auf umfangreiche Datenbanken und Originalarbeiten ermöglicht.

Die Information und die Bibliothek nehmen in der Chemie vor allem deswegen einen so besonderen Stellenwert ein, weil kaum in einem anderen technischen Fach der Wert der alten Stoffdaten so hoch ist. "Wenn sich ein Chemiker im Zuge von Experimenten auf die Suche nach geeigneten Substanzen begibt, muss er die Stoffinformationen des gesamten 20. Jahrhunderts griffbereit haben. Die Herstellung dieser Substanzen hat sich fundamental nicht geändert. Man baut auf das alte Wissen auf und spricht bei der Verifizierung und Kreation von Ideen vom ‚database-mining’. Jede chemische Verbindung besitzt sozusagen eine ‚Hausnummer’. Auf Knopfdruck findet man so zu jeder Hausnummer die gesamte verfügbare Literatur", erklärt Jordis.

Die neuesten Patentdatenbanken verschaffen den ChemikerInnen an der TU Wien demnach auch einen gewissen Ideenvorteil. Komplexe Fragestellungen, die ohne teure Datenbanklizenzen nicht einmal in der Theorie händisch lösbar wären, "setzen Universitäten zunehmend unter Druck. Die Chemiebibliothek verschlingt ein überproportional großes Kuchenstück von allen Bibliotheksausgaben an der TU Wien", ist sich Jordis bewusst. Nun gilt es den ausgezeichneten Level auch weiterhin zu halten.

Link: http://www.ub.tuwien.ac.at/ch_gebaeude.html